IPPNW-Pressemitteilung vom 14. Februar 2022

Medizinischer Appell: Kein Krieg in Europa!

Mediziner*innen rufen zur Diplomatie auf, um die humanitäre Katastrophe abzuwenden

288 Mediziner*innen aus Europa und anderen Teilen der Welt haben heute einen Appell veröffentlicht, um dazu aufzurufen, einen Krieg zwischen Russland und der NATO in Europa zu verhindern. Der Appell wurde von der Friedensnobelpreisträger-Organisation International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW) initiiert. Die Ärzt*innen und Gesundheitsfachkräfte warnen vor einer humanitären Katastrophe in Folge eines Krieges und rufen alle Konfliktparteien dazu auf, die Diplomatie der Eskalation vorzuziehen.

Die IPPNW-Vizepräsidentin für Europa, Dr. Angelika Claussen und Co-Vorsitzende der deutschen Sektion der IPPNW, erklärt dazu: "Unsere Verantwortung als Ärzt*innen und Gesundheitsfachkräfte ist es, durch präventives Handeln Leben zu retten. Deshalb müssen wir jetzt handeln, um einen Krieg in Europa zu verhindern, der sich zu einem Atomkrieg ausweiten könnte".

Lars Pohlmeier, Co-Vorsitzender der IPPNW in Deutschland, kommentiert: „Ein Krieg in Europa muss abgewendet werden, sonst erleben wir eine humanitäre Katastrophe. Wir müssen die Schuldzuweisungen beenden und versuchen, die Sicherheitsbedürfnisse aller Seiten zu verstehen.”

Der Appell kritisiert die konfrontative Politik zwischen den USA und der NATO und Russland. Die Schuldzuweisungen und den Einsatz von Truppen und Waffen auf allen Seiten sei Ursache für die Eskalation des Konflikts. Die Situation erinnere an den Berliner Patt von 1958 und die Kuba-Krise von 1962. Die Mediziner*innen rufen dazu auf, zu versuchen die Bedürfnisse aller Konfliktparteien zu verstehen: "Wir müssen einen Schritt zurücktreten und diese ausweglose Situation mit den Augen des anderen betrachten. Das bedeutet nicht, dass wir die Meinung des anderen akzeptieren oder dessen Perspektive als unsere eigene übernehmen müssen".

Konkrete Vorschläge wie die Einstellung von gegenseitigen Drohungen, der Rückzug von Truppen und Waffen von allen ukrainischen Grenzen und die Erörterung vertrauensbildender Maßnahmen werden in dem Appell unterbreitet. Der Text schließt mit den Worten: "Unsere Forderung nach einer kontinuierlichen diplomatischen Anstrengung, um die politische Krise zu lösen, bedeutet nicht, dass wir mit bestimmten politischen Positionen einverstanden sind. Wir wollen einen potenziell unkontrollierbaren Konflikt verhindern, der zu einem Atomkrieg eskalieren könnte.“


Den internationalen, medizinischen Appell und die Liste der ersten Unterzeichner*innen finden Sie hier:
http://www.ippnw.eu/medical-appeal

Die deutsche Übersetzung des internationalen Appells, können Sie hier nachlesen: https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Appell_No_War_in_Europe_call_for_diplomacy_FINAL_DE.pdf

Alle Gesundheitsfachkräfte sind angehalten, den Appell über den Link unter dem Text zu unterzeichnen.


Kontakt:
Lara-Marie Krauße (IPPNW), E-mail: krausse[at]ippnw.de, Tel.: 030 698074-15


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Ansprechpartner*innen

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de


Dr. Jens-Peter Steffen

Kontakt zur Kooperation für den Frieden
Email: steffen[at]ippnw.de

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