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Pressemitteilung vom 1. August 2019

"Kein atomares Wettrüsten – Urananreicherung sofort beenden"

Kundgebung an Urananreicherungsanlage Gronau am 4. August 2019

01.08.2019 Rund zwanzig Anti-Atomkraft- und Friedens-Initiativen sowie weitere Organisationen rufen für Sonntag, 4. August 2019, um 13 Uhr zu einer Friedenskundgebung vor der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau auf. Auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), die Ärzteorganisation IPPNW und der Bundesverband der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) gehören zu den aufrufenden Organisationen. Das Motto der Kundgebung lautet: "Kein atomares Wettrüsten – Urananreicherung sofort beenden – auch in Gronau".

Wenige Tage vor der Kundgebung haben zwei Mitglieder des Organisationsteams noch einmal wichtige Hintergründe erläutert.

"Diese Woche läuft der INF-Mittelstreckenraketenvertrag für Europa aus, nächste Woche jähren sich die Jahrestage der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki – und nun beginnt auch am Persischen Golf erneut eine Aufrüstungsspirale rund um die militärische Nutzbarkeit der Urananreicherung im Iran. Der INF-Vertrag ist jetzt Geschichte geworden. Wenn die Bundesregierung es mit ihrem Ruf nach atomarer Abrüstung ernst meint, dann muss sie dem ersten Vertrag beitreten, der wirkliche konkrete Schirtte für atomare Abrüstung einleitet, dem Atomwaffenverbotsvertrag.   so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

"Die Bundesregierung muss ihren aktuellen Sitz im UNO-Sicherheitsrat dafür nutzen, von den Atomwaffenmächten konkrete Schritte zur atomaren Abrüstung zu verlangen. Dabei sollte die Bundesregierung bei sich selbst anfangen: Zum einen ist der Abzug der 20 US-Atomwaffen vom deutschen Luftwaffenstützpunkt Büchel erforderlich, zum anderen die umgehende Stilllegung der bundesdeutschen Urananreicherungsanlage in Gronau. Urananreicherung im industriellen Maßstab wird zukünftig für zivile Zwecke nicht mehr benötigt, denn Atomkraft ist ein Auslaufmodell. Stattdessen  wird Urananreicherung  in  Zukunft hauptsächlich für militärische Zwecke eingesetzt werden, zunächst für  Atomreaktoren in U-Booten," erklärte die Europavorsitzende der Ärzteorganisation IPPNW, Dr. Angelika Claussen.

Die Initiativen und Verbände lehnen ausdrücklich die jetzigen Versuche des in Gronau ansässigen britisch-deutsch-niederländischen Urananreicherers Urenco ab, in den USA selbst Uran bis zu 20 % Uran 235 anreichern zu wollen. Anfang Juli warnte Oliver Meier, Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), gegenüber der Deutschen Presse Agentur mit Blick auf den Iran vor einer solchen Höheranreicherung: "Wer auf 20 Prozent angereichert hat, hat 90 Prozent der Arbeitsschritte bis zum waffenfähigen Uran hinter sich."

Friedensnobelpreisorganisationen sprechen bei der Kundgebung


Bei der Kundgebung in Gronau werden u. a. Dr. Angelika Claussen für IPPNW sowie Paula Reichert für ICAN Deutschland sprechen. Beide Organisationen haben für ihre Arbeit zum Verbot von Atomwaffen jeweils den Friedensnobelpreis erhalten. Ebenfalls sprechen wird der politische Bundesgeschäftsführer der DFG-VK, Michael Schulze von Glaßer. Und Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ wird über den drohenden Transport von atomwaffenfähigem Nuklear-Material von Garching nach Ahaus informieren

Gedenken an Hiroshima und Nagasaki

Ein Redebeitrag der japanisch-deutschen Initiative Sayonara Genpatsu aus Düsseldorf wird an die Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki am 6. bzw. 9. August 1945 erinnern. Mit diesen Atombombenabwürfen wurde weltweit deutlich, wie verheerend ein Atomkrieg für die Menschheit ist. Die Kundgebungsteilnehmer wollen am Sonntag in Gronau mit einer Schweigeminute den zahllosen Opfern der Atombombenabwürfe gedenken.

Grußwort von bedrängter russischer Umweltorganisation Ecodefense


Zudem wird ein Grußwort der Co-Geschäftsführerin der russischen Umweltorganisation Ecodefense, Alexandra Koroleva, vorgetragen. Frau Koroleva musste aufgrund ihrer engagierten Umweltarbeit im Juni 2019 Russland verlassen und hat in Deutschland Asyl beantragt. Die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland arbeiten schon seit Jahren sehr eng mit Ecodefense zusammen, weil allein aus der Urananreicherungsanlage in Gronau bis 2009 rund 27.000 Tonnen Uranmüll zur Endlagerung nach Russland exportiert wurden. Die Initiativen erklären sich mit Ecodefense und Frau Koroleva ausdrücklich solidarisch und fordern ein Ende der staatlichen Repression in Russland. Die Bundesregierung muss sich hier klar an die Seite der bedrängten zivilgesellschaftlichen Organisationen stellen.

Rahmenprogramm

Martina Haase aus Aachen wird die Redebeiträge bei der Kundgebung musikalisch mit Gitarre und Gesang umrahmen. Für das leibliche Wohl sorgt die VolxKüche Schüttorf. Die VolxKüche weist darauf hin, dass noch Kuchenspenden willkommen sind und direkt vor Ort am Sonntag abgegeben werden können.

Kundgebungs-Aufruf:


Der gesamte Kundgebungs-Aufruf findet sich unter: bbu-online.de
Direktlink:
bbu-online.de/Aktuelles/Aufruf%20PDF%20UAA-Kundgebung%2004.08.19.pdf

Weitere Informationen:
www.sofa-ms.de, www.ippnw.de, https://nrw.dfg-vk.de, https://www.ippnw.de

Kontakte für Rückfragen:
Matthias Eickhoff (Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen): Tel. 0176-64699023
Dr. Angelika Claussen (IPPNW): Tel. 0172-5882786
Udo Buchholz (AKU Gronau / BBU): Tel. 02562-23125

Herausgeber
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schütttorf
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Internationale Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)

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Atomenergie - der Treibstoff für die Bombe
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Alex Rosen über Atomwaffen

Interview mit Dr. Alex Rosen - Weltnetz.TV

"Atomwaffen verbieten!," Video von Weltnetz.TV (Youtube)
Teil 1 | Teil 2

Ansprechpartnerinnen


Xanthe Hall

Abrüstungsreferentin
Expertin in Fragen zu Atomwaffen
Tel. 030 / 698074 - 12
Mobil 0171 / 435 84 04
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Inga Blum, IPPNW-Vorstand. Foto: Inga Blum

Dr. Inga Blum
Zuständig für Atomwaffenfragen im Vorstand
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