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„(Drohnen)Krieg gegen den Terror“ beenden

12 Jahre Terroranschläge vom 11. September

Drohnenfernsteuerung, Irak, August 2007, Foto: Master Sergeant Steve Horton
11.09.2013

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW fordert anlässlich des Jahrestages des 11. September 2001 ein Ende des sogenannten „Krieges gegen den Terror“. Laut dem IPPNW-Report "Body Count" kosteten allein die militärischen Interventionen im Irak, Afghanistan und Pakistan bis zu 1,7 Millionen Menschen das Leben. Beendet werden muss nach Ansicht der Ärzteorganisation auch der „Drohnenkrieg“, den Barack Obama seit seinem Amtsantritt deutlich intensiviert hat. „Wir fordern die völkerrechtliche Ächtung bewaffneter Drohnen und appellieren an die Bundesregierung, auf den Ankauf von Drohnen zu verzichten“, erklärt die IPPNW-Vorsitzende Susanne Grabenhorst.

Laut Medienberichten haben die USA der Bundesregierung vier Drohnen vom Typ "Predator" angeboten. Die Fluggeräte sind zwar unbewaffnet, können aber zu Kampfdrohnen aufgerüstet werden. Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat sich in der Vergangenheit mehrmals dafür ausgesprochen, Kampfdrohnen zu beschaffen.

Der Einsatz von „Kampfdrohnen“, der unter anderem der „gezielten Tötung“ von Terrorverdächtigen dient, ist nicht nur eine rechtswidrige Exekution ohne Gerichtsverfahren, sondern senkt auch die politische Hemmschwelle für militärische Interventionen. Häufig kommen bei den Einsätzen unbewaffnete Zivilisten und Kinder ums Leben. Laut einer Studie von Medact (britische IPPNW-Sektion) töteten Kampfdrohnen seit 2001 zwischen 3.000 und 4.500 Menschen in Pakistan, im Jemen und in Somalia.

Für die Menschen in den betroffenen Ländern sind zudem die psychologischen Folgen dieser Kriegsführung gravierend. In Pakistan etwa setzte die Obama-Regierung (von 2004 bis März 2013) nach Angaben des britischen „Bureau of Investigative Journalism“  insgesamt 314 Mal unbemannte Flugkörper zu Angriffen ein. Zum Teil sind die Drohnen 24 Stunden im Einsatz und überfliegen ihr Zielgebiet flächendeckend. Das hat gravierende Folgen: Die Menschen in den Kampfgebieten leben in einer Situation permanenter Unsicherheit, sie fühlen sich zu keiner Zeit und an keinem Ort mehr sicher, insbesondere Kinder leiden unter Angst und Schlafstörungen. Unter der ununterbrochenen unsichtbaren Bedrohung aus der Luft trauten sich Kinder und Jugendliche nicht mehr in die Schule oder zu Impfprogrammen, Erwachsene nicht zu den traditionellen Versammlungen, den so genannten „Jirgas“.

Medact berichtet in der Studie außerdem von Fällen, in denen Menschen, die den Verletzten eines Drohnenangriffs Hilfe leisten wollten, selbst Opfer eines zweiten Angriffs wurden. Eine derartige Kampfpraxis, bei der Helfer, etwa Sanitätspersonal oder ärztliches Personal, gefährdet werden, ist inakzeptabel und eine Missachtung des humanitären Völkerrechts.

Den Medact-Report „Drones: the physical and psychological implications of a global theatre of war“ vom Oktober 2012 finden Sie unter http://www.medact.org/content/wmd_and_conflict/medact_drones_WEB.pdf

Sie finden den Report "Body Count - Opferzahlen nach 10 Jahren Krieg gegen den Terror" unter http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Body_Count_Opferzahlen2012.pdf
 
Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: wilmen[at]ippnw.de

Foto: Drohnenfernsteuerung, Irak, August 2007, Foto: Master Sergeant Steve Horton

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