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IPPNW-Pressemitteilung vom 23. Februar 2026

4. Jahrestag Ukrainekrieg

Bundesregierung soll Friedensverhandlungen konstruktiv begleiten

Anlässlich des 4. Jahrestages des Ukrainekrieges fordert die IPPNW von Bundesregierung und EU  einen Strategiewechsel in ihrer Ukrainepolitik. Sie sollten die derzeit stattfindenden Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unter der Leitung der USA durch eigene diplomatische Vorschläge konstruktiv begleiten. Die Friedensorganisation fordert die Bundesregierung auf, ihre Politik am Schutz von Leben und Gesundheit der Menschen auszurichten. Kriegstüchtigkeit und Hochrüstung schaffen keine Sicherheit. Dazu gehört, dass die Bundesregierung und die EU wieder eigene Gesprächskanäle und Dialogformate und diplomatische Kontakte mit Russland initiiert oder reaktiviert.  

Deutschland solle sich zudem innerhalb der NATO für ein gesichertes Ende der NATO-Osterweiterung einsetzen, eingebettet in das Prinzip der Gemeinsamen Sicherheit, das sowohl die Sicherheitsinteressen Russlands als auch jene der Ukraine berücksichtigt. Wenn die Verhandlungsbemühungen des US-Präsidenten scheitern sollten, droht die Ausweitung des Krieges und das Risiko einer nuklearen Eskalation steigt weiter. 

„Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine muss angesichts der katastrophalen humanitären Folgen für die Soldaten, die Zivilbevölkerung und die Umwelt schnellstmöglich beendet werden. Aufrüstung und Militarisierung schaffen keine Sicherheit, sondern instabile Systeme und nicht beherrschbare Risikosituationen - bis zur Gefahr eines Atomkrieges. Die Welt braucht Kooperation statt militärischer Konfrontation. Sie braucht Rüstungskontrolle und Abrüstung, nuklear wie konventionell, im Rahmen von gemeinsamer Sicherheit und planetarer Gerechtigkeit“, erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. 

Es gibt keine eindeutigen Daten zu den Opferzahlen des Krieges, weder in Bezug auf die Zivilbevölkerung noch in Bezug auf die getöteten oder schwer verletzten Soldaten auf beiden Seiten. Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 dokumentierte das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCR) mehr als 41.000 Verletzte und mehr als 15.000 zivile Tote. Die tatsächlichen Zahlen liegen jedoch voraussichtlich wesentlich höher. Durch den Zusammenbruch von Versorgungsstrukturen infolge des russischen Bombardements sterben viele chronisch Kranke früher, das sind zum Beispiel Patient*innen mit Herzinfarkt, Diabetes und Krebskranke. Mit mehr als einer Million Menschen an der Front werde die Ukraine „das Land der Menschen mit Behinderungen“ werden, so Olga Rudnieva, Gründerin der orthopädischen Fachklinik in Lwiw. Die Zahl der Amputationen soll zwischen 50.000 und 100.000 liegen. 

Auf Basis von Daten des britischen Verteidigungsministeriums und Gesprächen mit Regierungsvertretern der USA, der europäischen Staaten und der Ukraine kommen das russische Medienportal Mediazona und BBC Russia zu folgenden geschätzten Zahlen der verletzten und getöteten Soldaten: Russland habe seit Beginn des Krieges nahezu 1,2 Millionen Verluste (Tote, Verletzte und Vermisste) erlitten. Bis Dezember 2025 seien auf russischer Seite zwischen 275.000 und 325.000 Soldaten umgekommen. Die Ukraine habe 600.000 Soldat*innen verloren, darunter 100.000 bis 140.000 Tote. 

Insgesamt sind seit Kriegsbeginn knapp 6 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen, 4,35 Millionen davon in die EU. In Deutschland haben offiziell 1,25 Millionen Ukrainer*innen Schutz gefunden. Die IPPNW fordert Schutz und Asyl für Deserteure und Kriegsdienstverweigerer aus Russland, Belarus und der Ukraine.

Veranstaltungsbericht „Stoppt das Töten – Stimmen aus der Ukraine und Russland“

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Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

Hintergrundinformationen

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Ärzt*innen warnen vor dem Atomkrieg
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Erklärungen der IPPNW
Hamburger Erklärung: Im Sturm den Friedenskurs halten (2022) | Download
Resolution: Am IPPNW-Friedenskurs festhalten (2023) | Download

Mittelstreckenraketen
IPPNW-Information zur geplanten Stationierung in Deutschland

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Recherche von Ralph Urban zum neuen Wettrüsten mit Hyperschallwaffen (Forum 169/2022)

Risiko eines Atomkriegs aus Versehen
Mehr unter: atomkrieg-aus-versehen.de

Vertragsentwürfe zu Sicherheitsgarantien
Das russische Außenministerium hat am 17. Dezember 2021 Vertragsentwürfe für gegenseitige Sicherheitsgarantien zwischen Russland und der NATO sowie zwischen Russland und den USA vorgelegt. Das Ostinstitut Wismar hat die russischen Vertragsentwürfe in einer inoffiziellen deutschen Übersetzung veröffentlich. Die Antwort der NATO an Russland wurde bisher nicht veröffentlicht.

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Reden von IPPNW-Mitgliedern*:

23.02.2024 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
10.04.2023 Ute Rippel-Lau, Hamburg
10.04.2023 Dr. Inga Blum, Hamburg
10.04.2023 Matthias Jochheim, Frankfurt
09.04.2023 Werner Strahl, Essen
08.04.2023 Ralf Urban, Wedel
08.04.2023 Odette Klepper, Düren
08.04.2023 Siegfried Lauinger, Kiel
08.04.2023 Angelika Claußen, Bielefeld
08.04.2023 Dr. Helmut Lohrer, Freudenstadt
01.10.2022 Ralph Urban, Hamburg
01.10.2022 Christoph Krämer, Berlin
01.10.2022 Matthias Jochheim, Frankfurt
01.10.2022 Dr. Helmut Lohrer, Stuttgart
18.04.2022 Dr. Elisabeth Heyn, Nürnberg
17.04.2022 Ernst-Ludwig Iskenius, Neuruppin
13.03.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin | Youtube
13.03.2022 Dr. Inga Blum
13.03.2022 Ralph Urban
04.03.2022 Dr. Sabine Farrouh, Offenbach
27.02.2022 Dr. Lars Pohlmeier, Berlin
26.02.2022 Ute Rippel-Lau, Hamburg

* Die Redebeiträge sind persönliche Texte der Redner*innen und spiegeln nicht unbedingt die Meinung der IPPNW bzw. des Vorstandes der IPPNW wider.

Fotos von der Kundgebung Atomkrieg verhindern in Hamburg

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