Hunderte von Menschen demonstrierten am Sonntag, dem 26. Juli 2026 in Berlin für die Freilassung von Dr. Abu Safiya und anderen Gesundheitskräften aus Gaza, die in Israel ohne Anklage festgehalten werden. Der Kinderarzt Dr. Abu Safiya wurde in der Haft offenbar schwer gefoltert – sein Leben ist in Gefahr. IPPNW, medico international, vdää und Medsolidar hatten zu einem gemeinsamen Schweigemarsch aufgerufen.
In der Auftaktrede machte Dr. Uwe Trieschmann (IPPNW) klar, worum es geht:
„Dr. Hussam Abu Safiya ist heute den 577. Tag in israelischer Haft ohne jede Anklage. Am 2. Juli hat ein Rechtsanwalt von PHRI Dr. Hussam Abu Safiya besucht und danach von einem lebensbedrohlichen Zustand berichtet. (…) Während des Besuchs hatte Dr. Abu Safiya Schwierigkeiten, zu atmen und zu sprechen. Er wirkte extrem geschwächt, hatte Mühe, aufrecht zu sitzen, ohne umzufallen, und schien mehrmals kurz davor zu sein, das Bewusstsein zu verlieren. Aufgrund dieser direkten Beobachtungen kam Rechtsanwalt Odeh zu dem Schluss, dass Dr. Abu Safiyas Leben in unmittelbarer Gefahr ist.
Dr. Hussam Abu Safiyas Worte gingen um die Welt: „Das ist das letzte Mal, dass ihr mich seht … Sie haben mich hierhergebracht, um mich zu töten. Ich glaube nicht, dass ich das überleben werde. Das ist das Ende.“
Deshalb hat die ärztliche humanitäre Organisation ‚Physicians for Human Rights Israel (PHRI)‘ einen Aufruf an die Weltöffentlichkeit gerichtet, sich für ihn einzusetzen:
– Für den sofortigen Zugang zu unabhängiger medizinischer Untersuchung und Behandlung.– Für eine sofortige unabhängige Untersuchung der Haftbedingungen
– Für die sofortige Freilassung von Dr. Abu Safiya und aller palästinensischen Gesundheitsfachkräfte, die willkürlich ohne Anklage oder ordnungsgemäßes Gerichtsverfahren inhaftiert wurden.
Diesem Aufruf folgen wir heute!“
Mit ca. 400 Teilnehmer*innen – und das trotz des am Vortag erfolgten schrecklichen Attentats beim CSD – war diese Demonstration ein großer Erfolg. Die Teilnehmer*innen waren aus Solidarität mit dem Gesundheitswesen alle in Weiß oder in medizinischer Berufskleidung gekommen.
Bei dem Schweigemarsch wurden die Namen der über 80 unrechtmäßig inhaftierten Mitarbeiter*innen aus dem Gesundheitswesen verlesen. Dr. Khaled Hamad, Vorsitzender der palästinensischen Gemeinde Deutschlands und der internationalen Vereinigung zur Verteidigung der palästinensischen Gefangenen, hatte auf diesen Umstand hingewiesen – sowie auf die Tatsache, dass schon über 100 Palästinenser in der israelischen Haft ums Leben gekommen sind.
Bei der Abschlusskundgebung sprachen Qassem Massri, der im Jahr 2024 im Rahmen eines ärztlichen Hilfseinsatzes in Gaza mit Dr. Hussam Abu Safiya zusammengearbeitet hatte, eine Vertreterin von Medsolidar, MdB Stella Mirendino als eine der 48 Bundestagsabgeordneten, die eine Brief an den israelischen Präsidenten Herzog zur Unterstützung von Dr. Abu Safiya geschrieben haben, und Beate Bahnweg eine Anwältin von Qassem Massri bei einer Klage gegen die Waffenlieferungen der Bundesregierung an Israel.
Am Montag wurde die Forderung zur Freilassung von Dr. Abu Safiya von den Veranstaltern des Schweigemarsches zusammen mit Katja Müller-Fahlbusch von Amnesty international auch noch einmal in einem Gespräch mit dem Außenministerium bekräftigt.
Rede von Dr. Uwe Trieschmann: PDF-Download
Fotos vom Schweigemarsch: https://www.flickr.com/photos/ippnw/albums/72177720334864056
Video auf Instagram: https://www.instagram.com/reel/DbQf4ansfbG/?
Dr. Uwe Trieschmann
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