Wellcome Trust: Weitere fünf Jahre Investitionen in fossile Energien

Offener Brief fordert Transparenz und Divestment

Der Wellcome Trust ist eine der wichtigsten philantrophischen Institutionen weltweit. Seine Arbeit hat Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlergehen vieler Millionen Menschen. Insbesondere hat der Wellcome Trust maßgeblich zur Erforschung des Klimawandels und seiner Folgen beigetragen. Umso enttäuschender die Nachricht, auch in den nächsten fünf Jahren in den Industriebereich fossiler Energien investieren zu wollen.
80 führende Gesundheitsexperten, darunter Fiona Godlee und Richard Horton, die Herausgeber des British Medica Journal bzw. des Lancet, sowie die beiden Vorsitzenden der internationalen Lancet Commission on Health and Climate Change und David Mc Coy, der Direktor und Klimaexperte der britischen IPPNW (Medact) haben den Welcome Trustin einem offenen Brief auf, Investitionen in den fossilen Energieerzeugungssektor zu beenden. Begründet wurde der Aufruf mit den verheerenden Klimafolgen, die der Abbau fossiler Energien auslöst. Wie vom Trust höchstselbst bestätigt, muss ein Großteil der fossilen Kohlereserven im Boden verbleiben, um eine durchschnittliche globale Erderwärmung von 2 Grad und die daraus resultierenden katastrophalen Gesundheitsfolgen abzuwenden. Demnach muss eine Transformation des gesamten Energiesektors vollzogen werden: Abwendung von fossilen Energieträgern und Hinwendung zur nachhaltigen Energiegewinnung.
Divestment spielt bei dieser Transformation eine tragende Rolle. Zum einen entzieht es dem fossilen Energiesektor (finanzielle) Mittel  und verringert die soziale Akzeptanz. Zum anderen trägt es der Unvereinbarkeit zwischen fossiler Energiegewinnung und einer gesunden Erde mit gesunden Menschen Rechnung. Damit entspricht es einem Grundgebot medizinischer Ethik: Do no harm!
Die Entscheidung des Wellcome Trusts  weiterhin in den fossilen Energieerzeugungssektor zu investieren, widerspricht diesem Gebot und sendet falsche Signale sowohl an die Industrie als auch an die Gesellschaft als Ganzes. Die Aufforderung von MedizinnerInnen und Gesundheitspersonal mehr Transparenz und baldige Schritten in Richtung Divestment zu schaffen, ist damit nicht nur wünschenswert sondern dringend nötig.

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Ansprechpartnerin

Susanne Dyhr, IPPNW-Referentin für Soziale Verantwortung
Susanne Dyhr
Referentin für Soziale Verantwortung
Tel. 030/698074 - 17
Email: dyhr@ippnw.de

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