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Stellungnahme der Internationalen IPPNW vom 8.2.12

Militärische Interventionen verhindern nicht die Verbreitung von Atomtechnologie

Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) sprechen sich strikt gegen jegliche Art militärischer Intervention gegen iranische Atomanlagen aus. Angriffe auf iranische Einrichtungen hätten eine weiträumige Verwüstung zur Folge, würden das Risiko einer Weiterverbreitung der Atomtechnologie erhöhen und die Chancen für Frieden in der Region blockieren.

Die IPPNW mahnt alle Nationen – im besonderen Israel und die Vereinigten Staaten – Abstand zu nehmen von der Planung militärischer Schläge gegen den Iran und mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um mittels diplomatischer und gewaltfreier Wege, die immer noch offen stehen, die berechtigten Bedenken, dass Iran ein Atomwaffenprogramm hat, aufzulösen.

IPPNW fordert den Iran außerdem dazu auf, wieder vollständige und transparente Beziehungen mit der IAEA herzustellen und den Inspektoren der IAEA umfassenden Zugang und alle benötigten Informationen zu geben, um vor der internationalen Gemeinschaft sicherzustellen, dass der Iran in Übereinstimmung mit seinen aus dem Atomwaffensperrvertrag resultierenden Verpflichtungen handelt und nicht an der Entwicklung von Atomwaffen arbeitet.

Ein israelischer Militärschlag gegen iranische Einrichtungen, mit oder ohne Unterstützung der USA und ihrer Verbündeten, würde mit großer Sicherheit gewalttätige Vergeltungsschläge provozieren und möglicherweise eine erhebliche Freisetzung von Radioaktivität zur Folge haben. Die humanitären Kosten wären enorm und würden Frieden und Sicherheit regional und international bedrohen. Solch ein Konflikt könnte in einen regionalen Krieg eskalieren und am Ende zum tatsächlichen Einsatz von Atomwaffen führen – genau das, was die Weltgemeinschaft unbedingt verhindern sollte.

Es gibt nirgendwo in der Welt eine militärische Lösung für das Problem der Weiterverbreitung von Atomwaffen, ganz besonders nicht im Mittleren Osten.

Die IPPNW unterstützt regionale und internationale Bemühungen zu Verhandlungen über die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone im Mittleren Osten und hält alle Staaten der Region, einschließlich Israel und Iran, dringend dazu an, in gutem Glauben an der von Finnland ausgerichteten und von den Vereinten Nationen unterstützten Konferenz teilzunehmen, auf der die Grundlagen für solch eine Vereinbarung erarbeitet werden sollen.

Der einzige Weg sicherzustellen, dass Atomwaffen nie wieder zum Einsatz kommen, sind Verhandlungen und die Verabschiedung einer Nuklearwaffenkonvention, mittels derer alle noch existierenden Atomwaffen vernichtet werden und die alle Staaten zukünftig am Erwerb oder der Wiederbeschaffung von Atomwaffen hindert.

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