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IPPNW-Pressemitteilung vom 24.2.2015

Chance auf Frieden in der Ukraine nicht aufs Spiel setzen

Ukraine-Krieg

24.02.2015 Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW sieht in dem Minsker Abkommen weiterhin eine Chance, einer friedlichen Lösung im Ukraine-Konflikt näher zu kommen. Diese sollte jetzt auf keinen Fall und von keiner Seite aufs Spiel gesetzt werden. "Wir rufen Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf, sich in Paris weiterhin für die Einhaltung der Beschlüsse einzusetzen. Forderungen nach weiteren Sanktionen, Waffenexporten oder sonstiger Militärhilfe würden den fragilen Weg einer Deeskalation gefährden und das Leid der Menschen in der Ukraine vergrößern ", erklärt die IPPNW-Vorsitzende Susanne Grabenhorst.

Der Umgang mit dem Konflikt hat die Beziehungen im eurasischen Raum schon jetzt schwer beschädigt. Die USA und Russland stellen zunehmend bestehende Rüstungskontrollabkommen in Frage, zuletzt den Vertrag zur Beseitigung von nuklearen Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag). Stattdessen investieren beide Atommächte in die Modernisierung ihrer nuklearen Arsenale. Auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel lagern bis zu 20 US-Atombomben des Typs B61, die zurzeit zu hohen Kosten modernisiert werden. Im Kriegsfall könnten die in Deutschland stationierten US-Atombomben von deutschen "Tornado"-Kampfjets abgeworfen werden.

Bis zum heutigen Tag stehen auf Seiten der USA und Russland insgesamt geschätzte 2.000 strategische Atomwaffen in höchster Alarmbereitschaft. Sie können binnen Minuten zum Einsatz kommen und auch heute noch die gegenseitige Vernichtung einleiten. Michail Gorbatschow warnte kürzlich davor, dass ein eskalierender Krieg zwischen NATO und Russland unweigerlich in einen Atomkrieg münden werde. Ende Januar hat das Bulletin of the Atomic Scientists die „Weltuntergangsuhr“ auf drei Minuten vor Zwölf vorgestellt. Das letzte Mal, dass die Gefahr eines "Weltuntergangs" so hoch eingeschätzt wurde, war 1984 – als die Beziehung zwischen den beiden Supermächten USA und Sowjetunion einen Tiefpunkt erreicht hatte.

Was die IPPNW in den 80er Jahren erklärt hat und wofür sie 1985 den Friedensnobelpreis erhalten hat, gilt auch heute noch: Die Folgen des Einsatzes von Atomwaffen sind nicht beherrschbar. Kürzlich erst erinnerte der Präsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes Peter Maurer in Genf an die katastrophalen Folgen eines Atomwaffeneinsatzes und rief zu ihrem Verbot auf. Der gewaltsame Konflikt in der Ukraine darf nicht weiter eskalieren, sondern muss so schnell wie möglich beigelegt werden.

Die IPPNW unterstützt Möglichkeiten der Zivilen Konfliktbearbeitung, wie die von Andreas Buro und Dr. Karl Grobe-Hagel vorgelegte Roadmap für den Frieden in der Ukraine. Wichtige Forderungen in diesem Dossier ("Der Ukraine-Konflikt - Kooperation statt Konfrontation") sind die Ausarbeitung einer föderativen Verfassung, die der Heterogenität der Ukraine gerecht wird, die Anerkennung und Respektierung der ukrainischen Neutralität durch alle Akteure und eine tatsächliche Implementierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit allen Seiten. Zu diesem Ziel sollte eine Dauerkonferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit wie früher einmal die KSZE eingerichtet werden, eventuell im Rahmen der OSZE. So könnte die Ukraine eine wichtige Rolle als Brücke zwischen West und Ost und zur Befriedung der Region spielen.

Die IPPNW hat unter dem Motto "Wir weigern uns, Feinde zu sein" eine Social-Media-Kampagne gestartet. Damit wollen wir unserer Forderung nach friedlichen Lösungen der Ukraine-Krise ein Gesicht geben. Auf Facebook und Twitter laden Menschen u.a. Fotos mit dem Schild „We refuse to be enemies“ - angefangen mit Menschen aus der Ukraine und Russland.

Weitere Informationen:
Social-Media-Kampagne „We refuse to be enemies“, #refusetobeenemies www.facebook.com/werefusetobeenemies

Dossier VII: Der Ukraine-Konflikt - Kooperation statt Konfrontation www.koop-frieden.de/fileadmin/Dossiers/dossierVII_ukraine_15sept.pdf

Rede von Peter Maurer, Präsident des Internationalen Roten Kreuzes in Genf www.icrc.org/en/document/nuclear-weapons-ending-threat-humanity

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de


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Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

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Recherche von Ralph Urban zum neuen Wettrüsten mit Hyperschallwaffen (Forum 169/2022)

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Das russische Außenministerium hat am 17. Dezember 2021 Vertragsentwürfe für gegenseitige Sicherheitsgarantien zwischen Russland und der NATO sowie zwischen Russland und den USA vorgelegt. Das Ostinstitut Wismar hat die russischen Vertragsentwürfe in einer inoffiziellen deutschen Übersetzung veröffentlich. Die Antwort der NATO an Russland wurde bisher nicht veröffentlicht.

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23.02.2024 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
10.04.2023 Ute Rippel-Lau, Hamburg
10.04.2023 Dr. Inga Blum, Hamburg
10.04.2023 Matthias Jochheim, Frankfurt
09.04.2023 Werner Strahl, Essen
08.04.2023 Ralf Urban, Wedel
08.04.2023 Odette Klepper, Düren
08.04.2023 Siegfried Lauinger, Kiel
08.04.2023 Angelika Claußen, Bielefeld
08.04.2023 Dr. Helmut Lohrer, Freudenstadt
01.10.2022 Ralph Urban, Hamburg
01.10.2022 Christoph Krämer, Berlin
01.10.2022 Matthias Jochheim, Frankfurt
01.10.2022 Dr. Helmut Lohrer, Stuttgart
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17.04.2022 Ernst-Ludwig Iskenius, Neuruppin
13.03.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin | Youtube
13.03.2022 Dr. Inga Blum
13.03.2022 Ralph Urban
04.03.2022 Dr. Sabine Farrouh, Offenbach
27.02.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
26.02.2022 Ute Rippel-Lau, Hamburg

* Die Redebeiträge sind persönliche Texte der Redner*innen und spiegeln nicht unbedingt die Meinung der IPPNW bzw. des Vorstandes der IPPNW wider.

Fotos von der Kundgebung Atomkrieg verhindern in Hamburg

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