07.11.2012 Louay Hussein, Schriftsteller, Journalist und Präsident der Bewegung „Building the Syrian State“ und Mouna Ghanem, Ärztin und syrische Frauenrechtlerin haben anlässlich ihres Besuches in Berlin einen fundamentalen Wandel für Syrien gefordert. Die aktuelle Eskalation der Gewalt stehe einer wirklichen Demokratisierung Syriens entgegen. Die Bewegung „Building the Syrian State“ ist Teil der innersyrischen Opposition. Sie steht nicht unter dem Einfluss ausländischer Interessen und ist in Europa bisher kaum bekannt. Die Vertreter von „Building the Syrian State“ sind überzeugt, dass ein gewaltfreier Wandel in ihrem Land möglich ist. Dazu sei es aber notwendig, dass das Ausland nicht mehr wie bisher, vor allem die militanten Teile der Opposition unterstütze, weil dies dem friedlichen Prozess im Lande immer weniger Raum lasse.
Mouna Ghanem und Louay Hussein unterstützten ausdrücklich den im Februar des Jahres veröffentlichten IPPNW-Appell „Gewalt in Syrien stoppen – Krieg verhindern!“, in dem bereits davor gewarnt wurde, dass der Konflikt zunehmend den Charakter eines Stellvertreterkrieges annehme. Sie appellierten an die anwesenden Vertreter von Presse und Friedensbewegung zur Kenntnis zu nehmen, dass es in Syrien bereits seit vielen Jahren eine gewaltfreie Bewegung für einen politischen Wandel gibt. Angesichts der wachsenden Übermacht der militanten Kräfte, die Waffen und Ausrüstung aus dem Ausland für Milliardenbeträge beziehen würden, habe die gewaltfreie Opposition aber nur dann eine Chance, wenn die internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung auf sie umgelenkt werde.
Mit Blick auf Europa betonten Mouna Ghanem und Louay Hussein, sie sähen angesichts der widerstreitenden Großmachtinteressen, die in ihrem Land kollidieren, die ernste Gefahr einer Eskalation des Konflikts über die Region hinaus. Sie fürchten, dass Europa, das sie in vieler Hinsicht als positives Modell betrachten, in den kriegerischen Konflikt hineingezogen werden könnte. Selbst ohne eine offene westliche Militärintervention bestehe die Gefahr eines Flächenbrandes, der letztlich sogar in eine offene Konfrontation zwischen den atombewaffneten Großmächten münden könnte.
Den IPPNW-Appell "Gewalt in Syrien stoppen – Krieg verhindern!" vom Februar 2012 finden Sie unter http://www.ippnw.eu/en/prevention-of-war.html?expand=743&cHash=f2e33d3e2d (Englisch)
http://www.ippnw.de/aktiv-werden/kampagnen/syrien-aufruf.html (Deutsch)
Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: ippnw[at]ippnw.de
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