IPPNW-Aufruf

Waffenstillstand und Friedensverhandlungen für die Ukraine – jetzt!

ktionen zum Jahrestag des russischen Angriffskrieges

Wir verurteilen den russischen Angriffskrieg, der täglich ungeheures Leid, Tod und Zerstörung in der in der Ukraine verursacht. Mit jedem Tag, den der Krieg länger dauert, kommen mehr Menschen ums Leben, fliehen oder werden körperlich verletzt oder psychisch traumatisiert. Mit jedem Tag entfesselt sich die Kriegslogik weiter.

Jeder Kriegstag verschärft zudem das Risiko des Einsatzes von Atomwaffen, auch als Folge von Missverständnissen oder Unfällen. Die Praxis der nuklearen Abschreckung kann in einer angespannten Lage wie dem Ukrainekrieg in eine Eskalationsspirale münden bis hin zum Atomkrieg. Mit der Fortführung des Krieges wird zudem eine atomare Katastrophe durch Artilleriebeschuss der Atomkraftwerke von Saporischschja in Kauf genommen.

Wir Ärztinnen und Ärzte stehen für das Leben und wollen Leid verhindern. Wir stehen den Opfern dieses Krieges mit allen zivilen Mitteln bei und unterstützen diejenigen, die die Logik des Krieges ablehnen und sich für Gewaltlosigkeit entscheiden - wie beispielsweise Deserteure und Kriegsdienstverweigerer.

Der völkerrechtswidrige Einmarsch Russlands in die Ukraine hat sich zu einem globalen Konflikt zwischen den Militärblöcken mit dramatischen Folgen für das Leben und die Zukunft des ukrainischen und des russischen Volkes sowie für ganz Europa entwickelt. Darüber hinaus sind Nahrungsmittelknappheit, Hunger und Armut Folgen für die mittelbar Betroffenen, vor allem im Globalen Süden.

Die Verantwortung für den Krieg trägt die russische Regierung. Die NATO-Staaten haben  durch die Osterweiterung, die Aufkündigung von Abrüstungs- und Rüstungskontrollverträgen sowie eigene Verstöße gegen das Völkerrecht eine Mitverantwortung für die seit den 90er-Jahren zunehmenden Spannungen zwischen Russland und der NATO. Die massive Aufrüstung auf allen Seiten muss ein Ende finden.

Waffenlieferungen können den Krieg nicht beenden. Wir brauchen jetzt einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen für ein Ende des Krieges. Er hat auf beiden Seiten bereits inakzeptabel viele Opfer gekostet. Daher müssen alle Mittel und Wege der Diplomatie eingesetzt werden, um die Kriegsparteien für einen gerechten Frieden an den Verhandlungstisch zu bringen.

Den Frieden gewinnen, nicht den Krieg.

  • Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen im Sinne von friedenslogischem Denken unter Einbeziehung aller relevanten Akteur*innen. Dazu sind weitere diplomatische Initiativen durch die deutsche Bundesregierung, die EU, die Vereinten Nationen, die OSZE und andere notwendig.
  • Wir fordern von der russischen Regierung, die Bombardierung ziviler Ziele und ziviler Infrastruktur in der Ukraine sofort einzustellen. Sie stellen einen Verstoß gegen die Genfer Konvention dar.
  • Wir fordern die Atommächte Russland und die USA sowie die NATO auf, in einer verbindlichen Erklärung auf einen Einsatz von Atomwaffen im Ukrainekrieg zu verzichten.
  • Wir fordern von der Bundesregierung - unabhängig von der völkerrechtlichen Verantwortung für den Krieg - Brücken zu bauen, damit ein Waffenstillstand ermöglicht wird, der die Grundlage für eine diplomatische Lösung bildet.
  • Die Bundesregierung muss alles zu tun, um einen Atomkrieg zu verhindern. Dazu gehört das Ende der nuklearen Teilhabe sowie ein deutscher Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag.


Werdet aktiv für eine friedlichere Welt!


Die IPPNW ruft für das Wochenende vom 24. bis zum 26. Februar 2023 zu gewaltfreien und vielfältigen Protesten auf. Die Gewaltspirale muss durchbrochen werden: Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen, ein Ende des  russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Das Aufrüstungsprogramm der Bundesregierung lehnen wir ab. Wir können den Kampf gegen die Klimakrise nur gewinnen, wenn wir international zusammenarbeiten statt global aufzurüsten.



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IPPNW-Academy 2023

Mitmachen!

Kein Krieg Nutzen Sie unsere Aktionsmaterialien zur Bestellung oder zum Ausdrucken. Weitere Bundesweite Mahnwachen und Demonstrationen finden Sie beim Netzwerk Friedenskooperative.

Reden von IPPNW-Mitgliedern:

01.10.2022 Ralph Urban, Hamburg
01.10.2022 Christoph Krämer, Berlin
01.10.2022 Matthias Jochheim, Frankfurt
01.10.2022 Dr. Helmut Lohrer, Stuttgart
01.10.2022 Dr. Ingrid Pfanzelt, München
18.04.2022 Dr. Elisabeth Heyn, Nürnberg
17.04.2022 Ernst-Ludwig Iskenius, Neuruppin
13.03.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin | Youtube | PDF
13.03.2022 Dr. Inga Blum
13.03.2022 Ralph Urban
04.03.2022 Dr. Sabine Farrouh, Offenbach
27.02.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
26.02.2022 Ute Rippel-Lau, Hamburg

Fotos von der Kundgebung Atomkrieg verhindern in Hamburg

Hintergrundinformationen

Waffenstillstand und Frieden für die Ukraine
IPPNW-Papier: Überblick über bestehende Vorschläge und mögliche Schritte, den Krieg in der Ukraine durch Diplomatie statt durch Waffen zu beenden

"Schmutzige Bombe"
IPPNW-Information zu radiologischen Dispersionwaffen

Hyperschallkriege
Recherche von Ralph Urban zum neuen Wettrüsten mit Hyperschallwaffen (Forum 169/2022)

Risiko eines Atomkriegs aus Versehen
Mehr unter: atomkrieg-aus-versehen.de

Vertragsentwürfe zu Sicherheitsgarantien
Das russische Außenministerium hat am 17. Dezember 2021 Vertragsentwürfe für gegenseitige Sicherheitsgarantien zwischen Russland und der NATO sowie zwischen Russland und den USA vorgelegt. Das Ostinstitut Wismar hat die russischen Vertragsentwürfe in einer inoffiziellen deutschen Übersetzung veröffentlich. Die Antwort der NATO an Russland wurde bisher nicht veröffentlicht.

Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

Materialien


Krieg in der Ukraine - Frieden in Europa nur mit ziviler Konfliktbearbeitung

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