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Ingeburg Peters-Parow

Persönlichkeiten der IPPNW

Ingeburg Peters-Parow ist Praktische Ärztin in Hamburg, Mitbegründerin der "Hamburger Ärzte-Initiative gegen Atomenergie", Grundungsmitglied der deutschen IPPNW.

Angeregt durch ihre Kinder und andere junge Menschen und Kollegen begann Ingeburg Peters-Parow, praktische Ärztin in Hamburg-Altona, sich Mitte der 70er Jahre mit der Anti-AKW-Bewegung zu beschäftigen. Es war die Zeit der großen Demonstrationen gegen Brokdorf, Grohnde und Gorleben.1974 fanden sich bei Ingeburg einige atomkritischer Ärzte zusammen. Man traf sich regelmäßig, frischte die Anti-AKW Kenntnisse auf und entwarf z. B. gemeinsam mit Kunststudenten ein Anti-Atom-Plakat für die Wartezimmer. Die Gruppe nannte sich "Ärzte für das Leben".

Nach dem Reaktorunfall in Harrisburg 1979 konnte Ingeburg mit ihrer Gruppe eine ärztliche Fortbildungs-Veranstaltung organisieren. Deutsche, englische und amerikanische Wissenschaftler referierten über "Gesundheit und Radioaktivität". 400 Ärztinnen und Ärzte aus der gesammten BRD kamen nach Hamburg. Als "Hamburger Ärzteinitiative gegen Atomenergie" traf man sich weiterhin in Ingeburgs Praxis. Größere Informationsveranstaltungen wurden in der "Hochschule für bildende Künste" durchgeführt.

1980 war Helen Caldicott aus USA zu Gast in Hamburg. Caldicott berichtete der "Hamburger Ärzteinitiative gegen Atomenergie" über die Gefährdung Europas u. a. durch den Zusammenhang von AKW´s und Atombombenherstellung aufzeigte. Das veranlasste Ingeburg und die Hamburger KollegInnen sich vermehrt mit den Folgen eines Atomkrieges zu beschäftigen.1981, nach dem 1. Internationalen Kongress der IPPNW in USA, an dem 2 Kollegen aus Ingeburgs Gruppe als Gäste teilnahmen, stellte Ingeburg mit der "Hamburger Ärzteinitiative gegen Atomenergie" mit großer Mühe und Energie den Hamburger Kongress "Die Überlebenden werden die Toten beneiden" auf die Beine. Die Ärzte-Initiativen aus Berlin, München und Heidelberg waren daran beteiligt. Der Kongress fand mit über 1600 TeilnehmerInnen im Audi Max statt. Die Finanzierung schaffte man mit einer bundesweiten Zeitungs-Anzeige "Ärzte warnen vor dem Atomkrieg". Die Unterschrift war mit einem finanziellen Beitrag gekoppelt, der Preis für die "Rote Broschüre", die viele internationale Aufsätze zu dem Thema enthielt. Nach dem Kongress und mittels dieser Broschüre bildeten sich in vielen Städten weitere Initiativen.

1982 wurde dann auf Betreiben der Kollegen aus den USA und insbesondere Ulrich Gottsteins und Horst-Eberhard Richters in Frankfurt die IPPNW Sektion Bundesrepublik gegründet, an der Ingeburg als Gründungsmitglied mitwirkte. Wochenlange Diskussionen zwischen den bestehenden Ärzteinitiativen waren vorangegangen. Ingeburg ist seit 1982 die Ärztin in Hamburg, die immer wieder die Hamburger IPPNW-KollegInnen in den 80er und 90er Jahren forderte, organisierte und die damals 3 aktiven Gruppen begleitete. Bis heute gab es kaum eine Mitgliederversammlung, ein großes nationales Treffen, einen IPPNW Kongress oder eine Demonstration im norddeutschen Raum, an denen Ingeburg nicht teinahm. Wir alle motivieren uns, wenn Ingeburg geistig frisch und zupackend zeigt, dass IPPNW Anliegen gültig sind.

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