Suche
Spenden
Menü
IPPNW-Pressemitteilung vom 21. Februar 2022

Friedensnobelpreisträgerorganisation fordert Moratorium

Münchner Sicherheitskonferenz

Die Friedensnobelpreisträgerorganisation IPPNW fordert nach der Münchener Sicherheitskonferenz konkrete Schritte zur nachhaltigen Lösung des Konfliktes zwischen der NATO und Russland im Sinne von Entspannungspolitik und Deeskalation.

Die Ärzt*innenorganisation spricht sich für ein Moratorium der Aufnahme weiterer NATO-Staaten aus. Außerdem sei eine Konferenz für Gemeinsame Sicherheit und Kooperation notwendig, um über eine neue europäische Sicherheitsarchitektur sowie Kooperation beim Klimaschutz zu verhandeln. Bundeskanzler Olaf Scholz betonte bei seinem Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin über die Frage zur Aufnahme der Ukraine in die NATO, dieses Thema stehe in ihrer beider Amtszeit nicht auf der Tagesordnung. Auf europäischer Ebene könnte die „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ ein Forum für Prävention und Dialog bieten.

Um den gefährlichen Konflikt zu deeskalieren, müssten zudem Waffenlieferungen, Manöver und Truppenverlegungen auf beiden Seiten sofort beendet werden. Zudem sollten verstärkte Bemühungen unternommen werden, das Minsk-II Abkommen umzusetzen. Russland müsste den Abzug der Söldner veranlassen, die die Separatisten im Donbass unterstützen und die militärische Unterstützung der Separatisten beenden, damit die Ukraine dort unter Beobachtung der OSZE Regionalwahlen durchführen kann.

Die westliche Staatengemeinschaft trägt an dem Versagen des Aufbaus einer belastbaren Friedensordnung seit 1990 eine Mitverantwortung, indem sie Russland die gleichberechtigte Mitwirkung an einer gesamteuropäischen Neuordnung vorenthielt. Es stünde der NATO und ihren Mitgliedstaaten daher gut zu Gesicht, hier den ersten Schritt zu machen. Botschafter Wolfgang Ischinger, MSC-Vorsitzender brachte das am 14. Februar 2020 auf einer Bundespressekonferenz auf den Punkt: „Der Westen hat gute Gründe, über eigene gemachte Fehler nachzudenken. Warum man 2007 nicht ernster genommen hat, was damals von Wladimir Putin vorgetragen wurde. Warum man 2008 den Vorstoß der amerikanischen Regierung [zur Eröffnung einer NATO-Beitrittsperspektive für die Ukraine und Georgien] nicht noch viel vehementer zurückgewiesen hat, nämlich – aus russischer Sicht – einer roten Linie.“

Am Freitag veröffentlichte der Spiegel einen Bericht über einen Aktenfund von 1991, der den russischen Vorwurf stützt, die Nato-Osterweiterung verstoße gegen westliche Zusagen nach dem Mauerfall. Wie das Dokument belegt, stimmten Briten, Amerikaner, Deutsche und Franzosen überein, dass eine Nato-Mitgliedschaft der Osteuropäer »inakzeptabel« sei. Der US-Politikwissenschaftler Joshua Shifrinson hatte das ursprünglich als »secret« eingestufte Dokument entdeckt. Es stammt von einem Treffen der politischen Direktoren der Außenministerien der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands in Bonn am 6. März 1991.



 

Die IPPNW hat zwei Appelle zum NATO-Russlandkonflikt mit auf den Weg gebracht:

Appell von IPPNW und IALANA "Diplomatie statt Kriegsvorbereitung"

Internationaler medizinischer Appell "Kein Krieg in Europa!"

 

Die IPPNW nimmt in der Pressemitteilung Bezug auf die Vorschläge von Andreas Zumach in seinem Vortrag "Auswege aus der Konfrontation mit Russland" auf der Münchner Friedenskonferenz, Video
(Ab Minute 4:28:50)

 

Kontakt:

Lara-Marie Krauße (IPPNW), Tel.: 030 698074-15, E-Mail: krausse[at]ippnw.de 

zurück

Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

Hintergrundinformationen

IPPNW-Policy-Paper
Spannungsabbau und Risikoreduktion. Für konventionelle und nukleare Abrüstung.
Herunterladen | Bestellen


Ärzt*innen warnen vor dem Atomkrieg
Papier über die humanitären Folgen eines Atomkrieges sowie eines kon­ventionellen Krieges in der Ukraine. PDF Download | Im Shop bestellen


Erklärungen der IPPNW
Hamburger Erklärung: Im Sturm den Friedenskurs halten (2022) | Download
Resolution: Am IPPNW-Friedenskurs festhalten (2023) | Download

Mittelstreckenraketen
IPPNW-Information zur geplanten Stationierung in Deutschland

"Schmutzige Bombe"

IPPNW-Information zu radiologischen Dispersionwaffen

Hyperschallkriege
Recherche von Ralph Urban zum neuen Wettrüsten mit Hyperschallwaffen (Forum 169/2022)

Risiko eines Atomkriegs aus Versehen
Mehr unter: atomkrieg-aus-versehen.de

Vertragsentwürfe zu Sicherheitsgarantien
Das russische Außenministerium hat am 17. Dezember 2021 Vertragsentwürfe für gegenseitige Sicherheitsgarantien zwischen Russland und der NATO sowie zwischen Russland und den USA vorgelegt. Das Ostinstitut Wismar hat die russischen Vertragsentwürfe in einer inoffiziellen deutschen Übersetzung veröffentlich. Die Antwort der NATO an Russland wurde bisher nicht veröffentlicht.

Mitmachen!

Überblick über bundesweite Veranstaltungen beim Netzwerk Friedenskooperative. 
Bestellen Sie Aktionsmaterialien: shop.ippnw.de

Reden von IPPNW-Mitgliedern*:

23.02.2024 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
10.04.2023 Ute Rippel-Lau, Hamburg
10.04.2023 Dr. Inga Blum, Hamburg
10.04.2023 Matthias Jochheim, Frankfurt
09.04.2023 Werner Strahl, Essen
08.04.2023 Ralf Urban, Wedel
08.04.2023 Odette Klepper, Düren
08.04.2023 Siegfried Lauinger, Kiel
08.04.2023 Angelika Claußen, Bielefeld
08.04.2023 Dr. Helmut Lohrer, Freudenstadt
01.10.2022 Ralph Urban, Hamburg
01.10.2022 Christoph Krämer, Berlin
01.10.2022 Matthias Jochheim, Frankfurt
01.10.2022 Dr. Helmut Lohrer, Stuttgart
18.04.2022 Dr. Elisabeth Heyn, Nürnberg
17.04.2022 Ernst-Ludwig Iskenius, Neuruppin
13.03.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin | Youtube
13.03.2022 Dr. Inga Blum
13.03.2022 Ralph Urban
04.03.2022 Dr. Sabine Farrouh, Offenbach
27.02.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
26.02.2022 Ute Rippel-Lau, Hamburg

* Die Redebeiträge sind persönliche Texte der Redner*innen und spiegeln nicht unbedingt die Meinung der IPPNW bzw. des Vorstandes der IPPNW wider.

Fotos von der Kundgebung Atomkrieg verhindern in Hamburg

Navigation