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Aktuelles zum Thema "Atommüll"

IPPNW-Pressemitteilung vom 23.03.2018

Landesärztepräsident stärkt IPPNW den Rücken

Der Rückbau der AKWs bleibt durch ärztliche Kritik am Freimesskonzept weiter in der Diskussion

Dr. med. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Foto:  Ärztliche Pressestelle, Landesärztekammer Baden-Württemberg23.03.2018 

Die Diskussion um den Umgang mit gering radioaktivem Abfall aus dem Abriss von Atomkraftwerken geht in die nächste Runde. In der aktuellen Ausgabe des Baden-Württembergischen Ärzteblatts stellt Ärztekammerpräsident Dr. Ulrich Clever klar: Die Haltung des baden-württembergischen Landesumweltministers Franz Untersteller, der gering radioaktive Abrissmüll würde in seiner strahlenden Wirkung im „Rauschen der Hintergrundstrahlung“ untergehen, sei schlicht falsch. Die IPPNW begrüßt, dass sich der Präsident der Landesärztekammer für ein Moratorium für die Deponierung des Freimess-Mülls ausspricht und fordert Umweltminister Untersteller auf, in einen vertieften Dialog mit der Ärzteschaft über das Freimess-Verfahren einzutreten und ernsthaft die bereits vorliegenden Alternativen zur Freimessung zu prüfen.

Atommüll

Endstation Zwischenlager?

Schutzlos an der Oberfläche oder unter die Erde?

Foto: Zwischenlager am Atomkraftwerk Isar. By S8z11 (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons08.03.2018 

Die Lagerung des Atommülls spitzt sich zu und droht sicherheitstechnisch wie finanziell zu einem „Fass ohne Boden“ zu werden: Wie selbstverständlich gehen manche schon davon aus, dass die Oberflächenlagerung des Atommülls in den "Zwischenlagern" zu einem Dauerzustand werden soll. Die gefährlichste aller Varianten, die Lagerung des Atommülls an der Erdoberfläche, soll mit dem Bau von neuen, leicht verbesserten Zwischenlagern zu einem Dauerzustand werden. Es besteht die Gefahr, dass nachfolgende Generationen dann nach der "Billiglösung" greifen und den Atommüll in Russland, der Mongolei oder anderswo "entsorgen" könnten.

Endlager-Bau in Finnland

Das Atomkraftwerk Olkiluoto als Fotomontage mit EPR (links) und BWR-2500, Foto: Wikipedia. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/13.11.2017 

Wie in Schweden steht auch in Finnland nur Kristallingestein als potenzielles Wirtsgestein für die geologische Tiefenlagerung von Atommüll zu Verfügung. Ende 2015 gab die finnische Regierung grünes Licht für den Bau des weltweit ersten „Endlagers“ für hoch radioaktive Abfälle auf der Halbinsel Olkiluoto im Südwesten Finnlands. 6.500 Tonnen Atommüll sollen dort gut 400 Meter unter der Erde in Kupferbehältern deponiert werden. Der Preis für das Endlager wird aktuell mit 3,5 Milliarden Euro angegeben.

Atommüll

Partitionierung & Transmutation

Morpheus2309 at the German language Wikipedia [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0), GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/li10.11.2017 

Forderungen nach Rückholbarkeit bzw. nach einer langfristigen Oberflächenlagerung („Zwischenlagerung“) des hoch radioaktiven Atommülls werden gerne mit dem Risiko eines Wassereinbruchs in ein tiefengeologisches Endlager begründet. Weniger bekannt sind andere Motive für den Erhalt des Zugangs zu dem spaltbarem Atommaterial: Ein potenzielles Interesse an Atomwaffen, sowie das Konzept, den Atommüll wiederaufzuarbeiten und in neuartigen Reaktoren unter anderem Plutonium in kurzlebigere Radionuklide umzuwandeln. Dieses Konzept wird als „Partitionierung & Transmutation“ (P&T) bezeichnet. Vor diesem Hintergrund wird immer wieder die Frage aufgeworfen, ob der Zugriff auf den hoch radioaktiven Atommüll für mehrere Jahrhunderte gewährleistet bleiben und auf die Errichtung eines tiefengeologischen „Endlagers“ verzichtet werden sollte. Zahllose Gründe sprechen dagegen.

Endlagersuche in Schweden

Von Anders Sandberg (originally posted to Flickr as Forsmark) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons10.11.2017 

In der Nähe des schwedischen Atomkraftwerks Forsmark ist ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Betrieb. Es befindet sich 60 m tief im Fels aus Kristallingesteinen unterhalb der Ostsee. Zusätzlich soll in der Nähe von Forsmark ein sogenanntes „Endlager“ für abgebrannte Kernbrennstäbe, also für hoch radioaktive Abfälle entstehen. In Schweden steht nur Granit als Wirtsgestein zur Verfügung, so dass die Einlagerung zusätzlich auf technische Barrieren angewiesen ist.

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