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Medical Peace Work gegen den "Krieg gegen Terror"

IPPNW-Studie als Mittel zur Beendigung des endlosen Tötens

"Body Count" enthüllt tatsächliche Folgen des entgrenzten Krieges und hilft beim "Dialogue with Decision Makers"

Matin Baraki ist Referent beim IPPNW-Workshop auf dem IPPNW-Weltkongress in York, Foto: aixpax.de
24.08.2017

Auf dem IPPNW-Weltkongress in York (Großbritannien) wird die deutsche IPPNW am 6. September 2017 im Workshop „Body Count: A Medical Peace Work Approach to the `War on Terror´“ die gleichnamige Publikation der IPPNW vorstellen und medizinische Friedensarbeit anhand der Auseinandersetzung mit dem sogenannten „Krieg gegen den Terror“ erläutern. Referent ist der deutsch-afghanische Politologe Dr. Matin Baraki. Er stellt im Rahmen des Workshops seinen "18-Punkte-Friedensplan für Afghanistan" vor.

Der sogenannte “War on Terror” wurde von US-Präsident George W. Bush im September 2001 nach den Angriffen von New York und Washington proklamiert. Inzwischen gibt es einen breiten Konsens darüber, dass die von westlichen Mächten angeführten, örtlich und zeitlich entgrenzten Militäraktionen in Nahmittelost die entscheidende Ursache für die desaströsen Situation sind, in der sich die Region heute befindet.

2015 wurde die schon zuvor in Deutschland veröffentlichte IPPNW-Studie "Body Count" zeitgleich in Washington, Ottawa und Berlin auch international publiziert. Darin sind die verfügbaren Daten über die tat­sächliche Zahl der zivilen und militärischen Todesopfer aus den ersten 10 Jahren des Krieges als Schlüssel­indikator für die Dimension der humanitären Folgen des Krieges zusammengestellt worden. Die Arbeit wurde seither vielfach zitiert und war bereits zweimal Diskussionsgegenstand im Deutschen Bundestag.

Der immense Verlust von etwa 1,3 Millionen Menschenleben schon in den ersten zehn Jahren des Krieges und das massive Anschwellen der Flüchtlingszahlen sind deutliche Symptome der humanitäre Katastrophe, die der sogenannte "Krieg gegen den Terror" herbeigeführt hat. Da dieser Krieg die wichtigste Ursache für ihre Eskalation darstellt, muss er umgehend beendet werden.

Der Workshop wird sich damit beschäftigen, wie Ärzte wissenschaftliche Erkenntnisse nutzen können, um die tatsächliche Dimension der humanitären Katastrophen zu beleuchten, die aufgrund von Kriegen und ihren Folgeeffekten - incl. IS-Terror in Libyen, Irak und Syrien - entstehen. Und zeigen, wie wir mit nach­drücklicher und gut belegter humanitärer Argumentation Einfluss auf den öffentlichen Diskurs und auf Ent­scheidungsträgerInnen nehmen können.

Sein Ziel ist, die Erfahrung des Body-Count-Projekts mit IPPNW-Sektionen aus allen Kontinenten zu teilen. Und den Geist und den Mut von immer mehr KollegInnen zu beflügeln, die Macht wissenschaftlicher Analyse und unsere Reputation als ÄrztInnen zu nutzen, um die sich seit über 15 Jahren fortzeugende mörderische Spirale aus Krieg und Terror endlich zu durchbrechen.

Dieser Ansatz soll verstärkt werden durch den Vorschlag eines "18-Punkte-Friedensplans für Afghanistan" [], der, verglichen mit westlichen Konzepten, eine vollständig neue Perspektive anbietet. Er ist gegründet auf eine profunde Kenntnis der afghanischen Gesellschaft, ihrer Werte, Traditionen und reliösen Wurzeln. Er wird von seinem Urheber vorgestellt werden, dem in Afghanistan geborenen und aufgewachsenen Nah­mittelost-Experten Dr. Matin Baraki, der seit langem an der Universität Marburg lehrt und engen Kontakt zu zivilgesellschaftlichen Projekten und vielen Einzelpersonen in seinem Heimatland unterhält, das er regel­mäßig bereist.

Referenten: Jens Wagner (D), Tim Takaro (Kanada), Bob Gould (USA), Matin Baraki (Afgh./D)
Weitere Teiln.: Dale Dewar (Kanada), Christoph Krämer (D)
Leitung: Helmut Lohrer (D)

- Dr. med. Jens Wagner (IPPNW-Deutschland): Initiator und Koordinator der IPPNW-Studie "Body Count"
- Prof. Tim Takaro, MD (IPPNW-Kanada und -USA): wiss. Reviewer des Body Count, Arzt und Gesundheitswissen­schaftler (Simon Fraser University in Burnaby, Kanada, und Washington University in Seattle, USA)
- Bob Gould, MD (PSR = IPPNW-USA): Leiter eines reprod.-med. Programms an der Univ. of California und Präsident der kaliforn. Sektion von PSR (San Franciso), organisierte die Co-Herausg. der internat. BC-Ausgabe durch PSR
- Dr. Matin Baraki: Politikwissenschaftler (Univ. Marburg, D), geboren und studiert in Afghanistan, seit 1974 in Deutsch­land, Dozent für internat. Politik, Nahmittelost-Experte, zahlreiche Publikationen zu Afghanistan u. Friedensfragen
- Dale Dewar, MD (PGS = IPPNW-Kanada): ehem. Geschäftsführerin von PGS, außerdem internat. Menschenrechts-Aktivistin, organisierte die Co-Herausgeberschaft der internat. Body-Count-Ausgabe durch PGS
- Christoph Krämer (IPPNW-D, AK "Süd-Nord"): organisiert aktuell die BC-Arbeit, brachte ihn u.a. in den Bundestag
- Dr. med. Helmut Lohrer (IPPNW-Deutschland): International Councilor und Mitglied des Internat. Vorstands

OrganisatorInnen: IPPNW-Deutschland, -USA und -Kanada

Foto: Matin Baraki ist Referent beim IPPNW-Workshop auf dem IPPNW-Weltkongress in York, Foto: aixpax.de

Ansprechpartner


Dr. Jens-Peter Steffen

Referent für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 -13
Email: steffen[at]ippnw.de

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