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Medical Prescription der IPPNW (1985)

Dokumente und Erklärungen

Der 5. Weltkongress der IPPNW versammelte sich unter dem Motto "Medical Prescription of IPPNW: Kooperation statt Konfrontation" in Budapest/Ungarn. Neue Betonung wird auf der Beziehung zwischen Entwicklung und Abrüstung und die Notwendigkeit eines Atomtest-Stopps gegeben. Es wird ein "Ärztliches Rezept" formuliert, das ein Atomtest-Moratorium fordert. Das "Rezept" wird einstimmig verabschiedet vom Internationalen Rat der IPPNW am 1. Juli 1985.

"Der atomare Rüstungs-Wettlauf gefährdet Leben und Gesundheit eines jeden Menschen auf unserem Erdball.

Da Medizin keine Hilfe gegen die Schrecken des Atomkrieges bieten kann, fühlen Ärztinnen und Ärzte sich weltweit verantwortlich, für die Verhütung dieser schlimmsten Seuche einzutreten. Bei lebens-gefährlichen Krankheiten endet ärztliche Verantwortung nicht mit der Diagnose. Ein Behandlungs-Vorschlag ist nötig, um die Krankheit zu unterbinden.

Deshalb haben sich die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) auf einen medizinischen Vorschlag geeinigt, um der größten Bedrohung menschlicher Gesundheit entgegen zu treten.

Ein sofortiges Moratorium aller nuklearen Explosionen ist der erste wesentliche Schritt zur Beendigung des atomaren Rüstungs-Verlaufs. Dieses Moratorium sollte so lange gelten, bis ein allgemeines Teststop-Abkommen ausgehandelt und unterzeichnet worden ist.

Die Vorzüge dieses Vorschlages für die Verhütung des Atomkrieges sind offenkundig:

1. Ein nuklearer Teststop bildet ein eindeutiges Ziel, um die öffentliche Meinung für einen klaren, umschriebenen, sofort erreichbaren Schritt zur Rüstungs-Kontrolle zu gewinnen. Die lähmende Kompliziertheit der meisten anderen Abrüstungs-Vorschläge wird vermieden.
2. Ein Teststop ist nicht auf gegenseitiges Vertrauen angewiesen, denn seine Einhaltung lässt sich ohne örtliche Kontrollen überprüfen. Moderne seismologische Technik erlaubt die Unterscheidung von Erdbeben und unterirdischen Atom-Explosionen ab nur einer Kilotonne Sprengkraft.
3. Ein Teststop wird die Entwicklung neuer Generationen atomarer Sprengköpfe verhindern, eingeschlossen jene für Weltraum-Waffen, neue Erstschlags-Waffen und für künftige kleine und mobile Waffen, mit denen Rüstungskontroll-Vereinbarungen der Zukunft unterlaufen werden könnten.
4. Ein Teststop bringt für kein Land der Welt eine Sicherheits-Verlust.
5. Ein Teststop stützt den Vertrag über die Nicht-Weiterverbreitung von Atomwaffen. In diesem Vertrag heißt es: "Eingedenk der Absicht und des Ziels ... alle Atomtests für immer zu verhindern, wird jeder Vertragspartner vertrauensvolle Verhandlungen beginnen, um wirksame Maßnahmen zur frühzeitigen Verhinderung eines atomaren Rüstungs-Wettlaufes zu ergreifen."
6. Der Vorschlag des Teststops wird zur Nagelprobe für Politiker, die sich aktiv für ein Ende des Wettrüstens einsetzen, und jene, die seine Fortsetzung dulden.

Letztlich schafft die Verwirklichung eines weltweiten atomaren Teststops den psychologischen Impuls, wie das politische Klima für weitere mögliche Abrüstungs-Vereinbarungen.

Aus diesem Grunde schlagen die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges ein Moratorium aller nuklearen Explosionen vor!"

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