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IPPNW-Pressemitteilung vom 28.02.2019

Kaschmir-Konflikt könnte Atomkrieg auslösen

Friedensnobelpreisträger IPPNW warnt und fordert Indien und Pakistan auf, einen Schritt vom Abgrund zurückzutreten

ICAN-Protest gegen Atomwaffen am 4. Juli 2017 in New York, Foto: Ralf Schlesener
28.02.2019

Die Internationalen Ärzte für die Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) rufen den indischen Premierminister Narendra Modi und den pakistanischen Premierminister Imran Khan auf, sofort Schritte zu unternehmen, um die Spannungen in der Kaschmir-Region abzubauen und so die gravierende Gefahr eines Atomkrieges zu vermindern. Jüngste Terrorakte und das Eindringen von Militär in seit langem umstrittenes Territorium haben den Konflikt verschärft, der beide Länder seit ihrer Trennung in einen fünften und eventuell letzten großen Krieg zu stürzen droht. Beide Länder haben mit atomarer Vergeltung gedroht. So kann ein Atomkrieg beginnen.

Dr. Ira Helfand, Ko-Präsident der US-amerikanischen Sektion von IPPNW und Autor von „Nukleare Hungersnot: Zwei Milliarden Menschen sind gefährdet", warnt, dass ein Schlagabtausch mit Atomwaffen zwischen den beiden Ländern nicht nur Millionen von Menschen in der Region töten würde, sondern auch eine „noch nie dagewesene globale Katastrophe" auslösen würde. Der Ruß, der durch von den Atomexplosionen ausgelösten Feuerstürme entsteht, würde in die höheren Schichten der Atmosphäre aufsteigen und das globale Klima ernsthaft stören. Dies würde zu weltweiten Ernteausfällen und großen Hungersnöten führen, die mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung betreffen würden.

Seit die Regierungen von Indien und Pakistan 1998 die schicksalhafte Entscheidung trafen, Atomwaffentests durchzuführen, befinden sich die beiden Länder in einem nuklearen Rüstungswettlauf, der stark einem Kalten Krieg ähnelt. Die Flugzeit der Raketen zwischen Delhi und Islamabad beträgt lediglich drei bis fünf Minuten. Es besteht daher ein konstantes Risiko, dass ein Atomkrieg durch einen Unfall, eine Fehlfunktion oder eine Fehleinschätzung ausgelöst wird.

Dr. Arun Mitra, Ko-Präsident der indischen Sektion von IPPNW, erklärt: „Indien und Pakistan müssen die Kampfhandlungen an ihrer Grenze beenden, bevor sich dieser auf die ganze Welt ausweitet. Anführer beider Seiten müssen sich zusammensetzen und ihre Probleme  friedlich am Verhandlungstisch lösen. Sie müssen sofort Schritte unternehmen, um die Bedrohung der Menschheit durch Atomwaffen zu eliminieren."

Die IPPNW arbeitet zusammen mit der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) und großen Gesundheitsorganisationen, um den UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen (TPNW) voranzutreiben. Der „Ban-Treaty" kann seit September 2017 bei den Vereinten Nationen unterzeichnet werden. Der Vertrag tritt dann in Kraft, wenn 50 Nationen ihn ratifiziert haben oder beigetreten sind. Derzeit gibt es 70 Unterzeichner und 22 Vertragsparteien. Südafrika, das einzige Land, das ein Atomprogramm entwickelte und später seine Atomwaffen zerstörte, ist vor wenigen Tagen der neueste Vertragspartner geworden.

Laut Dr. Helfand wird „die ganze Welt solange weiterhin dem Risiko eines katastrophalen Atomkrieges ausgesetzt, der irreversible Folgen hätte, bis alle Atommächte -  Indien und Pakistan eingeschlossen -, die Forderungen des Atomwaffenverbotsvertrags erfüllen und ihre Atomwaffen vernichten."

Bei Interesse können wir Ihnen IPPNW-Interviewpartner*innen zum Thema in Deutschland, USA und Indien vermitteln.

Die englische Original-Studie "Nuclear Famine: Two billion people at risk?" finden Sie unter news.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomwaffen/nuclear-famine-110413.pdf

Die deutsche Einleitung und Zusammenfassung der Studie können Sie hier downloaden: news.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomwaffen/Einleitung_Zusammenfassung_nuclearfamine.pdf

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

Foto: ICAN-Protest gegen Atomwaffen am 4. Juli 2017 in New York, Foto: Ralf Schlesener

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