13.11.2025 Die IPPNW hat in Briefen an den Außenminister Johann Wadephul und den Menschenrechtsbeauftragten Lars Castellucci appelliert, die Bundesregierung möge sich an der Evakuierung und Behandlung von schwer verletzten Kindern aus Gaza in Deutschland beteiligen. Die Schweiz hat insgesamt 20 schwerverletzte Kinder aus dem Gazastreifen evakuiert. Eine zweite Operation zur Evakuierung von weiteren 13 Kindern und ihren Begleitpersonen wird derzeit vorbereitet. Alle Kinder haben schwere Kriegsverletzungen erlitten und benötigen spezialisierte medizinische Behandlungen.
Gleichzeitig begleiten auch Angehörige die Kinder in die Schweiz. Auch andere europäische Länder wie Italien und Spanien haben bereits verwundete und kranke Kinder aus dem Gazastreifen zur medizinischen Behandlung aufgenommen.
Mehrere deutsche Städte, darunter Hannover, Frankfurt, Düsseldorf, Leipzig, Bremen und Kiel, hatten im Sommer und Herbst 2025 angeboten, schwerverletzte und traumatisierte Kinder aus Gaza (und Israel) zur medizinischen Behandlung aufzunehmen. Dieses Angebot wurde jedoch von der Bundesregierung Mitte Oktober 2025 abgelehnt. Das Bundesinnenministerium begründete die Absage mit der weiterhin «unübersichtlichen und nicht berechenbaren Lage» im Gazastreifen und mit komplizierten administrativen Verfahren wie Identitätsprüfungen, Sicherheitsbewertungen und Fragen der Rückkehroptionen. Die WHO hatte am 23. Oktober 2025 hingegen an die Staatengemeinschaft appelliert, ihre Solidarität zu zeigen und alle Wege zu öffnen, um die medizinische Evakuierung zu beschleunigen.
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