Workshops auf dem IPPNW-Jahrestreffen
Wie hat das digitale Zeitalter Aktivismus verändert?
Facilitator*innen: Tillmann, Lena, unterstützt von weiteren Studis
"Junge Menschen werden über Werte und Emotionen abgeholt, nicht nur über Daten und rohe Fakten. Digitale Kompetenz bedeutet Expertise in eine Sprache zu übersetzen, die in einem 10 bis 15-sekündigen Scrollvorgang hängen bleibt. Dieses neue Feld von “influencen” und “content creation” wollen wir in diesem Workshop im Kontext von politischen Bewegungen adressieren. Wie können wir emotionales “story telling” nutzen? Welche Positivbeispiele in der Politik zeigen uns, dass dies funktioniert und wo sehen wir schon effektive Anwendungen in internationalen IPPNW-Kreisen? Gleichzeitig wollen wir eure Meinungen, Wünsche und Frage zu sozialen Medien erfahren, um Strategien für die Gewinnung neuer IPPNW-Mitglieder aus allen Generationen zu entwickeln und den intergenerationellen Austausch zu stärken. Dieser Workshop ist von der IPPNW-Studigruppe für alle Altersklassen gedacht, ob mit oder ohne Vorwissen. "
Verantwortlich: Lena Gedat und Tillmann Arlt, unterstützt von weiteren Studierenden
Militarisierung des Gesundheitswesens – wie komme ich ins Gespräch mit meinen Kolleg*innen?
Referent*innen: Robin Maitra, Ute Rippel-Lau, Myriam Vincent
Die Militarisierung des Gesundheitswesens schreitet schnell vor an. Wie kann ich auf die Fragen und Sorgen meiner Kolleg*innen eingehen und welche Fragen habe ich vielleicht selber? Wir wollen uns austauschen über häufige Argumente für die Kriegstüchtigkeit und über Möglichkeiten, für Friedensfähigkeit zu werben. Wie können wir bestenfalls Widerstand organisieren?
Referent*innen: Robin Maitra, Ute Rippel-Lau, Myriam Vincent
Der sogenannte Friedensprozess in der Türkei, die Bedeutung für die ganze Region und die Möglichkeiten, den Prozess zu unterstützen.
Referent*innen: Ingrid Wallbrach-Fickler, Dorothea Zimmermann
Ingrid Walbrach-Fickler und Dorothea Zimmerann berichten über ihre Teilnahme der Reise von IPPNW-Mitgliedern nach Türkei-Kurdistan im März und geben Auskunft über die aktuelle Entwicklung. Wir wollen uns darüber austauschen, ob der türkisch-kurdische Konflikt ein Thema für die Friedensorganisation IPPNW ist und welche Möglichkeiten der solidarischen Einflussnahme wir haben.
Verantwortlich: Gisela Penteker, AK Menschenrechte Türkei
Entspannungspolitik 2.0
Referent: Prof. Dr. Johannes Varwick, Lehrstuhl für internat. Beziehungen und europäische Politik, Univ. Halle-Wittenberg – vorm. Präsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik
Die eigentliche Zeitenwende war nicht 2022, sondern sie steht uns noch bevor. Wir sollten den Mut aufbringen, uns selbst zu ihrem aktiven Motor zu machen!
Die historische Entspannungspolitik veränderte die Welt - zum Besseren. Sie bewahrte sie vor dem Atomkrieg – mit langem Atem. Seine historische Rede zum "Wandel durch Annäherung" hielt Egon Bahr 1963 in Tutzing. Unter Willy Brandt und Leonid Breschnjew kam es dann in den 1970er-Jahren zum KSZE-Prozess: Verständigung mit dem "Reich des Bösen".
Mit dem Sturz von Brandt, der Eskalation des Kalten Krieges und der Erklärung Mitteleuropas zum atomaren Schlachtfeld erlebte diese zunächst einen Rückschlag. Dann wurden aber der INF-Vertrag und 1990 das Ende des Kalten Krieges erreicht (besiegelt mit der KSZE-"Charta von Paris"). Wesentlich mit-vorangetrieben durch die Friedensbewegung und Organisationen wie die IPPNW – die 1985 den Friedensnobelpreis erhielt.
Der historische Fehler lag nicht in dieser Entspannungspolitik, sondern darin, sie aufzugeben – berauscht vom Wahn, der Sieg der westlichen Hegemonie sei global und endgültig.
Die wirkliche Zeitenwende müssen wir SELBER anstoßen – wofür wir Mut brauchen: Abkehr vom Glauben an Feindbilder und Gewalt als Quellen für Sicherheit sowie Rückbesinnung auf den Kern der Charta von Paris: Sicherheit und Stabilität in Europa (global?) sind nicht GEGEN unsere Nachbarn erreichbar, sondern nur als gemeinsame Sicherheit aller Beteiligten.
Verantwortlich: AK Süd-Nord, Moderation: Christoph Krämer
Mit Trumps Politik geht die humanitäre Katastrophe in Palästina und Nahost weiter
Referenten: Dr. Kamal Salem (Mitglied IPPNW), Uwe Trieschmann (IPPNW)
Mit Trumps Friedensplan hat sich die Situation für die Menschen in Palästina nicht entscheidend verbessert. Ein Selbstbestimmungsrecht für Palästinenser, eine Voraussetzung für Frieden, ist in weiterhin in großer Ferne.
An 13. Januar 2026 schrieb UNICEF: „Seit dem Waffenstillstand Anfang Oktober wurden in Gaza mehr als 100 Kinder getötet. Das entspricht etwa einem Mädchen oder Jungen pro Tag. Und das während eines Waffenstillstands. Das Leben in Gaza ist nach wie vor erdrückend. Das Überleben ist weiterhin ungewiss. Die Bombardierungen und Schießereien haben während des Waffenstillstands zwar nachgelassen, aber sie haben nicht aufgehört.“
Die israelische Regierung hat die Lizenz für 37 Hilfsorganisationen zum 1. März gekündigt. 53 NGOs haben dagegen protestiert: „Trotz des Waffenstillstands ist der humanitäre Bedarf nach wie vor extrem hoch. In Gaza lebt jede vierte Familie von nur einer Mahlzeit pro Tag.“ Das oberste Gericht Israels hat den Beschluss zwar kurz vor dem 1. März aufgehoben, aber die humanitären NGOs hatten ihre Arbeit schon vorher einstellen müssen. Der Krieg gegen den Iran verschärft die Situation noch einmal für die Menschen in Palästina weiter.
Wir wollen uns informieren und diskutieren, wie wir uns als IPPNW in Kampagnen zur Unterstützung der Menschen in Palästina und für einen wirklichen Frieden in Nahost einbringen können.
Referenten: Dr. Kamal Salem (Mitglied IPPNW), Uwe Trieschmann (IPPNW)