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Aus IPPNW-Forum 181/2025

Falsche Sicherheit

Waum Atombunker keine Lösung sind

Seit in Europa wieder ein Krieg wütet, ist die Nachfrage nach privaten Atombunkern sprunghaft gestiegen. Der Berliner Anbieter BSSD spricht von einem„Amazon-Fieber“, bei dem Kund*innen Schutzräume bestellen, als würden sie online einkaufen – ohne Beratung, ohne lange Überlegung. Auf den ersten Blick scheinen private Bunker eine sinnvolle Vorsorgemaßnahme. Anbieter werben mit Schutz vor Druckwellen, radioaktivem Fallout und autarker Energieversorgung. Der Gedanke, in einem abgesicherten Raum einer nuklearen Katastrophe zu trotzen, gibt vielen Menschen ein Gefühl der Kontrolle – doch wie realistisch ist das wirklich?

Die unmittelbare Zerstörungskraft einer Atombombe ist enorm. Im Zentrum der Detonation verdampft alles bei Temperaturen, die höher sind als die Oberfläche der Sonne. Selbst in mehreren Kilometern Entfernung wären Feuerstürme und Strahlenbelastung tödlich. Und die Vorwarnzeiten beim Einsatz von Atomwaffen sind kurz: Wer sich nicht bereits bei Alarm im Bunker befindet, wird kaum eine Chance haben, diesen rechtzeitig zu erreichen. Hinzu kommt, dass in einem Atomkrieg nicht davon auszugehen ist, dass in Ballungsräumen nur eine einzelne Atomwaffe explodiert. Vielmehr wären große Städte Ziel von multiplen Sprengköpfen, die in kurzen Abständen gezündet werden und sich in ihrer Zerstörungskraft vervielfachen würden.

Und was kommt danach?

Angenommen, man überlebt den Erstschlag in einem Schutzraum: Was passiert, wenn die Vorräte aufgebraucht sind und man den Bunker verlassen muss? Die Infrastruktur wäre weitgehend zerstört, medizinische Versorgung nicht mehr vorhanden, Wasserquellen kontaminiert. Ein nuklearer Fallout könnte große Landstriche unbewohnbar machen. Wer hinausgeht, setzt sich gefährlichen Strahlendosen aus.
Noch gravierender wären die weltweiten Klimafolgen eines Atomkrieges. Wissenschaftliche Studien warnen vor einem „nuklearen Winter“: Die infolge riesiger Brände in die Stratosphäre gelangende Asche und Staub würden die Sonneneinstrahlung so stark reduzieren, dass die Temperaturen weltweit um bis zu zehn Grad Celsius sinken würde und menschliches Leben in weiten Teilen des Planeten nicht mehr möglich wäre. Eine von der IPPNW publizierte Studie hat gezeigt, dass schon der Einsatz von nur 100 Atomwaffen in einem begrenzten Atomkrieg zu einem Temperaturabfall führen würde, der weitreichende Ernteausfälle und Hungersnöte zur Folge hätte – und das über Jahre hinweg. In solchen Szenarien bietet kein Bunker eine langfristige Lösung.

Gefährliche Illusionen

Die Existenz privater Schutzräume kann dazu führen, dass Atomwaffen als beherrschbar wahrgenommen werden. Wenn Menschen – und auch Politiker*innen – davon ausgehen, dass ein Atomkrieg überlebbar sei, steigt die Bereitschaft, Risiken einzugehen. So verständlich der individuelle Wunsch nach Schutz ist: Die Vorstellung, ein Atombunker könne den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen, lenkt von der eigentlichen Herausforderung ab – dem Risiko eines Atomkriegs vorzubeugen. Statt uns mit der Illusion individueller Sicherheit zu trösten, müssen wir alles daran setzen, dass ein solcher Krieg niemals geführt wird.

Der einzig sinnvolle Schutz:
Verhinderung eines Atomkriegs

Statt in Bunker sollten wir in politische Lösungen investieren. Der einzige Weg, einen Atomkrieg zu überleben, ist ihn zu verhindern. Dazu braucht es Abrüstung, diplomatischen Dialog und den Willen zum Frieden. Die Arbeit der IPPNW, die sich seit Jahrzehnten für die Verhütung eines Atomkrieges einsetzt, ist heute wichtiger denn je. Der Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) ist ein Meilenstein in diese Richtung und zeigt: Eine Welt ohne Atomwaffen ist keine Utopie. Letztlich brauchen wir ein System gemeinsamer Sicherheit, das alle mit einbezieht. Wer wirklich Sicherheit will, setzt sich für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen ein – und nicht für Schutzräume, die nur falsche Hoffnung bieten.

Dr. Helmut Lohrer ist International Councillor der deutschen IPPNW:

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Materialien

Flyer im Postkartenformat mit dem Text der „Erklärung für ein ziviles Gesundheitswesen“ auf der Rückseite und einem QR-Code direkt zur Unterzeichnung der Erklärung. 
PDFBestellen

Faltblatt: Wir werden euch nicht helfen können!
zur Militarisierung des Gesundheitswesens
A4, farbig, 2025
Herunterladen | Bestellen


A4-Flyer: Risiken und Nebenwirkungen der Militarisierung des Gesundheitswesens
Herunterladen | Bestellen


A5-Flyer: Gesundheitswesen bleibt zivil!
Herunterladen | Bestellen


Banner: Nein zur Militarisierung des Gesundheitswesens!

IPPNW-Thema: Militarisierung der Gesundheitsversorgung?
HerunterladenBestellen
12 Seiten, März 2025


Broschüre Militarisierung im Gesundheitswesen
Herausgeber: Verein Demokratischer Ärzt*innen (vdää)

Vorträge

22. Juni 2026, 19 Uhr in Freiburg
Aufrüstung Deutschland
Folgen für das Gesundheitswesen

Vortrag mit Dr. med. Helmut Lohrer (IPPNW)
Veranstalter: Kritische Medizin Freiburg
Hörsaal Anatomie, Albertstr. 17, Freiburg

23. Juni 2026, 19.00 Uhr in Hannover
Was hat die Militarisierung im Gesundheitswesen mit mir zu tun? 
Vortrag mit Diskussion der IPPNW Regionalgruppe Hannover und des Friedensbüros über die Auswirkungen der Militarisierung auf uns und über die Rolle des Gesundheitswesens.
Weitere Infos

25. Juni 2026, 17.00 Uhr in Hamburg
Präventive Medizin statt Kriegsvorbereitung
Zur Kritik der Militarisierung des Gesundheitswesens
Weitere Infos

22. Juli 2026 in Stuttart und Online
Zeitenwende im Gesundheitswesen: Die Zivil-Militärische Zusammenarbeit als schleichende Militarisierung der Medizin?
Ethische Grundsatzfrage zur Rolle der Ärzteschaft und der ärztlichen Selbstverwaltung in der zivil-militärischen Zusammenarbeit sollen interdisziplinär diskutiert werden. Veranstalter: Landesärztekammer Baden-Württemberg
Anmeldung

5. August 2026, 19.00–20.00 Uhr, online
Krankenhauskahlschlag und Militarisierung im Gesundheitswesen
Mit: Jan von Hagen, Krankenpfleger, ver.di-Vertrauensleute Sprecher LVR-Klinik Essen, von 2010-2023 ver.di-Gewerkschaftssekretär, IPPNW
Anmeldung

7. Oktober 2026, 19-20 Uhr, online
Funktionierende Gesundheitsinfrastruktur statt Kriegstüchtigkeit des Gesundheitswesens
Mit: Julia-Christina Stange (MdB und IPPNW-Mitglied)
Anmeldung

Was kommt mit dem geplanten "Gesundheitssicherstellungsgesetz" auf uns zu? Was bedeuten die Planungen für die Beschäftigten im Gesundheitssektor? Wie vor Ort damit umgehen?

4. November 2026, 19-20 Uhr, online
Krankenhaus im Kriegsfall: Was sagt das Grundgesetz? Was bedeuten Spannungsfall und Notstandsgesetzgebung?
Mit: Andreas Fisahn (Prof. für Öffentliches Recht)
Anmeldung

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages zählt eine lange Liste mit Notstands- und Sicherstellungsgesetzen und Verordnungen auf, die auf den Weg gebracht werden sollen. Welche arbeits- und verfassungsrechtlichen Konsequenzen ergeben sich aus den Gesetzen?

Rückblick

 26. April 2025, Stuttgart und online
Resilienz und Militarisierung des Gesundheitswesens
Was bedeutet es für uns Beschäftigte im Gesundheitssektor, wenn unser Gesundheitswesen „kriegstüchtig“ gemacht werden und sich den Erfordernissen des Militärs unterwerfen soll? Wie verhalten wir uns dazu? Was können wir dagegen tun?
Mit: Dr. Bernhard Winter (vdää), Dr. Robin Maitra und Ute Rippel-Lau (beide IPPNW)
Veranstaltet von: Ärzt*innen in sozialer Verantwortung BW, vdää und IPPNW

27. August 2025, Düsseldorf
Kriege, Krisen, Vortrag "Katastrophen. Was antworten wir auf die Sorgen unserer Patient*innen?
Und sind wir als (Haus-)Ärzt*innen selbst vorbereitet?"
mit IPPNW-Vorstandsmitglied Susanne Grabenhorst

1. September 2025, Düsseldorf und im Livestream
Veranstaltung: Krankenhaus im Kriegsfall
Wie das Gesundheitssystem schon heute militarisiert wird
Referentin: Dr. Angelika Claußen, IPPNW-Vorsitzende
Livestream

23. Oktober 2025, Emden
Ärzte für den Krieg?
Vortrag von Ute Rippel-Lau bei den Emder Friedenstagen
Weitere Infos

29. Oktober 2025, Göttingen
Kriegstüchtiges Gesundheitswesen - Was bedeutet das für uns?
Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Ute Rippel-Lau
Veranstalter: IPPNW Regionalgruppe Göttingen

17. November 2025, Bielefeld
Veranstaltung im Rahmen der Friedensdekade der Evangelischen Kirche   
Kriegsfall Krankenhaus: Wie das Gesundheitssystem schon heute militarisiert wird.
Vortrag und Diskussion mit der IPPNW-Vorsitzenden Dr. Angelika Claußen
Weitere Infos

20. November 2025, Essen
Podiumsdiskussion zur Militarisierung des Gesundheitswesens 
mit Susanne Grabenhorst und Jan Van Hagen

26. November 2025, Berlin
„Militärische Konflikte und ihre psychischen Folgen“ 
Vortrag im Rahmen des DGPPN-Kongress 
Dr. Angelika Claußen (Psychiaterin/Psychotherapeutin und Co-Vorsitzende der deutschen IPPNW) spricht mit Nadia Bieler (Psychiaterin, IPPNW) über die psychischen Folgen von militärischen Konflikten und Krieg. 

27.-29. November 2025, Berlin
DGPPN-Kongress in Berlin
IPPNW-Infostand und Unterschriftensammeln unter die Erklärung für ein ziviles Gesundheitswesen.

29. November 2025, Braunschweig
Braunschweiger Gramsci-Tage
Workshop Dieter Daunert, IPPNW: Kriegstüchtigkeit der Bevölkerung mit dem Operationsplan Deutschland
Weitere Infos

8. Dezember 2025, Essen
Was bedeutet ein „kriegstüchtiges“ Gesundheitssystem für uns alle?
Diskussionsabend im Rahmen des "Politischen Salons"
Mit: Ute Rippel-Lau, Fachärztin Allgemeinmedizin, Hamburg, IPPNW - Dr. Angelika Claußen, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, Bielefeld, Vorstand IPPNW - PD Dr. Andreas Follmann, Anästhesist, Aachen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin - N.N., Berufsfeuerwehr Essen
Moderation: Klinikpfarrer Uwe Matysek, Evangelische Huyssens-Stiftung Essen

11. Dezember 2025, Köln
Podiumsdiskussion: Kriegstüchtigkeit und wie der Kampf für Frieden aussehen muss
Referent*innen: Jan Dieren, MdB SPD, Angelika Claußen, IPPNW-Vorsitzende, Ulrike Eifler, Gewerkschaftlerin, Yusuf As, Vorsitz ver.di Migrationsausschuss

24. Januar 2026, IPPNW Regio Contact Nord in Güstrow
Zeitenwende und Kriegstüchtigkeit – zur Militarisierung des Gesundheitswesens
Referenten: Gerit Poost, Mitglied im vdää*, Arzt in Weiterbildung Innere Medizin, tätig in einer Rettungsstelle und Michael Janßen, Vorstandsmitglied vdää*, Arzt für Allgemeinmedizin
Weitere Informationen

24. Januar 2026, IPPNW Regio Contact Süd in Stutgart
Input von Robin Maitra (Mitglied im Vorstand der IPPNW) zum Thema "Militarisierung des Gesundheitswesens"

1. Februar 2026 in Essen
Gegen die Militarisierung des Gesundheitswesens
Diskussion mit Dr. Angelika Claußen
Wie können wir wieder friedenstüchtig werden und Kriege und die Militarisierung verhindern? Die Veranstaltung wird auch online übertragen. Veranstaltet von: Die Linke – LAG Gesundheit und Soziales NRW

13. Februar 2026, Nürnberg
Geht dein Krankenhaus auf Kriegskurs?
Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen vom Verein Demokratischer Ärzt*innen und IPPNW. Die Militarisierung der Gesellschaft bedroht die öffentliche Daseinsfürsorge. Wie sind die Beschäftigte in Kliniken betroffen? Wie können sie sich wehren? Darüber und über Möglichkeiten des Widerstands diskutierten: Dr. Nadja Rakowitz – Verein Demokratischer Ärzt*innen (vdää*), Anja Schmailzl – Pflegekraft am Klinikum Nürnberg und Dr. Horst Seithe – IPPNW Nürnberg-Fürth-Erlangen
Weitere Informationen

24. Februar 2026, 19:30 Uhr, Paderborn
Gesundheitswesen im Fokus: Heilen oder aufrüsten? Wie können wir friedenstüchtig werden? 
Vortrag und Diskussion mit Dr. Angelika Claußen (IPPNW)
Weitere Infos (PDF)

4. März 2026, Online-Veranstaltung
Resilienz und Militarisierung des Gesundheitswesen
mit Dr. Robin Maitra, Vorstandsmitglied IPPNW

Was bedeutet es für uns Beschäftigte im Gesundheitssektor, wenn unser Gesundheitswesen „kriegstüchtig“ gemacht werden und sich den Erfordernissen des Militärs unterwerfen soll? 
Wie verhalten wir uns dazu? Was können wir dagegen tun? Wie können wir die IPPNW-Erklärung für ein ziviles Gesundheitswesen weiter verbreiten?
[Aufzeichnung auf youtube anschauen]

25. März 2026, Kiel
Diskussion: Kriegstüchtiges Gesundheitswesen
Was bedeutet das für Beschäftigte im Gesundheitswesen und für die Zivilgesellschaft?

- „Erfahrungen mit der Behandlung schwerverletzter ukrainischer Soldatinnen und Soldaten“, Dr. med. Mathias Holz, MHBA, Leitender Oberarzt der Abteilung Unfallchirurgie, Orthopädie und plastische Chirurgie am UKSH Campus Kiel 

- „Aktuelle politische Debatten und geplante Maßnahmen zur geplanten „Kriegstüchtigkeit“ des Gesundheitswesens: Wo stehen wir heute, wohin soll es aus Sicht der politischen Akteure gehen?“, Ute Rippel-Lau, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg, ehemaliges Mitglied im Vorstand der deutschen IPPNW

Flyer (PDF) | Veranstaltet von der IPPNW-Regionalgruppe Kiel

1. April 2026, Online-Veranstaltung
Katastrophenmedizin oder Kriegsmedizin? Was bedeutet reverse Triage im Kriegsfall?
Mit: Ute Rippel-Lau, IPPNW-Ärztin

Welchen Unterschied macht das für uns Beschäftigte im Gesundheitswesen? Wie verändert die militärische Logik die humanitäre Ethik und unser medizinisches Selbstverständnis?
[Aufzeichnung auf youtube anschauen]

22. April 2026, in Jena und online
Gesundheit lässt sich nicht aufrüsten: Welche Folgen hat die Militarisierung des Gesundheitswesens?
Vortrag mit Nadja Rakowitz (vdäa) über die Auswirkungen auf Beschäftigte, Patient*innen und Gesellschaft.

6. Mai 2026, online
Nationale Sicherheitsstrategie und Operationsplan Deutschland. Was steht da drin?
Mit: Angelika Claußen, IPPNW-Vorsitzende
Was ist über die militärischen Pläne und die geplante zivil-militärische Zusammenarbeit bekannt?

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