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IPPNW-Pressemitteilung vom 13.02.2020

Krieg und Militär haben eine verheerende Ökobilanz

Sicherheitskonferenz in München

13.02.2020 Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW fordert im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz eine Reduktion der Emissionen des Militärs durch Abrüstung. Nicht die Migration aufgrund des Klimawandels darf als Sicherheitsrisiko definiert werden, sondern die militärische Aufrüstung selbst, die auf der einen Seite die Klimakatastrophe befeuert und finanzielle Ressourcen für deren effektive Bekämpfung bindet und auf der anderen Seite zu großem menschlichem Leid, zu Zerstörung von Infrastruktur und zur Entstehung von Fluchtbewegungen führt. So plant US-Präsident Donald Trump in seinem Haushaltsentwurf zusätzliche Ausgaben für eine Modernisierung des US-Atomwaffenarsenals in Höhe von 3,2 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 20 Prozent entsprechen würde. Dafür will er im Umwelt- und Bildungsbereich kürzen.

Der diesjährige Munich Security Report betont die Gefahren für die „nationale Sicherheit“, die der Klimawandel mit sich bringt, vor allem im Hinblick auf die Migration. „Politiker*innen und Militärs scheinen ihre Hauptaufgabe in der Abschottung ihrer Territorien vor Millionen von fliehenden Menschen zu sehen. Was bisher nicht in ihrem Fokus steht, ist die Tatsache, dass das Militär selbst für enorme Treibhausgasemissionen und die Entstehung von Fluchtbewegungen verantwortlich ist“, kritisiert die IPPNW-Vorsitzende Susanne Grabenhorst.

Allein die Ökobilanz des militärischen Großmanövers Defender 2020, für das bis zu 20.000 US-Soldat*innen mit entsprechendem schweren Gerät über den Atlantik und anschließend quer durch Europa an die russische Grenze transportiert werden, sei immens. Der gewaltige Logistikaufwand wird sich in vielfältiger Form auch im zivilen deutschen Verkehrswesen niederschlagen, welches ohnehin bereits zu den Hauptverursachern von CO₂-Emissionen in Deutschland gehört. Damit leistet Deutschland mit der Bereitstellung militärischer Transportrouten einen weiteren Beitrag zur Klimakrise.

Seit Beginn des Krieges gegen den Terror 2001 und 2017 hat das US-Militär laut der Studie „The costs of War“ ca. 1,2 Milliarden Tonnen CO₂ ausgestoßen. Das ist mehr als ganze Länder wie Portugal, Dänemark oder Schweden ausstoßen. Und diese Zahlen sind unvollständig, da sie den Beitrag der US-Rüstungsindustrie zur Klimaerwärmung außen vor lassen, die circa 15% des gesamten Industrievolumens der USA ausmachen. Auch fehlen die Emissionen zerstörter Ölquellen des Gegners, die teils noch lange nach Zerstörung brennen.  Außerdem wird die Infrastruktur der angegriffenen Länder zerstört und der Wiederaufbau ist erneut mit Emissionen verbunden.

Die IPPNW kritisiert, dass die Emissionen der Militärmanöver der NATO-Partner bisher nicht erfasst werden. Wie im Dezember letzten Jahres als Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag bekannt wurde, sieht sich das deutsche Verteidigungsministerium nicht in der Lage, die Emissionen einzelner Manöver zu berechnen.

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

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Ansprechpartnerin

Susanne Dyhr, IPPNW-Referentin für Soziale Verantwortung
Susanne Dyhr
Referentin für Soziale Verantwortung
Tel. 030/698074 - 17
Email: dyhr[at]ippnw.de

Materialien



Papier der Plattform "Globale Gesundheit"

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"Klimawandel – die Doppelrolle der Gesundheitsarbeitenden"
Zusammenfassung des Workshop von Carlotta Conrand auf dem Kongress Armut und Gesundheit 2018

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