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Olympia-Kampagne – geplante Anzeige in der Süddeutschen Zeitung

06.01.2020 Auch in diesem Jahr plant die IPPNW wieder eine große Anti-Atom-Anzeige in der Süddeutschen Zeitung. Das Thema: Die Olympischen Spiele in diesem Sommer finden in Japan statt. Einige Wettkämpfe werden sogar in der Fukushima-Region ausgetragen. „Tokio 2020: The Radioactive Olympics“ – so lautet eine von der IPPNW initiierte, internationale Aktion, mit der auf die anhaltenden Folgen der Atomkatastrophe aufmerksam gemacht werden soll.

 

Nicht unter Kontrolle

Die Olympischen Sommerspiele 2020 in Japan sollen suggerieren, der Super-GAU in Fukushima sei vorbei. Die IPPNW wendet sich dagegen, dass die Olympischen Spiele auf diese Art politisch missbraucht werden. Denn tatsächlich ist die Situation rund um die havarierten Atomreaktoren keineswegs „unter Kontrolle“.
In der Region Fukushima stehen hunderttausende große schwarze Plastiksäcke mit abgetragener radioaktiv strahlender Erde nahezu ungeschützt in der Landschaft. Wind und Regen bringen radioaktive Partikel aus den Wäldern und Bergen.  

Nach dem Super-GAU wurden die Grenzwerte von 1 auf 20 mSv/Jahr erhöht, um eine Rückkehr der Bewohner in die dekontaminierten Gebiete zu erzwingen. Damit wird gegen international geltende Strahlenschutzregeln verstoßen. Insbesondere Kinder und Schwangere sind gefährdet. Der Rückkehr-Druck wird durch Beendigung der finanziellen Unterstützung für die Geflohenen massiv erhöht. Das ist aus ärztlicher Sicht unverantwortlich.

2019 wurden neue Daten zum Schilddrüsenkrebs bei Kindern veröffentlicht. Danach ist die normalerweise in diesem Lebensalter sehr seltene Erkrankung in den Jahren 2014-2018 in Fukushima um den Faktor 23 häufiger aufgetreten als im japanischen Durchschnitt.

 

Radioaktive Olympische Spiele

Olympische Baseball- und Softball-Wettkämpfe sollen in Fukushima-City ausgetragen werden -  50 km vom Katastrophenort entfernt. Der olympische Fackellauf soll am 26. März 2020 im Sportzentrum J-Village beginnen, nur 20 km von den Atomruinen entfernt.

Auf diese Weise soll suggeriert werden, dass es keine gefährlichen Folgen des Atomunfalls gäbe. Die Athletinnen und Athleten halten sich aber nur sehr kurze Zeit in der Fukushima-Region auf. Ganz anders ist die Situation für die Menschen, die immer dort wohnen.

Die IPPNW fordert, auf die Austragung olympischer Wettkämpfe in Fukushima und auf den Fackellauf in den verstrahlten Gebieten zu verzichten – als Akt der Solidarität mit der vom Super-GAU betroffenen Bevölkerung.
Die IPPNW wendet sich gegen eine Wiederbelebung der Atomenergie zur angeblichen Klimarettung. Ziel ist ein weltweiter Ausstieg aus der Atomenergie.

Bitte unterzeichnen Sie den Anzeigentext zum Thema und helfen Sie mit, dass die geplante Veröffentlichung in der Süddeutschen Zeitung möglich wird.

 

 

 

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