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5 Jahre Fukushima - 30 Jahre Tschernobyl

Die IPPNW-Anzeige "5 Jahre Fukushima – 30 Jahre Tschernbyl" wird am 11. März 2016 in der Süddeutschen Zeitung erscheinen. Herzlichen Dank allen UnterstützerInnen!

Anzeigentext, erscheint am 11.03.2016

5 Jahre Fukushima – 30 Jahre Tschernobyl

Leben mit den Atomkatastrophen

"Wir Menschen sollten nie und nimmer Technologien entwickeln, die bei einem maximal möglichen Störfall zu einem Schaden führen, der nicht mehr von uns verantwortbar ist". (Hans-Peter Dürr)

Viele Millionen Menschen in Europa und Japan leiden unter den Folgen der Atomkatastrophen. Besonders schwer hat es die Bevölkerung in der Ukraine, in Teilen Russlands und Weißrusslands sowie in Nordost-Japan getroffen. In Europa sind im Zusammenhang mit Tschernobyl Hunderttausende gestorben, Unzählige sind krank. Den Menschen in Japan steht Ähnliches bevor. 30 Jahre nach Tschernobyl ist noch immer die Hälfte des radioaktiven Cäsiums  vorhanden, auch in Deutschland. Insgesamt wurden 40 % Europas in gesundheitsgefährdendem Ausmaß kontaminiert. Erst in 300 Jahren wird die Radioaktivität des Isotops Cäsium-137 weitgehend abgeklungen sein.  Die extrem belasteten Todeszonen um Tschernobyl und Fukushima sind dementsprechend langfristig unbewohnbar.

In Deutschland entwickelte sich nach der  Atomkatastrophe von Fukushima aufgrund des Drucks aus der Bevölkerung ein gesamtgesellschaftlicher Konsens, aus der Atomenergie auszusteigen.

Der Ausstiegsbeschluss von 2011 sieht jedoch zu lange Restlaufzeiten vor:

  • Das letzte deutsche AKW soll erst 2022 abgeschaltet werden.
  • Bis dahin sammelt sich immer mehr Strahlenmüll an.
  • Bis dahin besteht das Risiko eines Super-GAU auch in Deutschland.


Der Ausstiegsbeschluss ist außerdem unvollständig :

  • Sieben Nuklear-Forschungsreaktoren sind noch in Betrieb.
  • Die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau und die Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen  wurden „vergessen“  -  oder absichtlich ausgeklammert und nicht erwähnt?

Beide Atomfabriken haben unbefristete Betriebsgenehmigungen. Die Konzerne URENCO (Gronau) und AREVA (Lingen) beliefern Atomkraftwerke in aller Welt mit Nuklearbrennstoff, so auch die belgischen Pannenreaktoren Doel und Tihange. Bis zur Katastrophe gab es auch Geschäftsbeziehungen mit dem Fukushima-Betreiber TEPCO. Warum setzt sich die Politik nicht gegen die transnationalen Konzerne durch und legt die Fabriken still?

Große Mengen abgereicherten Urans lagern in Gronau unter freiem Himmel  -  ein ungelöstes Problem und eine ständige Gefahr.
Die Vorreiterrolle in der Energiewende beanspruchen, aber weltweit Urangeschäfte machen und so zur Gefahr eines weiteren Super- GAU beitragen: Das passt nicht zusammen.

Wir fordern den vollständigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft:

  • Schließen der Atomfabriken
  • Stilllegen der Forschungsreaktoren
  • Abschalten aller Atomkraftwerke  -  jetzt

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