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IPPNW-Pressemitteilung vom 27. Mai 2026

Friedensnobelpreisträgerorganisation fordert Ende der diplomatischen Blockade

Krieg gegen die Ukraine

Die Friedensorganisation IPPNW fordert von der Bundesregierung ein Ende der diplomatischen Blockade und die Ernennung eines Sondergesandten für die Ukraine und Russland. Erst kürzlich hat die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel von Europa mehr diplomatische Anstrengungen zur Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland gefordert. Sie halte es für nicht ausreichend, wenn nur US-Präsident Trump den Kontakt zu Russland halte und bedauere es, dass Europa sein diplomatisches Potential nicht ausreichend einsetze.

„Russlands Krieg gegen die Ukraine muss durch Deeskalation und Verhandlungen beendet werden. Wir dürfen eine zukünftige europäische Sicherheitsarchitektur nicht Donald Trump überlassen und uns bei den Ukraineverhandlungen mit der Rolle am Katzentisch zufrieden geben. Allein auf militärische Abschreckung zu setzen, ohne Diplomatie, Abrüstungs- oder Rüstungskontrollverträge ist hochgefährlich. Die Gegnerschaft zwischen Europa und Russland wird immer unversöhnlicher, je länger der Krieg dauert“, warnt Dr. Lars Pohlmeier, IPPNW-Vorsitzender.

Mit ukrainischen Drohnen über NATO-Gebiet in den baltischen Staaten, den zunehmenden beiderseitigen Angriffen auf zivile Infrastruktur mit sogenannten „Deep Strikes“ und der Involvierung der Bundesregierung durch die "strategische Partnerschaft" mit der Ukraine, die gemeinsame Rüstungsprojekte beinhaltet, steigt die Eskalationsgefahr im Ukrainekrieg enorm. Ein Missverständnis, verirrte Flugkörper oder gezielte Störmanöver könnten den Bündnisfall auslösen.

Auch in Zeiten des Kalten Krieges gab es neben diplomatischen Beziehungen vertragliche Rahmenwerke wie das Moskauer Abkommen oder die internationale Konferenz für Sicherheit und und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), bei der ab 1973 Vertreter der Bundesrepublik und der Sowjetunion gemeinsam mit den USA und anderen Staaten an einem Tisch saßen, um den Dialog in Europa zu führen und Vertrauensbildung zu betreiben. In der sogenannten „Harmel-Doktrin“ der NATO wurde neben der Abschreckung auch auf Dialog gesetzt, um die Risiken militärischer Eskalation zu begrenzen.

Der Russland-Ukraine-Krieg hat laut Zählungen des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte (OHCHR) bis zum 31. März 2026 mindestens 15.578 zivile ukrainische Todesopfer gefordert, darunter mindestens 784 Kinder. Mehr als 43.000 Zivilist*innen wurden verletzt. Auch auf russischer Seite gibt es zivile Opfer. Das OHCHR geht davon aus, dass die tatsächliche Anzahl an Verletzten und Toten in der ukrainischen Zivilbevölkerung wesentlich höher liegt. 

Nach neusten Angaben des ukrainischen Generalstabs sind bereits mehr als 1,35 Millionen russische Soldaten im Kampf getötet oder schwer verwundet worden. Die Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen. Sowohl die Ukraine als auch Russland spielen die eigenen Verluste herunter. Ein Bericht der in Washington ansässigen Denkfabrik CSIS – Center for Strategic and International Studies – ging Ende Januar 2026 allein für die Ukraine von Verlusten von 500.000 bis 600.000 Soldaten seit Kriegsbeginn im Februar 2022 aus, darunter 100.000 bis 140.000 Tote. 

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Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

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Das russische Außenministerium hat am 17. Dezember 2021 Vertragsentwürfe für gegenseitige Sicherheitsgarantien zwischen Russland und der NATO sowie zwischen Russland und den USA vorgelegt. Das Ostinstitut Wismar hat die russischen Vertragsentwürfe in einer inoffiziellen deutschen Übersetzung veröffentlich. Die Antwort der NATO an Russland wurde bisher nicht veröffentlicht.

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Reden von IPPNW-Mitgliedern*:

23.02.2024 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
10.04.2023 Ute Rippel-Lau, Hamburg
10.04.2023 Dr. Inga Blum, Hamburg
10.04.2023 Matthias Jochheim, Frankfurt
09.04.2023 Werner Strahl, Essen
08.04.2023 Ralf Urban, Wedel
08.04.2023 Odette Klepper, Düren
08.04.2023 Siegfried Lauinger, Kiel
08.04.2023 Angelika Claußen, Bielefeld
08.04.2023 Dr. Helmut Lohrer, Freudenstadt
01.10.2022 Ralph Urban, Hamburg
01.10.2022 Christoph Krämer, Berlin
01.10.2022 Matthias Jochheim, Frankfurt
01.10.2022 Dr. Helmut Lohrer, Stuttgart
18.04.2022 Dr. Elisabeth Heyn, Nürnberg
17.04.2022 Ernst-Ludwig Iskenius, Neuruppin
13.03.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin | Youtube
13.03.2022 Dr. Inga Blum
13.03.2022 Ralph Urban
04.03.2022 Dr. Sabine Farrouh, Offenbach
27.02.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
26.02.2022 Ute Rippel-Lau, Hamburg

* Die Redebeiträge sind persönliche Texte der Redner*innen und spiegeln nicht unbedingt die Meinung der IPPNW bzw. des Vorstandes der IPPNW wider.

Fotos von der Kundgebung Atomkrieg verhindern in Hamburg

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