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Nachruf von Dr. Sabine Farrouh

Rudi Friedrich – ein unermüdlicher Streiter gegen Krieg und Kriegsdienst

Meine syrischen Verwandten sagen immer: „Nur die Besten holt Gott so früh zu sich“. Rudi Friedrich war so jemand. Als Offenbacherin kenne ich ihn seit den späten 1980er Jahren – seit der Gründung von Connection e.V. 1993 wurde er als Gesicht und Motor des Vereins weit über Offenbach hinaus bekannt.

Sein Einsatz für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure, zunehmend auch Frauen, die sich dem Militär entzogen, war bedingungslos. Er und seine Mitstreiter*innen verstanden Kriegsdienstverweigerung als aktives Handeln gegen Krieg und Kriegsvorbereitung – Militärdienst und auch Zivildienst lehnte Rudi als „Zwangsdienst“ ab. Für ihn war zentral, dass Kriegsdienstverweigerer und Deserteure ihr international verbrieftes Recht auf Gewissensfreiheit wahrnehmen konnten, egal, auf welcher Seite sie stehen. Folgerichtig setzte er sich für Kriegsdienstverweigerer überall in der Welt ein, ob in Südamerika, Afrika, Südkorea, Israel, der Türkei – oder zuletzt natürlich der Ukraine und Russland.

Besser kennengelernt habe ich ihn und Connection e.V. zur Zeit des Einsatzes für US-amerikanische Soldaten, die über Deutschland in den Irak geschickt werden sollten, ihren Einsatz im völkerrechtswidrigen Angriffskrieg aber ablehnten. Die Arbeit von Rudi und Connection e.V. war nicht nur propagandistischer Art, sondern immer auch sehr intensive persönliche Einzelbetreuung. Kaum nachvollziehbar, wie Rudi Friedrich und die wenigen Mitstreiter*innen das geschafft haben.

Man konnte sich auf Rudi immer verlassen. Er war eher zurückhaltend, spielte sich nie in den Vordergrund, fiel aber durch seine grandiose Kompetenz und Beharrlichkeit auf. Nicht nur ich als Offenbacherin kannte ihn als solchen so gut, über die vielen Jahre hin ergaben sich auch immer wieder gemeinsame Aktionen von IPPNW und Connection e.V. – zuletzt im Rahmen der „Object War Campaign“. Im Mai hat die IPPNW mit Rudi Friedrich die Aktion "Musik statt Krieg" in Berlin organisiert, mit einem „Konzert für die unbekannten Deserteur*innen“.

Durch seinen Tod ist eine riesige Lücke entstanden. Seine Mitarbeiter*innen wollen die Arbeit unbedingt fortführen, wobei sie hoffentlich auch durch uns kräftige Unterstützung finden. Aber die Schuhe, in die sie steigen müssen, sind sehr groß. Rudi wird uns auch persönlich sehr fehlen.

Dr. Sabine Farrouh ist Anästhesistin/Palliativmedizinerin im Ruhestand und IPPNW-Mitglied.


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Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

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Reden von IPPNW-Mitgliedern*:

23.02.2024 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
10.04.2023 Ute Rippel-Lau, Hamburg
10.04.2023 Dr. Inga Blum, Hamburg
10.04.2023 Matthias Jochheim, Frankfurt
09.04.2023 Werner Strahl, Essen
08.04.2023 Ralf Urban, Wedel
08.04.2023 Odette Klepper, Düren
08.04.2023 Siegfried Lauinger, Kiel
08.04.2023 Angelika Claußen, Bielefeld
08.04.2023 Dr. Helmut Lohrer, Freudenstadt
01.10.2022 Ralph Urban, Hamburg
01.10.2022 Christoph Krämer, Berlin
01.10.2022 Matthias Jochheim, Frankfurt
01.10.2022 Dr. Helmut Lohrer, Stuttgart
18.04.2022 Dr. Elisabeth Heyn, Nürnberg
17.04.2022 Ernst-Ludwig Iskenius, Neuruppin
13.03.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin | Youtube
13.03.2022 Dr. Inga Blum
13.03.2022 Ralph Urban
04.03.2022 Dr. Sabine Farrouh, Offenbach
27.02.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
26.02.2022 Ute Rippel-Lau, Hamburg

* Die Redebeiträge sind persönliche Texte der Redner*innen und spiegeln nicht unbedingt die Meinung der IPPNW bzw. des Vorstandes der IPPNW wider.

Fotos von der Kundgebung Atomkrieg verhindern in Hamburg

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