30.04.2007 Der bekannte Autor Dr. Rainer Karlsch („Uran für Moskau“) ist einer von drei hochkarätigen Experten, die am Donnerstag den 3. Mai in einem Podiumsgespräch über die historischen Hintergründe der Wismut AG, die atomare Rüstung in der UdSSR und die weltweite Gefahren durch Atomwaffen informieren werden. Die öffentliche Veranstaltung richtet sich an Besucher der Bundesgartenschau und Interessierte aus der Region. Sie beginnt um 19 Uhr in der Tonhalle Gera am Puschkinplatz und wird vom Offenen Kanal aufgezeichnet.
Neben Dr. Rainer Karlsch werden Dr. Sebastian Pflugbeil von der Gesellschaft für Strahlenschutz und Dr. Andreas Heinemann-Grüder vom Bonn International Centre of Conversion (BICC) auf dem Podium sitzen. Das Podiumsgespräch wird moderiert von der Journalistin Karin Leppin (u. a. ZEIT, FAZ). Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe zum Wismut-Uranbergbau, die die Regionalgruppe Gera-Jena-Rudolstadt der Ärzteorganisation IPPNW begleitend zur Bundesgartenschau 2007 organisiert.
Hintergrund:
Die Wismut AG war ein Kind des nuklearen Wettrüstens. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges und zu Beginn des Kalten Krieges benötigte die UdSSR möglichst schnell und möglichst viel Uran zum Bau von Atomwaffen. Der größte Teil des Urans in den sowjetischen Atombomben stammte aus der Besatzungszone Deutschlands und der späteren DDR. Die Gegend um Ronneburg, auf der die BUGA 2007 stattfindet, war das Hauptabbaugebiet: 125 000 Tonnen Uran förderte die Wismut zwischen 1951 und 1990 dort zu Tage.
Programm der Veranstaltungsreihe
- Öffentliche Diskussionen in der Tonhalle Gera am Puschkinplatz: Wismut und der Weg zur russischen Atombombe, 3. Mai 2007, 19 Uhr
- Umweltzerstörung durch die Wismut, 7. Juni 2007, 19 Uhr
- Krebsrisiko durch den Wismut-Uranbergbau, 5. Juli 2007, 19 Uhr
- Zusatzveranstaltung für Ärzte und Interessierte: 4. Juli, 17 Uhr, SRH Waldklinikum Gera
- Atomenergie: Griff nach der Bombe, 2. August 2007, 18.30 Uhr
- Vom Atom zur Sonne – Die Energiewende, 4. Oktober 2007, 19 Uhr
- Veranstaltungen im Kirchenzelt auf dem BUGA-Gelände:
26. August 2007 bis 1. September 2007 täglich Ausstellungen und Filme zum Thema Wismut, Uranbergbau, Atomenergie und Atomwaffen - 1. September 2007 – Weltfriedenstag: 12 Uhr, Buntes Programm mit Musik von „Klaus der Geiger“, Spielen, Kraniche basteln, Luftballons und anschließendem gemeinsamen Friedensgebet; 15 Uhr, Bürgermeister von Gera Dr. Norbert Vornehm stellt sich als Mitglied der internationalen Vereinigung „Bürgermeister für den Frieden“ vor. Anschließend zwei Vorträge zum Thema „Atomwaffen in Deutschland – Geschichte und Gegenwart“
Für weitere Informationen oder Vermittlung von Interviews mit den Experten:
Sven Hessmann, Pressereferent, Tel.: 030 – 69 80 74 14
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)
Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de
Fax: 030-6938166, E-Mail: hessmann[at]ippnw.de
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