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Pressemitteilung der Aktionsgruppe Gesundes Klima

Gesundheitsaktivist*innen fordern sofortigen Stopp der Räumungen im Hambacher Forst

Foto: Aktionsgruppe Gesundes Klima der Kritischen Mediziner*innen
13.09.2018

"Kohleausstieg ist die beste Medizin" - ein Banner mit dieser Aufschrift haben Gesundheitsaktivist*innen der AG Gesundes Klima der Kritischen Mediziner*innen im Hambacher Forst entrollt. Sie zeigen damit ihre Solidarität mit der dortigen Waldbesetzung und fordern einen sofortigen Stopp der Räumungen, die schon über mehrere Wochen von der Polizei in Großeinsätzen durchgeführt werden. Der Energiekonzern RWE will den letzten Teil des uralten Biotops roden, um den Tagebau Hambach zu vergrößern, während in Berlin die s.g. "Kohlekommission" über den Kohleausstieg berät.

Seit 6 Jahren ist der verbleibende Wald, mittlerweile Symbol der Klimagerechtigkeitsbewegung, von Aktivist*innen besetzt, um ihn zu schützen und auf die katastrophalen Folgen des Energieträgers Kohle aufmerksam zu machen.

Die deutsche Braunkohleförderung ist verantwortlich für ein Drittel der EU-Emissionen aus Kohle und befeuert den Klimawandel, der sich diesen Sommer mit Rekordtemperaturen, Waldbränden und Ernteausfällen erneut bemerkbar gemacht hat. "Mit dem Wissen um die direkten Gesundheitsauswirkungen des Kohleabbaus wie z.B. der Zunahme von Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und resultierenden Todesfällen in den angrenzenden Siedlungen sowie dem Verlust der Lebensgrundlage von Millionen Menschen weltweit durch Klimaveränderungen ist der Gesundheitssektor verpflichtet, sich im Kampf gegen den Klimawandel zu positionieren und aktiv zu werden – auch für Gesundheitsgerechtigkeit!" fordert Michael Janßen, Allgemeinarzt in Berlin, Vorstand des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte und weist dabei auf die Initiativen von Gesundheitsarbeiter*innen aus Großbritannien und Kanada hin, die in ihren Ländern für den nun beschlossenen Kohleausstieg gekämpft haben.

Entgegen der Behauptung von RWE und der NRW-Landesregierung ist Braunkohle weder billig, noch sicher, noch langfristig notwendig. Auch bei sofortigem Abbaustopp im Tagebau Hambach ist die Versorgungssicherheit gewährleistet. Dr. med. Alex Rosen, Vorsitzender der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung IPPNW e.V. ergänzt: "Wir werden die Energieanforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mit Technologien des 19. und 20. Jahrhunderts lösen können. Fossile und nukleare Energieerzeugung verursachen drastische Gesundheitsschäden und teure Gesundheits- und Umweltkosten, die auf die Gesellschaft und zukünftige Generationen externalisiert werden. Erneuerbare Energieerzeugung, Energieeffizienz und eine nachhaltige Umstellung unseres Lebensstils sind die Maßnahmen, in die jetzt investiert werden müsste. Stattdessen werden über Jahrhunderte gewachsene Ökosysteme wie der Hambacher Forst zerstört, nur um noch mehr Kohle abzubauen. Die Politik muss diesem unverantwortlichen Irrsinn einen Riegel vorschieben - im Interesse unserer Umwelt, unseres Klimas und der öffentlichen Gesundheit."

"Wir fordern die NRW-Landesregierung sowie die Bundesregierung dazu auf, die Gesundheit ihrer Bürger*innen als höchste Priorität anzusehen und den Wunsch der gesellschaftlichen Mehrheit nach einem Kohleausstieg über kurzsichtige Konzerninteressen zu stellen. Dies bedeutet die Räumung und Rodung des Hambacher Forsts sofort zu stoppen und noch 2018 die schädlichsten Kohlekraftwerke (u.a. Neurath, Niederaussem, Janschwalde) abzuschalten" so Stephanie Sebastiampillai, Medizinstudentin und Mitglied der Gruppe.

Mit der Forderung nach „Klimagerechtigkeit" solidarisiert sich die Gruppe explizit mit den Hauptbetroffenen des Klimawandels im globalen Süden, sowie mit allen emanzipatorischen Kämpfen in den Kohleabbauregionen der Welt, vom Rheinland über die Appalachen bis Nordkolumbien und Südafrika.

Weitere gesundheitliche und energiepolitische Hintergründe sind dem Positionspapier der Gruppe, das von vielen Organisationen aus dem Gesundheits- und Umweltsektor unterstützt wurde, zu entnehmen.

Pressekontakt: Stephanie Sebastiampillai +49 163 3703279

Kontakt: gesundesklima_kritmed[at]riseup.net
Website: https://www.facebook.com/AGKlimawandelundGesundheit/ https://kritmedbonn.wordpress.com/gesundheitspolitik/ag-klimawandel-gesundheit/
Twitter: @Gesundes_Klima

Foto:  Foto: Aktionsgruppe Gesundes Klima der Kritischen Mediziner*innen

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