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PatientInneninformation muss unabhängig bleiben

Gegenwind für EU-Kommissionsvorschlag

Die EU-Kommission will der Pharmaindustrie in Zukunft erlauben, "Informationen" zu Gesundheit, Krankheit und rezeptpflichtigen Arzneimitteln anzubieten. Dafür machen sich Pharmahersteller seit Jahren stark. Doch damit wollen sich viele EU-BürgerInnen und Organisationen nicht abfinden. Ein breites Bündnis von PatientInnen- und ÄrztInnenorganisationen fordert einen Stopp für die EU-Vorschläge. Stattdessen soll der Zugang zu industrie- unabhängiger Information nachhaltig verbessert werden.

Die BUKO Pharma-Kampagne hat mit der Ärzteorganisation IPPNW Deutschland, der BundesArbeitsGemeinschaft der PatientInnenstellen- und initiativen (BAGP) sowie der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) eine gemeinsame Stellungnahme entwickelt. Das Bündnis fordert, VerbraucherInneninformationen zu rezeptpflichtigen Arzneimitteln durch die Hersteller weiterhin zu verbieten. Verstöße gegen geltendes EU- bzw. nationales Recht sollen stärker kontrolliert und geahndet werden. Außerdem
müsse vergleichende Information über Arzneimittel durch unabhängige Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Dazu sei es notwendig die bereits bestehenden unabhängigen Informationsanbieter besser zu vernetzen und finanziell zu stärken.

Gesundheitsinformationen sind ein wichtiger und notwendiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Damit PatientInnen eine sachgerechte Entscheidung in Gesundheitsfragen treffen können, brauchen Sie unabhängige und ausgewogene Informationen. Anbieter der Information sollte jedoch immer eine unabhängige Institution sein, die keine unmittelbaren ökonomischen Interessen an der Produktvermarktung hat. Dies war eines der häufigsten Argumente innerhalb des EU-Konsultationsprozesses. Doch es gibt noch mehr kritische Punkte. Eine Sammlung kritischer Einwendungen hat die BUKO Pharma-Kampagne auf ihrer Webseite zusammengetragen.
Schon jetzt beherrscht die Pharmaindustrie viele Kanäle der Kommunikation um einseitige "Informationen" zu Gesundheit, Krankheiten und Arzneimittel zu streuen. Deshalb veranstaltet die Berliner Ärztekammer gemeinsam mit der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft sowie der Zeitschrift: Gute Pillen - Schlechte Pillen am 7. Mai 2008 eine Informationsveranstaltung zum "Einfluss der Pharmaindustrie auf Arzt und Patient". Redner ist unter anderem Dr. Peter Mansfield. Experte für VerbraucherInnenschutz im Pharmabereich und Gründer von Healthy Skepticism / Australien).

Anmeldungen zur Veranstaltung können an die Berliner Ärztekammer gerichtet werden.

Den vollständigen Text der Erklärung finden Sie unter: http://www.bukopharma.de/index.php?page=stellungnahmen

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Ansprechpartnerin

Susanne Dyhr, IPPNW-Referentin für Soziale Verantwortung
Susanne Dyhr
Referentin für Soziale Verantwortung
Tel. 030/698074 - 17
Email: dyhr@ippnw.de

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