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Energiewende ohne Atom und Kohle

8 Jahre Fukushima - 33 Jahre Tschernobyl

Die IPPNW-Anzeige "Energiewende ohne Atom und Kohle - 8 Jahre Fukushima – 33 Jahre Tschernbyl" erschien am 11. März 2019 in der Süddeutschen Zeitung. Herzlichen Dank allen 2.134 Unterstützer*innen!

Text der Anzeige

Energiewende ohne Atom und Kohle

33 Jahre Tschernobyl, 8 Jahre Fukushima

Am 26. April 1986 explodierte ein Atomreaktor in Tschernobyl. Über Europa zogen gefährliche Strahlenwolken. Hunderttausende Betroffene leiden noch immer an zahlreichen strahlenbedingten Krankheiten.

Am 11. März 2011 kam es nach einem Erdbeben und Tsunami zur Atomkatastrophe in Japan mit Kernschmelze in drei Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi. 200.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. 50.000 von ihnen leben weiterhin in Behelfsunterkünften und weigern sich, in ihre verstrahlten Dörfer und Städte zurück zu kehren.

Denn trotz aufwändiger „Dekontaminierung“ ist die Strahlenbelastung in den freigegebenen Gebieten vielerorts noch deutlich zu hoch und gefährdet die Gesundheit, besonders für Kinder und Schwangere.

Diese Atomkatastrophen haben in Deutschland zum Atomausstiegsbeschluss geführt. Im Interesse eines konsequenten Umwelt- und Klimaschutzes müssen zudem die Kohlekraftwerke zügig abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse der Klimaforscher zwingen zum Umdenken und schnellen Handeln, wenn wir die weltweite Klimakatastrophe verhindern wollen. Es ist die letzte Chance.

Deshalb fordern wir:
Energiewende ohne Atom und Kohle!

Immer wieder gibt es Versuche, die Atomenergie als umweltfreundlich anzupreisen und den Ausstiegsbeschluss in Frage zu stellen. Atomstrom ist bei Berücksichtigung aller Verfahrensschritte jedoch keineswegs klimaneutral.
Das Abschalten der Atom- und Kohlekraftwerke darf auf keinen Fall dazu führen, dass Atom- oder Kohlestrom aus anderen Ländern importiert wird. Damit würde die Energiewende konterkariert.

Auch dürfen Strahlenschutz und Umwelt-/Klimaschutz nicht zulasten der Sicherheit und Gesundheit nachfolgender Generationen gegeneinander ausgespielt werden. Beide sind gleich wichtig.

Wir brauchen eine kluge Fortsetzung der Energiewende: klimaneutral, dezentral, bezahlbar, versorgungssicher und ohne Importe von Kohle- und Atomstrom:

  • Für Wind- und Sonnenenergie sind Langzeit-Stromspeicher erforderlich, um „Dunkelflauten“ zu überbrücken. Die Entwicklung und Markteinführung effizienter Speichersysteme muss Vorrang haben.
  • Moderne, klimafreundliche Gaskraftwerke und kommunale Blockheizkraftwerke sind zunächst als Bausteine der Energiewende zu erhalten, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
  • Das Energiesystem muss für alle bezahlbar bleiben: Überhöhte Profite der Energiekonzerne zulasten der Verbraucher und Stromabschaltungen bei Haushalten mit geringem Einkommen sind zu unterbinden.

Fukushima-Anzeige 2019

Internationaler IPPNW-Kongress



Hier finden Sie die Kongressdokumentation:
5 Jahre Leben mit Fukushima – 30 Jahre Leben mit Tschernobyl
26.-28.02.2016, Berlin

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