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Würzburger Erklärung (2000)

Dokumente und Erklärungen

Die Mitgliederversammlung der deutschen IPPNW im Mai 2000 in Würzburg erklärte, dass die Ärztinnen und Ärzte in der IPPNW für Gesundheit engagieren, und damit für den Frieden zwischen den Menschen und unter den Völkern, basierend auf der Hoffnung, dass eine neue Kultur des Miteinander machbar ist.

"Unserer Hoffnung auf eine substantielle Humanisierung der Welt zu Beginn des neuen Jahrtausends ist gefährdet: durch die sich verschärfende Unterentwicklung in vielen Ländern als Ausdruck einer ungerechten Welt-Wirtschaftsordnung; durch die wachsende soziale Ausgrenzung im eigenen Land; durch den brutalen Umgang mit Flüchtlingen; durch eine zunehmend akzeptierte militärische Gewaltpolitik bei steigender atomarer Bedrohung. Unsere Gesellschaften sind krank.

Wir Ärztinnen und Ärzte wissen Gesundheit und Krankheit nicht nur in den Händen von Individuen, sondern sehen Gesundheit besonders begründet in Bedingungen wie Frieden, soziale Gerechtigkeit, Chancen-Gleichheit, ein stabiles Ökosystem und die sorgfältige Verwendung von Natur-Ressourcen. Deswegen stellen sich uns heute besondere Aufgaben:

* Wir werben für einen Vertrag zur Abschaffung von Atomwaffen und wenden uns gegen die sich abzeichnende Eskalation der Atomwaffen-Rüstung, die das Überleben der Menschheit unvermindert existentiell bedroht.
* Wir streben nach dem sofortigen Ausstieg aus der menschen-feindlichen Atomenergie-Nutzung und wenden uns gegen die sich in Deutschland abzeichnende Übereinkunft zur Atomenergie. Wir bringen unser medizinisches Wissen ein, um zu verhindern, dass das gefährliche radioaktive Inventar über weitere Jahrzehnte aufgestockt, und damit die Gesundheit der Menschen tagtäglich bedroht wird.
* Wir stellen der Militarisierung deutscher Außenpolitik ein zivil-gesellschaftliches Präventions-Modell mit Projekten vorbeugender Konflikt- und Friedensarbeit entgegen. Mit der ersten Kriegs-Beteiligung seit 1945 beim NATO-Krieg gegen Jugoslawien hat sich Deutschland mitschuldig gemacht hat an der Aushöhlung der Vereinten Nationen. Wir wollen jedoch diese einzigartige Institution der Menschheits-Geschichte fördern. Zugleich lehnen wir es ab, dass das zivile Gesundheitswesen der Kriegsplanung verfügbar gemacht wird.
* Wir fordern einen humanen Umgang mit den Ärmsten der Armen in unserem Land, wie traumatisierten Flüchtlingen, wir engagieren uns gegen die Folgen der expandierenden New Order mit eskalierenden wirtschaftlichen und sozialen Abhängigkeiten weltweit und einer schleichenden Aushöhlung der Menschenrechte.

Wir engagieren uns als Ärztinnen und Ärzte in der IPPNW für Gesundheit, und damit für den Frieden zwischen den Menschen und unter den Völkern, basierend auf der Hoffnung, dass eine neue Kultur des Miteinander machbar ist.

Das ist unser Ziel."

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