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Enorm, 06.06.2017

"Wer kein Geld hat, stirbt"

Das Gesundheitssystem in Griechenland ist in katastrophalem Zustand. Hunderte Ärzte und andere Freiwillige wollen das ändern: Sie haben Solidarische Kliniken aufgebaut, behandeln kostenlos – und machen Druck auf die Politik

06.06.2017 Neulich hatte Chrissida Sarike wieder einen dieser „Oh-mein-Gott-Fälle“ auf dem Behandlungsstuhl sitzen. „Der Mann hatte einen dunklen Fleck am Zahnfleisch. Aber als ich ihn untersuchte, stellte ich fest, dass alle Zähne kaputt waren“, sagt die Zahnärztin. „Keine Ahnung, wie er das ausgehalten hat.“ Sie kippt ihre Hand zum Mund. Soll heißen: Vermutlich hat sich der Mann mit Ouzo betäubt. „Viele kommen erst, wenn sie die Schmerzen nicht mehr ertragen.“ Die 65-Jährige seufzt. Dann sortiert sie weiter Zahnsteinkratzer, Mundspiegel und Bohrer. Die Medizinerin schaut oft in Münder, die sie entsetzen: „Ich habe Patienten aus der Mittelschicht, die ihre Zähne immer gepflegt haben. Wenn sie jetzt eine Krone brauchen, sagen sie, reiß‘ den Zahn raus, ich kann mir keine Krone leisten.“

Mittelbayerische Zeitung, 31.05.2017

Zeit, Atomwaffen zu ächten!

Die Deutschen befürworten ein Verbot von Atomwaffen. Die Regierung findet dennoch Gründe, UN-Verhandlungen zu unterlaufen.

31.05.2017 Diese Woche ist die Menschheit dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt einen Schritt näher gekommen: Seit Montag liegt erstmals ein Vertragsentwurf zur Ächtung von Atomwaffen vor. Zwei Drittel aller Staaten der Welt, 132 an der Zahl, hatten für dieses Dokument bei Verhandlungen in New York im März dieses Jahres die Grundlage gelegt. In dem Vertragsentwurf weisen sie auf die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen hin und stellen unmissverständlich fest, dass jeglicher Einsatz dieser Waffen unvereinbar wäre mit dem Völkerrecht, insbesondere den Genfer Konventionen. Atomwaffen zu stationieren bedeutet, einen Massenmord an der Zivilbevölkerung eines anderen Staates anzudrohen.

Ärzteblatt, 23.05.2017

UN-Atomwaffenverbot: IPPNW bewertet Vertragsentwurf positiv

23.05.2017 Die ärztliche Friedensorganisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) hat den ersten offiziellen Vertragsentwurf für ein weltweites Atomwaffenverbot positiv bewertet. Am 22. Mai hatten die Vereinten Nationen (UN) den Entwurf nach einer Verhandlungsrunde in Genf vorgestellt. Er soll die Grundlage für die am 15. Juni beginnende zweite Verhandlungs­runde sein.

Kreiszeitung, 11.05.2017

Reaktion auf Krebsstudie von Bothel: Ärzte wollen mehr Kontrolle

Mit der Forderung nach einem erneuten Moratorium für alle Fracking-Maßnahmen und stärkeren Kontrollen der Gas- und Ölindustrie reagiert die Ärzteschaft der Regionalgruppe IPPNW auf die Analyseergebnisse aus der Botheler Krebsstudie

11.05.2017 Die Ärztegruppe um den Umweltmediziner Matthias Bantz hatte Anfang 2016 bundesweit für Aufsehen gesorgt, als sie sich in einem von mehr als 200 Kollegen unterzeichneten offenen Brief an die niedersächsische Landesregierung gewandt und mehr Geld und Studien für Aufklärungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Gefahren der Erdgasindustrie gefordert hatten.

Ärzteblatt, 09.05.2017

Arzt in Haft: Ärztliche Friedensorganisation ersucht Gabriel um Hilfe

09.05.2017 Die ärztliche Friedensorganisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel in einem Schreiben aufgefordert, sich für den inhaftierten Arzt Sedar Küni in der Türkei stark zu machen. Gabriel möge sich dafür einzusetzen, dass der Revisionspro­zess von Küni nach rechtsstaatlichen Grundsätzen geführt wird, hieß es. Küni, Arzt in Cizre und Vertreter der türkischen Menschenrechtsstiftung, ist am 24. April 2017 vom Strafgericht in Sirnak zu vier Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden.

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Video

"Hamburger Deklaration": Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs warnen vor Eskalation in der Ukraine
euronews.deutsch, 23.01.2023 
euronews.englisch, 23.01.2023

3sat NANO: Die grüne Krise
vom 12.12.2023
u. a. mit Dr. Angelika Claußen (IPPNW)

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