IPPNW.DE
Text vergrößernText verkleinernSeite druckenRSS-Feed aufrufen Seite versenden

Gefahren ionisierender Strahlung

Bis vor wenigen Jahren beruhte die Erforschung der gesundheitlichen Wirkung von Radioaktivität ganz wesentlich auf den Daten der Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki. Dies hat - wie wir heute wissen - zu einer Unterschätzung des Strahlenrisikos geführt. In jüngster Zeit häufen sich epidemiologische Studien, die große Gruppen untersuchen, die über eine lange Zeit niedrigen Strahlendosen ausgesetzt waren. Dies ermöglicht eine realistischere Risikoabschätzung.

Wissenschaftler verweisen auf neue Datenlage

Am 8. Oktober 2014 informierte die Ärzteorganisation IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in Sozialer Verantwortung) auf einer Fachtagung mit Politikern und Wissenschaftsjournalisten in Berlin über die gesundheitlichen Folgen ionisierender Strahlung. Der Epidemiologe Prof. Dr. med. Wolfgang Hoffmann und der Kinderarzt Dr. med. Alex Rosen erläuterten, dass groß angelegte epidemiologische Studien der letzten 15 Jahre das Verständnis von biologischen Effekten durch Radioaktivität, Röntgenstrahlen und anderen Formen ionisierender Strahlung grundlegend verändert haben.
Beitrag von Dr. Alex Rosen

 

Ulmer Expertentreffen: Gefahren ionisierender Strahlung

Auf einem Expertentreffen auf Einladung der IPPNW am 19. Oktober 2013 in Ulm warnten Ärzte und Wissenschaftler vor Gesundheitsschäden durch ionisierende Strahlung. Die Hintergrundstrahlung, die medizinische Strahlendiagnostik, die Atomenergienutzung und Atomwaffentests verursachen epidemiologisch nachweisbare Gesundheitsschäden. Ausgelöst werden diese schon durch Strahlendosen in der Größenordnung von 1 Millisievert (mSv). Es gibt keinen Schwellenwert, unterhalb dessen Strahlung unwirksam wäre. Mit der Anwendung des Kollektivdosiskonzepts können entsprechende Gesundheitsrisiken, beispielsweise die Folgen von Atomunfällen, quantitativ abgeschätzt werden. Die Experten fordern zudem die Einführung eines risiko-basierten Strahlenschutzkonzepts. Das IPPNW-Dokument "Gefahren ionisierender Strahlung" vom 11. Januar 2014 könnte zur überfälligen Neubewertung des Risikos ionisierender Strahlung und zur Anpassung des Strahlenschutzes beitragen:
Gefahren ionisierender Strahlung - Ergebnisse des Ulmer Expertentreffens vom 19.10.2013 (IPPNW-Informationen vom 15.01.2014) 

 

Ärzte zeigen: Krebserkrankungen schon nach niedrigen Strahlendosen

Seit langem warnen Wissenschaftler und Ärzte vor den Folgen ionisierender Strahlung für die menschliche Gesundheit. Eine im British Medical Journal im Mai 2013 veröffentlichte Studie dokumentiert die Risiken der Computertomographie: Knapp 10 Jahre nach einer Strahlenexposition von durchschnittlich "nur" 4,5 Millisievert war das Risiko, an Krebs zu erkranken, um 24% erhöht.
Beitrag von Alex Rosen

 

Radioaktive Strahlung ist gefährlicher als bislang angenommen

Dr. Wolfgang Hoffmann, Professor für bevölkerungsbezogene Versorgungsepidemiologie und Community Health an der Universität Greifswald, sagte im Interview mit dem "IPPNW-Forum": "Man weiß heute viel mehr über die Gefährlichkeit der Strahlung als früher. Das liegt daran, dass sich die epidemiologische Datenlage inzwischen verbessert hat."
Interview mit Wolfang Hoffmann

 

Indirekte Strahlenwirkungen

Lange Zeit sind Strahlenbiologen davon ausgegangen, dass radioaktive Strahlung die Zellen allein über DNA-Strangbrüche schädigt. Nun hat man festgestellt, dass Strahlung die Zellen auch auf anderem Wege schädigen kann. Während der 1990er Jahre und vor allem seit 2000 wurden neue Strahlenwirkungen entdeckt. Man bezeichnet sie als indirekt (untargeted), da das Ziel (target) nicht die DNA ist. Lesen Sie mehr über genomische Instabilität, den Bystander-Effekt und DNS-Mutationen im
Beitrag von Ian Farlie

 

National Academy of Science bestätigt die Gefahren der Niedrigstrahlung

Die als konservativ geltende "National Academy of Science" der USA schrieb im Juni 2005 in einer Studie, dass es keine untere Schwelle für gefährliche Strahlendosen gibt. Alle Dosen können Krebs auslösen. Radioaktive Strahlung ist somit gefährlicher als bisher offiziell angenommen. Mehr dazu finden Sie in der
IPPNW-Presseinformation vom 14.09.2005

 

 

Foto: 

Sitemap Überblick