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Atomenergie ist keine Antwort auf den Klimawandel

12.01.2020 Immer aggressiver versucht die Atomlobby weltweit, Atomenergie als "sichere, wirtschaftliche und saubere" Alternative zu fossilen Brennstoffen zu bewerben. Die selbe Botschaft führte bereits 2010 zu der Entscheidung der Schwarz-Gelben Bundesregierung, den Atomausstiegsbeschluss von 2001 durch eine Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke zu torpedieren. Der Ausstieg kam dann doch: 2011 nach Fukushima, aber die Atomindustrie verdiente sich durch dieses Manöver damals eine goldene Nase und die Steuerzahler wurden durch de stümperhafte zweiten Atomausstieg massiv belastet.

Nun also erneut: Atomenergie soll angeblich das Klima retten. Damit hausieren die Lobbyisten auf den internationalen Klimakonferenzen und in den Hauptstädten der Atomstaaten. In Ländern wie Großbritannien und Frankreich hat diese Argumentation die Umweltbewegung bereits erfolgreich gespalten und selbst intelligente und gut informierte Öko-Veteranen wie George Monbiot singen mittlerweile das Lied der Atomlobby und träumen den Traum von einer sauberen, sicheren und wirtschaftlichen neuen Generation von Atomreaktoren. Sie übersehen dabei, dass es diese Reaktoren noch gar nicht gibt und dass diese Versprechen so alt sind wie die Atomindustrie selbst.

Nun haben Lobbyisten der Atomindustrie, wie z.B. der deutsche Atomindustrie-Verein Nuklearia auch begonnen, sich unter die Fridays for Future Demos zu mischen und dort mit Plakaten "Atomenergie - Ja Danke" auf sich aufmerksam zu machen. Die TAZ und der Spiegel haben unkritische, atomfreundliche Artikel veröffentlicht und am rechten Rand von CDU/CSU und FDP rumoren wieder die Ewiggestrige und fordern den Ausstieg aus dem Ausstieg, während sich die AfD gemeinsam mit Nuklearia an die Spitze der Pro-Atom-Bewegung setzt.

Die IPPNW hat aus diesem Anlass ein Informationsblatt herausgegeben, in dem die wesentlichen Argumente zusammengefasst sind, weshalb Atomenergie keine Lösung für die Klimakatastrophe darstellt, da sie weder sauber ist, noch sicher, noch wirtschaftlich sinnvoll. Das Proliferationsrisiko, die verdrängenden Marktmechanismen, die Folgen von Uranbergbau und das ungelöste Ewigkeitsproblem des Atommülls werden allesamt auf einprägsame Art und Weise thematisiert.

Das Informationsblatt kann hier heruntergeladen und im IPPNW-Shop bestellt werden. Wir freuen uns auf eine weite Verbreitung.

Dr. med. Alex Rosen ist Co-Vorsitzender der deutschen IPPNW

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