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IPPNW-Pressemitteilung vom 26.4.2010

Merkel muss Abrüstung zur Chefsache machen

Abzug von US-Atomwaffen aus Europa

26.04.2010

Mit großem Entsetzen reagiert die IPPNW auf die Äußerungen von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen und US-Außenministerin Hillary Clinton: Clinton hatte den Abzug der US-Atomwaffen aus Europa unter den Vorbehalt gestellt, dass Russland seinerseits abrüstet. Rasmussen glaubt, die US-Atomwaffen in Europa seien nach wie vor essentiell für die nukleare Abschreckung.

Die IPPNW-Ärzte fordern die Bundesregierung dazu auf, sich im Vorfeld der Nichtverbreitungskonferenz (NPT-Konferenz) vom 3.-28. Mai 2010 in New York dieser Nato-Politik entgegenzustellen. In einem über alle Fraktionen hinweg gefassten Beschluss haben die Abgeordneten des Deutschen Bundestages die Bundesregierung aufgefordert, sich mit Nachdruck für einen Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland auszusprechen. Diese Forderung muss Bundeskanzlerin Angela Merkel jetzt offensiv gegenüber den NATO-Partnern vertreten.

Eine Delegation von IPPNW-ÄrztInnen und –Medizinstudierenden wird zur NPT-Konferenz nach New York fahren. Dort werden sie am 4. Mai 2010 gemeinsam mit VertreterInnen des gesellschaftlichen Bündnisses „Für eine Zukunft ohne Atomwaffen“ den gleichnamigen Appell an den UN-Generalsekretär Ban Ki-moon übergeben. Bisher fordern darin knapp 8.000 Unterzeichner die Bundesregierung auf, konsequent auf einen Abzug der letzten US-Atomwaffen aus Deutschland, einen Stop aller Modernisierungspläne für Atomwaffen und ihre Trägermittel sowie ein Nein zu Atomwaffen in der neuen NATO-Strategie hinzuwirken. Prominente Unterstützer dieses Appells sind u.a. der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske, Bischof Heinz Josef Algermissen, der Nobelpreisträger Prof. Paul Crutzen, der Schriftsteller Günter Grass, der Psychoanalytiker Prof. Dr. Horst-Eberhard Richter sowie führende Politiker von SPD, der Linken und der Grünen wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier, der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion „Die Linke“ Jan van Aken und die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast.

Den Bundestagsantrag "Deutschland muss deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen setzen" finden Sie unter http://www.atomwaffenfrei.de/fileadmin/user_upload/pdf-dateien/1701159.pdf

Pressekontakt: Angelika Wilmen, Tel. 030-698074-15, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, wilmen[at]ippnw.de, www.ippnw.de

Kontakt in New York: Mobil 0049-162-2057943

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