Die hessische Regionalgruppe der IPPNW appelliert an die SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke im Hessischen Landtag zu kooperieren und gemeinsam eine Wende in der Energiepolitik durchzusetzen. “In Hessen bietet sich derzeit die einmalige Chance, eine echte Energiewende – weg von Kohle und Atom, hin zu 100% Erneuerbaren Energien – durchzusetzen”, schreibt die Ärzteorganisation in einem offenen Brief, der heute bei den jeweiligen Fraktionsvorsitzenden im Hessischen Landtag eingegangen ist.
In dem offenen Brief schreibt die Ärztevereinigung:
“In Hessen kann offensichtlich keine Regierung gebildet werden, ohne im Wahlkampf gemachte Koalitionsaussagen zu korrigieren. Selbst auferlegte Tabus dürfen eine zukunftsorientierte Politik aber nicht blockieren (...) Für Hessen als Flächenland bietet sich nach der Wahl die einmalige Gelegenheit, die atomar-fossile Energiepolitik zu überwinden und eine energiepolitische Vorreiterrolle zu übernehmen. Den Auftrag der Wählermehrheit haben Sie bekommen. Nutzen Sie die Gunst der Stunde, indem sie im Parlament klare Vorgaben für einen raschen Ausstieg aus der unverantwortlichen Atomenergie und den entschlossenen Wechsel zu einer ökologisch tragfähigen Energieerzeugung gemeinsam durchsetzen!”
Die IPPNW engagiert sich seit Jahren gegen die Nutzung der Atomenergie – besonders in Hessen: Erst im Januar hatte die Ärztevereinigung eine Untätigkeitsklage gegen die Hessische Landesregierung gestellt. Damit soll eine Entscheidung über die Stilllegung des Atomkraftwerks Biblis B erreicht werden.
Sven Hessmann, Pressereferent, Tel.: 030 – 69 80 74 14
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)
E-Mail: hessmann@ippnw.de
Über die IPPNW: Diese Abkürzung steht für International Physicians for the Prevention of Nuclear War. Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges engagieren sich seit 1982 für eine Welt ohne atomare Bedrohung und Krieg. 1985 wurden sie dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Heute setzt sich die IPPNW in 60 Ländern für Frieden und Abrüstung ein.
Die deutsche Sektion der IPPNW wurde u. a. von Horst Eberhard Richter und Ulrich Gottstein gegründet. Seit der Wende engagieren sich IPPNWler als "Ärzte in sozialer Verantwortung" auch für gesundheitspolitische Themen (z. B. Gesundheitsversorgung für Menschen ohne Papiere). Hierzulande sind rund 7.000 ÄrztInnen und Medizinstudierende Mitglieder der IPPNW.
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