Workshops auf dem IPPNW-Jahrestreffen

Workshop 1

Atomkrieg aus Versehen

Wo liegen die Risiken der Künstlichen Intelligenz im militärischen Bereich? In dem Workshop wird anhand von konkreten Beispielen erläutert, wie es durch Fehlalarme, Unfälle oder andere Komplikationen zur atomaren Katastrophe kommen kann, der wir in der Vergangenheit bereits mehrfach nur knapp entgangen sind. Aktuell verschärfen zusätzlich Cyberangriffe, Klimakrise und Hyperschallraketen die Gefahr eines Atomkriegs bis hin zum Flash War. Im Anschluss Klärung offener Fragen und Diskussion von Handlungsmöglichkeiten.
Referent: Prof. Karl Hans Bläsius (Hochschule Trier)
Moderation: Ralph Urban und Susanne Grabenhorst

Workshop 2

Lingen und Gronau

Dieser Workshop informiert über die Problematik der Brennelementefabrik Lingen und der Anreicherungsanlage Gronau, deren Besitzverhältnisse sowie den Beziehungen zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Atomkraft. Themen werden auch sein: die Grfährlichkeit der Urantransporte und die irreführende Propagierung der "neuen kleineren" AKW´s.
Referenten: Alexander Vent von der Bürgerinitiative Lingen und Vladimir Slivyak, Mitgründer on Ecodefense und Träger des Right Livelihood Award (alternativer Nobelpreis).
Moderation: Dr. Sigrid Klose-Schlesier

Workshop 3

Poliklinik Veddel

Der Workshop informiert über die "Poliklinik Veddel" in Hamburg und deren integrierte Gesundheitsversorgung. Die Poliklinik Veddel ist ein soziales Stadtteilgesundheitszentrum, das neben der multiprofessionellen Versorgung auch durch eine kontinuierliche Gemeinwesenarbeit z.B. in Form von Präventionsprojekten versucht Gesundheitsproblemen kollektiv zu begegnen. Dabei stehen Themen wie gesundheitliche Chancengleichheit und Lebensbedingungen im Fokus.
Referent: Poliklinik Veddel, voraussichtlich Tobias Filmar
Moderation: Studigruppe Hamburg
Referent: Tobias Filmar, Poliklinik Veddel
Moderation: Studigruppe Hamburg

Workshop 4

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Abschiebungen

Wie wir unsere kranken Klient*innen und Patient*innen schützen können

Der Koalitionsvertrag der neuen Regierung enthält im Bereich Migration und Integration neben erfreulichen Reformvorhaben auch viel Schatten: Dazu gehört die Ankündigung einer „Rückführungsoffensive“ . Menschen, die man hier nicht haben möchte, sollen verstärkt abgeschoben werden. Schon in den letzten 10 Jahren beobachten wir eine verschärfte Abschiebepolitik, insbesondere auch von Kranken  und Traumatisierten. Dabei ist jede Abschiebung ein staatlich legitimierter Gewaltakt, der besonders bei vulnerablen Menschen schwere gesundheitliche Schäden bewirken kann. Der Arbeitskreis Geflüchtete der IPPNW hat dazu einen Report erarbeitet, eine Handreichung für Heilberufler*innen bei Abschiebungen verfasst und eine Checkliste für ärztliche Atteste und Stellungnahmen im aufenthaltsrechtlichen Verfahren zusammengestellt. Diese Materialien möchten wir im Workshop vorstellen und gleichzeitig darüber gemeinsam nachdenken, wie wir vor allem unsere kranken Klient*innen und Patient*innen schützen können. Besonders muß die zunehmend gängige Praxis, aus stationärer Behandlung abzuschieben, gestoppt werden. Hierrüber würden wir gerne mit den Workshopteilnehmer*innen in den Austausch kommen und Ideen sammeln. 

Moderation: Gisela Penteker und Ernst-Ludwig Iskenius

Workshop 5

Sicherheit neu denken

In dem Workshop wollen wir zunächst das Szenario „Sicherheit neu denken“ – von der militärischen zur zivilen Sicherheitspolitik kurz vorstellen. Das Szenario fußt auf dem theoretischen Konzept von Friedenslogik, ein Konzept, das im Umfeld der Plattform zivile Konfliktbearbeitung entstand. Konkret werden wir in dem Workshop das Konzept der Friedenslogik unter dem Aspekt betrachten, wie eine neue Entspannungspolitik mit atomarer Abrüstungspolitik und dem Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) verknüpft werden kann. Es soll gezeigt werden, das das Ziel des Atomwaffenverbots und eine neue Außenpolitik im Geiste von „gemeinsamer Sicherheit“ den notwendigen Paradigmenwechsel in den internationalen Beziehungen in Zeiten der Klimakrise herbeiführen können.
Referentin: Dr. Angelika Claußen, IPPNW-Vorsitzende

Workshop 6

Atomwaffenverbot

Wo stehen wir mit unserer Arbeit für den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag (AVV)?
Was können wir von der demnächst in Wien stattfindenden ersten Staatenkonferenz zum AVV erwarten?
Können wir noch verhindern, dass ab 2023 die technisch aufgerüsteten B61-12 Atombomben in Büchel stationiert werden? Wie können wir als humanitäre Stimme gegen Atomwaffen in Deutschland und international lauter werden? Diese und andere Fragen wollen wir gemeinsam diskutieren.
Moderation: Dr. Lars Pohlmeier und Dr. Inga Blum

Workshop 7

Brandherd NATO-Russland-Krise

Wie kam es dazu? Und was jetzt tun?

Zum Zeitpunkt der Konzipierung dieses Workshops hat Russland gerade einen kriegerischen Angriff auf die Ukraine begonnen, nachdem schon seit 8 Jahren ein Krieg in der Ostukraine tobt. Inzwischen hat Russland sogar implizit mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Wie konnte es zu dieser katastrophalen Eskalation in dem seit langem schwelenden NATO-Russland-Konflikt kommen, mit all seinen desaströsen humanitären Folgen? Bei allem von Putin begangenem Unrecht, von dem derzeit öffentlich fast ausschließlich die Rede ist: Welchen Anteil haben 25 Jahren fortgesetzter NATO-Osterweiterung und die Weigerung des Westens, über russische Sicherheitsinteressen und seit Monaten vorliegende Forderungen zu verhandeln? Und welche Verantwortung hat der Westen dafür, eine weitere Eskalation zu stoppen? Wie kommen wir aus diesem Desaster wieder heraus? Welche Möglichkeiten gibt es, zu einer stabilen Friedensordnung für Europa zu kommen? Die Doomsday Clock tickt unaufhörlich.
Referent*innen:
Prof. Johannes Varwick (Lehrstuhl für Internationale Beziehungen an der Universität Halle/Wittenberg und 2019-2021 Präsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik)
Prof. em. Norman Paech (Völkerrechtler, vormals Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der Univ. Hamburg und zeitweilig Mitglied des Bundestages)
Moderation: Christoph Krämer, AK Süd-Nord

Veranstaltungsort


Kassenärztliche Vereinigung Hamburg

Humboldtstraße 56, 22083 Hamburg


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