Im Rahmen des Symposiums "Zivile Notfall- und Rettungsmedizin. Bevölkerungsschutz" an der Charité sollte eigentlich am 20. November 2025 Bundeswehr-Oberst Zimmermann im Kontext des Themenblocks "Zivile Verteidigung – Vorbereitung deutscher Krankenhäuser am Beispiel Berlin" über das Thema "Operationsplan Deutschland" sprechen.
Ein breites Bündnis von Organisationen aus dem Gesundheitsbereich hatte Proteste gegen diese Veranstaltung angekündigt, die beispielhaft für eine Militarisierung des Gesundheitswesens steht, wie sie derzeit geplant und vorbereitet wird. Vor dem Hintergrund der angekündigten Proteste wurde nun kurzfristig Oberst Zimmermann wieder vom Symposium an der Charité ausgeladen.
Hierzu Stella Ziegler von der Gesundheitsorganisation IPPNW: "Mit unserem Kundgebungsaufruf haben wir ein wichtiges Zeichen gegen die geplante Militarisierung des Gesundheitswesens gesetzt. Dass aufgrund der Ankündigung der Proteste der Bundeswehr-Oberst wieder aus der Charité ausgeladen wurde, zeigt: Protest wirkt."
Deutschlandweit ist der "Operationsplan Deutschland" das wichtigste Planungsdokument für die Zusammenarbeit von Militär und zivilen Infrastrukturen. Auf der Ebene des Berliner Gesundheitswesens werden diese Vorgaben u.a. weiterentwickelt im kürzlich fertiggestellten "Rahmenplan Zivile Verteidigung Krankenhäuser Berlin".
Maike Schmied, aktiv beim Berliner Bündnis "Gesundheit statt Profite", ergänzt: "Der sogenannte "Rahmenplan Krankenhäuser Berlin" wurde wegen angeblicher Sicherheitsbedenken geheimgehalten. Nachdem er nun öffentlich geworden ist, ist klar: Im Rahmenplan befinden sich keinerlei sicherheitsrelevante Informationen, wohl aber viele Planungen zur Einbindung, Vorbereitung und Unterwerfung des Gesundheitssystems unter militärische Erfordernisse. Wir als Gesundheitsarbeiter*innen wollen aber eine gerechte und angemessene Gesundheitsversorgung für alle Menschen. Wir fordern ein konsequentes Nein zum Krieg und zur Militarisierung unserer Arbeit und unserer Gesellschaft!"
Das Thema "Zivile Verteidigung" steht weiter auf der Agenda des Charité-Symposiums. Auch die Kundgebung vor dem Virchow-Klinikum der Charite gegen die Militarisierung des Gesundheitswesens am Donnerstag um 8:30 Uhr wird stattfinden.
Krisenfest statt kriegstüchtig!
Protestkundgebung gegen die Militarisierung des Gesundheitswesens
Do. 20.11.25 // 8:30 – 11:00 Uhr //
Charité Virchow Klinikum - U-Bahn Amrumer Straße
Der vollständige Aufruf zur Kundgebung am 20.11.25 findet sich u.a. hier: https://gesundheitohneprofite.noblogs.org/post/2025/11/15/krisenfest-statt-kriegstuchtig
Die ursprüngliche Pressemitteilung zur Kundgebung am 20.11.25 findet sich u.a. hier:
www.ippnw.de/frieden/militarisierung/artikel/de/krisenfest-statt-kriegstuechtig.html
Aufrufende Organisationen:
Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite | Verein demokratischer Ärzt*innen (VdÄÄ) |
Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkriegs - Ärzt*innen in sozialer Verantwortung (IPPNW) | Internationale der Kriegsdienstgegner*innen (IDK) | Kritische Medizin Berlin | Die Linke Berlin - Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheit und Pflege
[Bericht in der Berliner Zeitung] [Bericht im nd]
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