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Presseinformation vom 11.10.2011

„Die meisten Menschen wissen nicht mal, dass es Atomwaffen noch gibt“

30 Jahre Großdemo Bonn, 25 Jahre Hasselbach, 25 Jahre Gipfel Reykjavik

11.10.2011 Drei wichtige Jahrestage erinnern in diesen Tagen an die bleibende globale Bedrohung durch Atomwaffen. Der Trägerkreis "Atomwaffen abschaffen – bei uns anfangen", dem 50 Organisationen und Gruppen angehören, fordert anlässlich dieser Jahrestage erneut, Verhandlungen eines Vertrags zur Ächtung von Atomwaffen – ähnlich der Bio- und Chemiewaffenkonvention.

Gestern vor genau dreißig Jahren - am 10. Oktober 1981 – protestierten 300.000 Menschen im Bonner Hofgarten anlässlich der von der NATO geplanten Stationierung von „Pershing II“-Mittelstreckenraketen und Marschflugkörpern. Sie forderten damals ein atomwaffenfreies Europa und ein Ende der Blockkonfrontation. Heute vor genau 25 Jahren – am 11. Oktober 1986 – fand in Hasselbach die größte politische Demonstration in der rheinland-pfälzischen Geschichte statt. Und am 11./12. Oktober jährt sich zum 25. Mal das Gipfeltreffen von Gorbatschow und Reagan in Reykjavik, das kurz vor dem Durchbruch zu einer atomwaffenfreien Welt stand, dann aber an dem geplanten US-Raketenabwehrsystem scheiterte.

Xanthe Hall, Sprecherin des Trägerkreises: „Es ist kaum zu glauben, aber wir waren vor 25 Jahren wahrscheinlich näher an einer atomwaffenfreien Welt als heute. Damals war das Thema präsenter als heute und über die Abschaffung aller Atomwaffen wurde tatsächlich verhandelt. Heute reden die Regierungen nicht mehr über eine atomwaffenfreie Welt, sondern nur darüber, wie sie andere Länder daran hindern können, Atomwaffen zu erwerben. Die meisten Menschen wissen nicht mal, dass es sie noch gibt.“

Roland Blach, Koordinator des Trägerkreises, sagt: „Der Kalte Krieg ist mittlerweile seit über 20 Jahren Geschichte, die Teilung Europas überwunden, die atomaren Mittelstreckenraketen längst abgezogen. Das Ziel einer atomwaffenfreien Welt wird aber nur noch als „Vision“ bezeichnet. Es ist an der Zeit, tatsächlich zu verhandeln, statt Lippenbekenntnisse zum Ziel ‚Global Zero’ abzugeben“.

In Deutschland hat sich ein breites Bündnis aus über 50 Organisationen und das Bürgermeisternetzwerk „Mayors for Peace“ zusammengeschlossen, um sich für ein Verbot und die Vernichtung aller Atomwaffen einzusetzen. Die Bürgermeister für den Frieden sind eine der größten NGO’s weltweit mit über 5.000 Mitgliedern weltweit, darunter allein 400 in Deutschland. Mayors for Peace vertritt nunmehr über 1 Milliarde Menschen in über 150 Ländern. Nach dem Abschluss der dreijährigen Kampagne „unsere zukunft – atomwaffenfrei“ im November 2010 für einen Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland, plant das Bündnis eine neue Kampagne mit dem Ziel, die Unterstützung Deutschlands für ein Verbot und die Vernichtung aller Atomwaffen zu erhalten. Weitere Informationen zum Stand der Planung unter www.atomwaffenfrei.de

Kontakte: Xanthe Hall, Abrüstungsreferentin der IPPNW, Körtestr. 10, 10967 Berlin,  Tel: 030-698074-12, Fax: 030-6938166, www.atomwaffenfrei.de | www.atomwaffenA-Z.info | www.ippnw.de 

Kampagne "atomwaffenfrei.jetzt",  Koordination, c/o DFG-VK Landesverband Baden-Württemberg, Werastr. 10, 70182 Stuttgart, Tel. 0711-51885602, Mobil 0177-2507286, Email ba-wue[at]dfg-vk.de

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Juliane Hauschulz

Juliane Hauschulz
Referentin für nukleare Abrüstung
Tel. 030-698074 - 23
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Dr. med. Lars Pohlmeier

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IPPNW-Forum 186: Nukleare Abrüstung statt leerer Versprechen

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Faltblatt "Mut zum Widerspruch. Mut zur Abrüstung. Gemeinsam gegen die atomare Bedrohung!"
mit Hintergründen zu Rüstungskontrolle und Völkerrecht, zur aktuellen Aufrüstung und zum Engagement für die Abschaffung der Atomwaffen. 

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Massenvernichtungs-waffen im Namen der Kirche?
Die Stellungnahme kritisiert die Friedensdenkschrift 2025 der Evangelischen Kirche in Deutschland - insbesondere den Versuch, den Besitz von Atomwaffen, die Abschreck-ungslogik und die nukleare Teilhabe zu rechtfertigen.

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Hibakusha/Survivors - Überlebende von Atomwaffen: Das vierseitige Faltblatt erläutert die Folgen von Atomwaffen für die Überlebenden und lässt Betroffene zu Wort kommen. Format DinA4.

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Factsheet: Auswirkungen einer Atomexplosion. Was passiert, wenn eine Atombombe gezündet wird? Welche sofortigen, kurz- und langfristigen Auswirkungen hat ihre Explosion? Format DinA4.

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