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Resolution (1989)

Dokumente und Erklärungen

Die Ärzte fordern in Worpswede die Abschaffung und Ächtung aller Atom-, Chemie- und bakteriologischen Waffen sowie ein konventionelles Herunterrüsten bis zur Stufe reiner Verteidigungspotentiale.

"Weil ein Atomkrieg, ob geplant oder aus Versehen, nach wie vor die größte unmittelbare Menschheitsbedrohung darstellt, wollen wir Ärzte der IPPNW weiterhin mit besonderem Engagement dafür kämpfen, diese Gefahr abzuwenden.

Wir fordern die Abschaffung und Ächtung aller Atom-, Chemie- und bakteriologischen Waffen sowie ein konventionelles Herunter-Rüsten bis zur Stufe reiner Verteidigungs-Potentiale. Auch ein sogenannter konventioneller Krieg würde in dichter besiedelten Ländern heute einen Völkermord bedeuten.

Zugleich verlangen wir eine konsequente Abkehr von der Plutonium-Wirtschaft, die im Bereich Sicherheit (Unfälle, kriminelle Entwendungen, Proliferation) und Entsorgung unvertretbare Gefahren enthält.

Rüstungs-Wettlauf, risikoreiche Hoch-Technologien (Chemie-Unfälle!), Umwelt-Zerstörung und Verelendung in der Dritten Welt stehen in einem engen Zusammenhang miteinander. Sie sind Ausdruck eines obsoleten Kults der Stärkung und des Expansionismus der Industrieländer. Er unterhält eine gewalttätige Rivalität unter den Völkern auf Kosten der Schwächeren und eine rücksichtslose Zerstörung der Natur. Deshalb fordern wir Ärzte die Umkehr zu einem neuen Denken:

Die modernen Weltgefahren sind nur zu bannen, wenn alle Völker in Ost, West und Süd begreifen, dass sie durchgängig aufeinander angewiesen sind und ihre egoistischen Machtstrategien zugunsten einer Humansierung der internationalen Beziehungen und einer gemeinsamen Fürsorge für die bedrohte Natur aufgeben müssen.

Weit verbreitete Ängste, Depressionen, Suchten und psycho-somatische Krankheiten bei Jugendlichen und Älteren erweisen sich immer häufiger als Reaktionen auf eine realistisch empfundene steigende Bedrohung unserer Lebenswelt. Es sind Symptome einer Gesellschaft, die sich in selbst-zerstörerische Risiken verstrickt hat und damit nicht nur ihre Zukunft bedroht, sondern schon jetzt vielfaches Leiden produziert. Um so mehr fühlen wir Ärzte uns dazu aufgerufen, unser Engagement für den Frieden zwischen den Völkern wie für den Frieden zwischen Mensch und Natur verstärkt fortzusetzen."

Beschlossen auf der Mitgliederversammlung der Sektion der Bundesrepublik Deutschland der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges e.V. Worpswede am 18.2.1989

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