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Aus dem Atomenergie-Newsletter

Tokyo 2020

Die radioaktivem Olympischen Spiele

Radioaktive Olympische Spiele (c) Alex Rosen
16.07.2018

Japan lädt die Sportler der Welt zu sich ein: 2020 sollen die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden. Wir hoffen auf friedliche und faire Spiele. Gleichzeitig sind wir besorgt, denn auch in der Hauptstadt der Präfektur Fukushima sind olympische Wettkämpfe geplant: Baseball und Softball-Spiele sollen in Fukushima Stadt ausgetragen werden – 50 km vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi entfernt. 2011 kam es dort zu einem mehrfachen Super-GAU. Radioaktive Wolken verstrahlten damals Japan und den umliegenden Ozean - vergleichbar nur mit dem Super-GAU in Tschernobyl.

Die ökologischen und sozialen Folgen sind in Japan weithin sichtbar: Entwurzelte Familien, ausgestorbene Evakuierungszonen, hunderttausende Säcke mit verstrahlter Erde, verseuchte Wälder, Flüsse und Seen. Es herrscht weiter keine Normalität in Japan.

Die havarierten Reaktoren sind noch längst nicht außer Gefahr. Von ihnen geht
eine anhaltende Strahlenbelastung aus; jeden Tag nimmt die radioaktive Kontamination von Meer, Luft und Boden zu. Große Mengen an radioaktivem Material befinden sich weiterhin in den havarierten Reaktorgebäuden, während auf dem Kraftwerksgelände radioaktive Materialien unter freiem Himmel gelagert werden. Dieser Zustand stellt im Fall eines erneuten Erdbebens eine große Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Die Atomkatastrophe dauert an. Es gibt keine Entwarnung.

Anlässlich der Olympischen Spiele in Japan 2020 organisiert die deutsche IPPNW eine internationale Kampagne. Die Sorge ist, dass SportlerInnen und BesucherInnen durch die Kontamination in der Region Fukushima gefährdet werden. Dies gilt insbesondere für Menschen mit erhöhter Strahlensensibilität, für Schwangere und Kinder.

Nach Schätzung der japanischen Regierung werden die Olympischen Spiele am Ende mehr als 12 Milliarden € kosten. Gleichzeitig droht die japanische Regierung damit, die Unterstützungsleistungen für alle nicht rückkehrwilligen Evakuierten zu streichen.

Internationale Regelungen sehen vor, dass die Bevölkerung nach einem Atomunfall lediglich 1 mSv zusätzlicher Strahlung pro Jahr ausgesetzt werden darf. In den rückbesiedelten Gebieten in Fukushima wird der Bevölkerung jedoch eine Strahlendosis zugemutet, die bis zu 20 Mal höher liegt (bis 20 mSv). Selbst Ortschaften, die bereits dekontaminiert wurden, können durch Wind und Wetter jederzeit erneut verstrahlt werden, denn Wälder und Berge stellen ein Reservoir dar.

Die Kampagne soll thematisieren, dass es weiterhin weltweit kein Endlager gibt, in dem die giftigen Hinterlassenschaften der Atomindustrie angemessen sicher verwahrt werden können.

Die mediale Aufmerksamkeit der Olympischen Spiele soll genutzt werden, um Initiativen zum Atomausstieg in Japan zu unterstützen und die weltweite Energiewende zu propagieren: weg von fossilen und nuklearen Brennstoffen und hin zu erneuerbaren Energien.

Ziel ist es, eine erhöhte Aufmerksamkeit dafür zu erreichen, wie politische Repräsentanten in aller Welt in den militärisch-industriellen Komplex verstrickt sind.

Die IPPNW sagt Nein zu dem Versuch der Japanischen Regierung, der Weltöffentlichkeit Normalität in den verstrahlten Gebieten vorzuspielen.

Interessierte Privatpersonen und Organisationen können sich bei über die E-mail Adresse olympia2020[at]ippnw.de beim Organisationsteam melden.

Foto: Radioaktive Olympische Spiele (c) Alex Rosen

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