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Für ein Ende aller Kriege in Nahost!

Friedensfahrradtour zwischen den Botschaften der USA und des Iran

28.10.2019 Mit einer Friedensfahrradtour zwischen den Botschaften der USA, des Iran, Saudi-Arabiens und der Türkei hat ein breites Bündnis von Friedensorganisationen am Samstag in Berlin ein Zeichen gegen Krieg und für Frieden gesetzt. Die etwa 100 Teilnehmer*innen fuhren die mehr als 13 Kilometer mit "Kein Krieg gegen den Iran"-Flaggen und "Pace"-Fahnen quer durch die Stadt, vom Brandenburger Tor über den Tiergarten bis nach Dahlem. Die Veranstalter*innen, darunter die IPPNW, die DFG-VK und das Netzwerk Friedenskooperative forderten die Bundesregierung auf, alles zu tun, um die Kriege im Nahen Osten zu beenden und weitere zu verhindern.

Der völkerrechtswidrige Überfall auf kurdische Siedlungsgebiete in Nordsyrien haben zwischen 120.000 und 190.000 Menschen in die Flucht getrieben. Und immer noch drohe ein Krieg gegen den Iran. Sowohl der gegenwärtige Einmarsch in Syrien als auch ein drohender Krieg gegen den Iran seien geeignet, die gesamte Region für einen längeren Zeitraum ins Chaos zu stürzen - mit schwerwiegenden Folgen für den Frieden in der Welt.

Die Aktion startete vor der US-amerikanischen Botschaft am Pariser Platz mit einer Straßentheateraktion. US-Präsident Donald Trump drohte mit einer Atombombe, der iranische Präsident Hassan Rohani mit einer Uranzentrifuge. Angela Merkel, Emmanuel Macron und Boris Johnson, Wladimir Putin und Xi Jinping versuchten mit Hilfe des Iran-Atomabkommens zu vermitteln. Erst als Friedensaktivist*innen in das Geschehen eingriffen, gelang es, Donald Trump zur Unterschrift zu bewegen. Mit dem pantomimischen Theater verliehen die Veranstalter*innen symbolisch ihrer Forderung nach einer Einhaltung bzw. Rückkehr zum Iran-Atomabkommen Ausdruck.

Vor dem Bundeskanzleramt übergaben die Friedensaktivist*innen 13.740 Unterschriften „Kein Krieg gegen Iran - Verhandeln statt eskalieren!“ an die Bundestagsabgeordnete Sevim Dağdelen. In ihrer Rede verurteilte sie die Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und die Türkei und dankte den Aktivist*innen für ihr Engagement. Sie versprach die Forderungen im Bundestag einzubringen. Vertreter*innen der anderen Fraktionen, die ebenfalls zu der Aktion eingeladen worden waren, hatten abgesagt.

Anschließend fuhren die Radler*innen weiter zur türkischen Botschaft, wo Gerd Kauschat von der Kampagne "Macht Frieden - Zivile Lösungen für Syrien" ein kurze Rede hielt. Er kritisierte, dass Gewalt und Vertreibung, die in den meisten Teilen Syriens nach dem weitgehenden militärischen Sieg gegen den IS und andere jihadistische Gruppen überwunden schienen, nun in den Norden Syriens zurückkehrten. Tatsächlich seien diese Ereignisse in Nordsyrien aber nicht nur die Tat von Erdogan, sondern eben auch Folge einer heuchlerischen westlichen Politik.

Von der türkischen Botschaft ging es weiter zur Botschaft Saudi-Arabiens. Dort erklärte Max Weber von der Ev. Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden: "Wir fordern ein umfassendes und zeitlich nicht befristetes Rüstungsexportverbot gegenüber allen Mitgliedern der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen. Und dieses Verbot muss solange gelten, wie diese Länder am bewaffneten Konflikt beteiligt sind oder die Gefahr besteht, dass auch deutsche Rüstungsgüter zu Menschen- und Völkerrechtsverletzungen im Jemen beitragen."

Die Friedensfahrradtour endete mit einer erneuten Straßentheateraktion vor dem iranischen Botschaft in Berlin-Dahlem. Dort sprach Farhad Fardjad von der iranischen Friedensinitiative. Er kritisierte die Sanktionen gegen den Iran und die Aufkündigung des Iran-Atomabkommens durch die USA aufs Schärfste. Zum Abschluss verlas Yannick Kiesel von den Naturfreunden Deutschlands noch einen Brief von Florian von der Fahrradbande der "BUNDJugend", der im April dieses Jahres mit dem Fahrrad über Zentralasien bis in den Iran gefahren ist und sich derzeit auf dem Rückweg befindet. In dem Brief heißt es: "Egal ob Türkei, Russland, Turkmenistan, Iran oder sonst wo: Die Leute vor Ort sehen in mir einen Menschen, der Hunger oder Durst hat, einen Schlafplatz oder sonstige Unterstützung benötigt. Ihnen war es so egal wo ich herkomme, wie ich aussehe. Sie haben mir einfach geholfen. Sie haben mich in ihren Betten schlafen lassen und ihr Abendessen mit mir geteilt. Nie wollten sie eine Gegenleistung dafür. Bei dieser ganzen Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft und Menschlichkeit die ich erleben durfte und noch immer erlebe frage ich mich: Wie kann auch nur ein Mensch einen Krieg wollen? Menschen wollen kein Krieg. Es sind die Regierungen, die Politiker*innen die ihn wollen. Und sie wollen ihn nicht, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Es geht einzig und alleine um Macht und wirtschaftliche Interessen. Not in my name. Liebe Bundesregierung. Ich fordere euch auf alles zu tun um einen Krieg mit dem Iran zu verhindern. Kein Krieg mit dem Iran".

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