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IPPNW-Pressemitteilung vom 23.03.2018

Landesärztepräsident stärkt IPPNW den Rücken

Der Rückbau der AKWs bleibt durch ärztliche Kritik am Freimesskonzept weiter in der Diskussion

Dr. med. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Foto:  Ärztliche Pressestelle, Landesärztekammer Baden-Württemberg
23.03.2018

Die Diskussion um den Umgang mit gering radioaktivem Abfall aus dem Abriss von Atomkraftwerken geht in die nächste Runde. In der aktuellen Ausgabe des Baden-Württembergischen Ärzteblatts stellt Ärztekammerpräsident Dr. Ulrich Clever klar: Die Haltung des baden-württembergischen Landesumweltministers Franz Untersteller, der gering radioaktive Abrissmüll würde in seiner strahlenden Wirkung im „Rauschen der Hintergrundstrahlung“ untergehen, sei schlicht falsch. Die IPPNW begrüßt, dass sich der Präsident der Landesärztekammer für ein Moratorium für die Deponierung des Freimess-Mülls ausspricht und fordert Umweltminister Untersteller auf, in einen vertieften Dialog mit der Ärzteschaft über das Freimess-Verfahren einzutreten und ernsthaft die bereits vorliegenden Alternativen zur Freimessung zu prüfen.

Clever hatte nach einem Gespräch mit dem Umweltministerium im Januar 2017 das Freimess-Konzept noch als „verantwortbar“ bezeichnet und damit Irritationen ausgelöst, da die Vertreterversammlung der baden-württembergischen ÄrztInnen das Freimessen von gering radioaktiven Müll aus dem Rückbau der AKWs zuvor mehrheitlich abgelehnt hatte.

Anfang Februar 2018  fand in Stuttgart nun auf Einladung des Umweltausschusses der Landesärztekammer ein wissenschaftlichen Fachsymposium statt. In seinem Resümee der Veranstaltung stellt Clever nun fest, dass es keine unschädliche ionisierende Strahlung gibt. Wie jede Strahlung müsse auch die des atomaren Abrissmülls als zusätzliche Strahlung betrachtet und in der Folgenabschätzung addiert werden.

Clever unterstützt damit die Position der IPPNW und anderer Ärzteinitiativen, die sich aus präventiv-medizinischen Gründen gegen die geplante Verbringung des gering radioaktiven Abfalls auf Hausmülldeponien, in die Wiederverwertung oder in die Müllverbrennung aussprechen. „Es wurde Zeit, dass eine Versachlichung auch bei diesem politisch-kontroversen Thema stattfindet“, kommentiert Dr. Alex Rosen, Vorsitzender der IPPNW Deutschland.

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin IPPNW, Tel. 030 - 69807415, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Email: wilmen@ippnw.de www.ippnw.de

Foto: Dr. med. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Foto: Ärztliche Pressestelle, Landesärztekammer Baden-Württemberg

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