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Pressemitteilung vom 29.11.2018

Drohungen, Sanktionen und militärische Unterstützung erhöhen die Kriegsgefahr

Eskalation des Konflikts zwischen Ukraine und Russland

29.11.2018 Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel angesichts des sich zuspitzenden Konflikts zwischen der Ukraine und Russland auf, sich für ein Zustandekommen des Gipfeltreffens zwischen dem russischen Präsidenten Putin und US-Präsident Trump einzusetzen. Auch solle sie auf den ukrainischen Staatschef Poroschenko und Präsident Putin einwirken, die gegenseitigen Drohungen und verbalen Eskalationen einzustellen. Maßnahmen zum Abbau der Spannungen könnten beispielsweise eine Freilassung der ukrainischen Marinesoldaten und Seeleute und die Wiederöffnung des Zugangs zum Asowschen Meer für zivile Schiffe sein sowie im Gegenzug die Aufhebung des Kriegsrechtes und der Sanktionen gegenüber Russland.

Die IPPNW begrüßt den Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) einzuschalten, um die unterschiedlichen Darstellungen der Konfrontation im Asowschen Meer zu überprüfen. "Auf dem Weg zu Friedenslösungen brauchen wir gesichtswahrende Kompromisse, eine deeskalierende respektvolle Sprache und vertrauensbildende Maßnahmen auf allen Ebenen. Drohungen, Sanktionen und die militärische Unterstützung von Konfliktparteien dagegen führen uns nur tiefer in die Krise", erklärt der IPPNW-Vorsitzende Dr. Alex Rosen.

Die Auswirkungen der Ukraine-Krise beeinflussen sowohl die internationalen Bemühungen um Abrüstung und Rüstungskontrolle als auch die Grundpfeiler der europäischen Sicherheitsstruktur. Dazu gehören u.a. die NATO-Russland-Grundakte, die eine Vereinbarung enthält, keine Atomwaffen in neuen NATO-Mitgliedsländern zu stationieren, der Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE-Vertrag) sowie der Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag), den Donald Trump aufkündigen will.

Die Stationierung von US-Truppen in Osteuropa, provokative Militärmanöver an der russischen Grenze, die Stationierung von Raketenabwehrsystemen in Polen und Rumänien sowie der Aufbau einer schnellen Osteuropa-Eingreiftruppe unter maßgeblicher Beteiligung Deutschlands sind nur einige der Maßnahmen, mit denen auch die NATO die Konfrontation anheizt. Besonders bedrohlich wird diese gegenseitige Kräftedemonstration durch die sehr reale Gefahr einer beabsichtigten oder versehentlichen nuklearen Eskalation.

Im Sinne der Menschen in der Ukraine und in ganz Europa muss die Gewalt im Osten der Ukraine endlich beendet und zu international akzeptierten Formen ziviler Konfliktbearbeitung zurückgekehrt werden. „Wir müssen alles tun, um eine Deeskalationsspirale in Gang zu setzen, sonst droht früher oder später das Szenario, welches wir seit 70 Jahren zu verhindern suchen: eine direkte militärische Konfrontation zwischen den beiden atomaren Supermächten USA und Russland. Im Fall eines angeblichen Einsatzes von Atomwaffen hätten Trump und Putin nur wenige Minuten Zeit, um über den Einsatz ihrer eigenen Atomwaffenarsenale zu entscheiden. Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir dieses Szenario für akzeptabel halten. Wir Ärztinnen und Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, die die katastrophalen humanitären Auswirkungen von Atomwaffen kennen, halten es nicht für akzeptabel und drängen daher auf eine weltweite völkerrechtliche Ächtung von Atomwaffen. Auch Deutschland muss sich endlich an diesem Prozess beteiligen und den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen, wenn es zu wirklicher Sicherheit in Europa beitragen will," so Dr. Rosen.

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

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Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

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Das russische Außenministerium hat am 17. Dezember 2021 Vertragsentwürfe für gegenseitige Sicherheitsgarantien zwischen Russland und der NATO sowie zwischen Russland und den USA vorgelegt. Das Ostinstitut Wismar hat die russischen Vertragsentwürfe in einer inoffiziellen deutschen Übersetzung veröffentlich. Die Antwort der NATO an Russland wurde bisher nicht veröffentlicht.

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Reden von IPPNW-Mitgliedern*:

23.02.2024 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
10.04.2023 Ute Rippel-Lau, Hamburg
10.04.2023 Dr. Inga Blum, Hamburg
10.04.2023 Matthias Jochheim, Frankfurt
09.04.2023 Werner Strahl, Essen
08.04.2023 Ralf Urban, Wedel
08.04.2023 Odette Klepper, Düren
08.04.2023 Siegfried Lauinger, Kiel
08.04.2023 Angelika Claußen, Bielefeld
08.04.2023 Dr. Helmut Lohrer, Freudenstadt
01.10.2022 Ralph Urban, Hamburg
01.10.2022 Christoph Krämer, Berlin
01.10.2022 Matthias Jochheim, Frankfurt
01.10.2022 Dr. Helmut Lohrer, Stuttgart
18.04.2022 Dr. Elisabeth Heyn, Nürnberg
17.04.2022 Ernst-Ludwig Iskenius, Neuruppin
13.03.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin | Youtube
13.03.2022 Dr. Inga Blum
13.03.2022 Ralph Urban
04.03.2022 Dr. Sabine Farrouh, Offenbach
27.02.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
26.02.2022 Ute Rippel-Lau, Hamburg

* Die Redebeiträge sind persönliche Texte der Redner*innen und spiegeln nicht unbedingt die Meinung der IPPNW bzw. des Vorstandes der IPPNW wider.

Fotos von der Kundgebung Atomkrieg verhindern in Hamburg

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