Trauer um Margret Ullrich

Nachruf von Rolf Schulz

In vielen Bereichen hat Margret Ullrich Spuren in Dortmund hinterlassen. Das waren Spuren der Liebe zum Menschen und zur Natur. Sie organisierte jedes Jahr den Hiroshima-Gedenktag in Dortmund, die Tschernobyl-Veranstaltungen und seit dem Februar 2011 auch die Veranstaltungen zu Fukushima zusammen mit Yoko und Horst Schlütermann.

Sie hat Spuren des Widerstandes gegen Atomwaffen, Atomkrieg und Atomenergie in Dortmund gelegt. Das Ziel war, Frieden unter den Menschen und Frieden mit der Natur anzustreben. Das Ziel ist noch nicht erreicht, aber sie hat etwas bewegt auf dem Weg dahin: Der Friedensbaum am Stadthaus, der Gingkobaum, hat inzwischen eine stattliche Höhe erreicht – der Platz von Hiroshima ist seit Jahren ein Ruhepunkt zum Gedenken, nicht nur an die Opfer von Hiroshima. Der Khakibaum, den sie noch 2015 aus Nagasaki als Überlebenssymbol nach Dortmund geholt hat, wird im Rombergpark erwachsen werden können.

Margret war zwar eine kleine Frau, aber mit großer Energie hat sie ihre Meinung zu Atomwaffen und der Atomenergie kundgetan. Als ökologisch bewusster Mensch hat sie sich immer wieder auf ihr Fahrrad geschwungen, Flugblätter und Transparente im Gepäck, um an verschiedenen Orten in Dortmund vor
den Gefahren von Atomkrieg und Atomenergie zu warnen. Für alle Dortmunder Friedensgruppen war es ein großes Glück, eine solche Aktivistin in ihren Reihen zu haben.

Es waren aber nicht nur die politischen Themen: Ihr Kampf um die Kirschbäume in ihrer Straße am Knappenberg hat ein großes Echo bei allen Nachbarn ausgelöst. Ein großer Teil der Bäume blieb dank ihres Protestes stehen. Sie stehen zur Zeit in voller Blüte. Das hat sie leider nicht mehr mitbekommen. Sie hatte keine Angst vor Autoritäten, keine Berührungsängste gegenüber
Andersdenkenden und war auch nicht ängstlich, wenn es darum ging, ihre Meinung Andersdenkenden gegenüber zu vertreten.

Wir sind glücklich, dass sie für so viele Jahre bei uns gewesen ist.
Wir alle trauern, dass sie jetzt nicht mehr bei uns ist.

Rolf Schulz, IPPNW-Regionalgruppe Dortmund

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Ansprechpartner: Dr. Johannes Koepchen, jkoepchen (at) posteo.de

Weitere Infos: Flyer als PDF

 

Ständige Kooperationspartnerin der Regionalgruppe: Deutsch-Japanische Gesellschaft

 

 

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