Für Atomausstieg und Energiewende "in Bürgerhand"

Die IPPNW fordert den vollständigen Ausstieg aus der Atomenergie, da sie eine nicht hinnehmbare Gefahr für Umwelt und Gesundheit darstellt. Der für den Betrieb von Atomkraftwerken notwendige Uranbergbau verwandelt Landschaften in atomare Wüsten und kontaminiert die Lebensräume von Millionen Menschen. Hinzu kommen das nicht hinnehmbare Risiko einer Atomkatastrophe wie in Tschernobyl oder Fukushima, die erhöhten Krebsraten von Anwohnern und Personal selbst im Normalbetrieb, das Risiko der Weiterverbreitung von militärisch nutzbarer Atomtechnologie und die weltweit ungelösten Probleme des AKW-Rückbaus und der Lagerung von Atommüll. Anstelle von Großkraftwerken in der Hand einiger weniger Energiekonzerne fordert die IPPNW eine dezentrale Energieversorgung in Bürgerhand auf der Basis von 100% erneuerbarer Energiegewinnung, Energieeffizienzmaßnahmen und Energiesparen. Energiepolitik ist immer auch Friedenspolitik, denn durch eine dezentrale Energiewirtschaft und Energieautonomie werden Ressourcenkriege verhinderbar.

 

Unsere Schwerpunkte

Die gesundheitlichen Folgen von Fukushima

Die Ärzteorganisation IPPNW rechnet in Japan mit bis zu 16.800 zusätzlichen Krebserkrankungen und bis zu 9.100 zusätzliche Krebstodesfällen infolge der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima. Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO und der Wissenschaftliche Ausschuss der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung UNSCEAR hingegen verharmlosen systematisch das tatsächliche Ausmaß der gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophe.

Weitere Informationen über die gesundheitlichen Auswirkungen der atomaren Katastrophe

IPPNW aktuell zu Fukushima vom März 2015

Atomenergie-Newsletter


Die gesundheitlichen Folgen von Tschernobyl

Die Ärzteorganisation IPPNW geht von mehreren Hunderttausend Krebserkrankungsfällen als Folge der Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl aus. Betroffen sind dabei nicht nur die  ca. 800.000 Liquidatoren, die für die Aufräumarbeiten rund um das havarierte Kraftwerk verantwortlich waren, sondern auch die Lokalbevölkerung in Russland, Weißrussland und der Ukraine, sowie die vielen vom radioaktivem Niederschlag betroffenen Menschen in ganz Europa.

Studie "Gesundheitliche Folgen von Tschernobyl und Fukushima"

Dokumentation der bisherigen IPPNW-Kongresse zu Tschernobyl


Die Gefahren ionisierender Strahlung

Bis vor wenigen Jahren beruhte die Erforschung der gesundheitlichen Wirkung von Radioaktivität ganz wesentlich auf den Daten der Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki. Dies hat - wie wir heute wissen - zu einer Unterschätzung des Strahlenrisikos geführt. In den letzten Jahren sind nun zahlreiche groß angelegte epidemiologische Studien veröffentlicht worden, die eine realistischere Risikoabschätzung ermöglichen. Die IPPNW hat die Ergebnisse dieser Forschung im sog "Ulmer Papier" anschaulich zusammengefasst.  

Ulmer Expertenpapier zu den Gefahren ionisierender Strahlung (deutsch)
Englisch ι Japanisch ι Russisch ι Spanisch

Gefahren durch Ionisierende Strahlung: Mediziner in der Verantwortung, Artikel im Ärzteblatt 2015


Die dezentrale Energiewende in Bürgerhand

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima wurde in Deutschland in einem breiten gesellschaftlichen Konsens der Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Weiterhin legte sich Deutschland, auf dem G7 Gipfel in Elmau auf einen Ausstieg aus fossilen Energieformen fest. Die tatsächliche Politik der Bundesregierung spricht jedoch eine andere Sprache. So sieht der Koalitionsvertrag nicht eine Beschleunigung, sondern eine Ausbremsung der Energiewende vor. Auch der enttäuschende Koalitionsbeschluss zur Klimaabgabe zeigt, dass die wesentlichen Impulse für eine echte Energiewende von der Bevölkerung selbst ausgehen muss.

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Weitere Informationen


Die Unzulänglichkeiten des atomaren Katastrophenschutzes

Was ist, wenn es mitten in Deutschland zum Super-GAU kommt? Deutschland ist katastrophal schlecht auf eine mögliche Atomkatastrophe vorbereitet. Allein die Versorgung der Bevölkerung mit Jodtabletten würde die Behörden vor unlösbare Probleme stellen. Im Katastrophenfall sieht sich die Bevölkerung zudem mit widersprüchlichen Empfehlungen konfrontiert.  Ein IPPNW-Hintergrundpapier zeigt die wesentlichen Mängel der deutschen Katastrophenschutzplanungen auf.

IPPNW-Empfehlung bei Atomreaktorunfällen zum Schutz der Schilddrüse mit  speziellen Jod-Tabletten (Jodblockade)

Scheinbare Sicherheit, nur auf dem Papier, IPPNW-Pressemitteilung vom 11.6.2014

Weitere Informationen im IPPNW-Hintergrundpapier zum Katastrophenschutz

 

Unsere Erfolge


Der deutsche Atomausstieg

Die beharrliche Aufklärungsarbeit der IPPNW zu den gesundheitlichen Gefahren der Atomenergie hat nach den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima mit dazu beigetragen, dass sich in Deutschland eine große Mehrheit der Bevölkerung gegen die Fortführung der atomaren Energiegewinnung ausspricht und Deutschland durch einen breiten gesellschaftlichen Konsens 2011 schließlich endgültig den Atomausstieg beschloss. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Partnerorganisationen, PolitikerInnen, AktivistInnen, Kirchenverbänden, Gewerkschaften und vielen, vielen Individuen, ist es unsd gelungen, eine der größten Industrienationen der Welt zu einem Verzicht auf die gefährliche Atomenergie zu bewegen.

Rede von Dr. Alex Rosen auf der Campact-Demonstration vom 26. März 2011

Noch acht Abschaltungen bis zum Atomausstieg, IPPNW-Pressemitteilung vom 26.6.2015


Die Studie zu Kinderkrebs um Atomkraftwerke

Im Dezember 2007 sorgte das Ergebnis einer Studie des Deutschen Kinderkrebsregisters in Mainz weltweit für Schlagzeilen: Je näher ein Kind an einem Atomkraftwerk wohnt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es an Krebs oder Leukämie erkrankt. Die sogenannte KiKK-Studie ist die aufwändigste und aussagekräftigste Studie, die zum Thema Krebserkrankungen um Atomkraftwerks weltweit durchgeführt wurde. Auf den Weg gebracht wurde die Studie maßgeblich durch den beharrlichen Druck der deutschen IPPNW

Weitere Informationen (IPPNW-aktuell "Kinderkrebs um Atomkraftwerke"

Leukaemia in young children living in the vicinity of German nuclear power plants, International Journal of Cancer 2008


Widerspruch gegen Veröffentlichungen der Atomlobby

Im wissenschaftlichen Diskurs um die Folgen der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima hat die IPPNW wieder und wieder kritische Analysen der Publikationen der Atomlobby veröffentlicht und sich klar auf die Seite der Menschen gestellt, die durch radioaktive Kontamination bedroht werden und um ihr Menschenrecht auf Gesundheit und das Leben in einer gesunden Umwelt betrogen werden. Mit ihren fundierten Kenntnissen der Materie, hat es die IPPNW geschafft, Desinformationen der Öffentlichkeit durch die Atomindustrie und ihre politische Verbündete wirksam entgegenzutreten und in Medien und Politik als respektierte Ärzteorganisation wahrgenommen zu werden.

IPPNW-Kommentar zum UNSCEAR-Bericht (englisch)

IPPNW affiliates criticize UNSCEAR report on Fukushima

3sat nano: Warum die Katastrophe von Fukushima verharmlost wird, 1.11.2013

Infobrief des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zum Bericht des UN-Ausschusses zur Untersuchung der Auswirkungen atomarer Strahlung vom 20. November 2014

Video-Statement von Dr. Alex Rosen

Siemens-Boykott

17 Jahre lang rief die IPPNW mit vielen anderen Organisationen zum Siemens-Boykott auf, bis der Elektroriese schließlich nach der atomaren Katastrophe von Fukushima erklärte, aus dem Atomgeschäft auszusteigen. 1994 hatte die IPPNW die Kampagne "Siemens-Ausstiegshilfe" gestartet. In einem persönlichen Gespräch in München erläuterten Vertreter der IPPNW dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden der Siemens AG, Dr. Hermann Franz, die Gründe für einen Boykott von Siemens-Produkten und die Forderung nach einem Ausstieg von Siemens aus dem Atomgeschäft. Zahllose IPPNW-Ärzte verzichteten darauf, Medizingeräte von Siemens zu kaufen. Parallel dazu riefen 1994 auch andere Anti-Atom-Gruppierungen zum Siemens-Boykott auf. Es kam zu einem Zusammenschluss im "Koordinationskreis Siemens-Boykott". Mit der Siemens AG stand die IPPNW über all die Jahre in einem kritischen Dialog.

Siemens aus Atomgeschäft ausgestiegen


Biblis-Klage der IPPNW

Die Ärzteorganisation IPPNW hat vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof seit 2008 auf Stilllegung des Atomkraftwerks Biblis B geklagt. Die jahrelangen Auseinandersetzungen führten zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den deutschen Atombehörden wie auch in der Öffentlichkeit um viele Dutzend schwerwiegende Sicherheitsdefizite. Mit einem Gutachten der Bundesatomaufsicht, der Bund-Länder-Nachrüstliste vom 3. September 2010 und einem Kriterienkatalog der Fachbeamten der Bundesatomaufsicht vom 16. März 2011 wurde scheibchenweise eingeräumt, welche Gefahren von Biblis B ausgingen.

IPPNW begrüßt endgültiges Aus für Biblis B

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Nukleare Kette
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Atommüllreport
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