Wucherpreise für die neuen Hepatitis C-Medikamente

IPPNW unterstützt Ärzteprotest

11.06.2015 Über 140 deutsche und österreichische Ärztinnen und Ärzte, von denen viele Menschen mit Hepatitis C behandeln und regelmäßig die neuen Therapien gegen die Krankheit verschreiben, beklagen öffentlich den hohen Preis dieser Medikamente. Die Ärzte betrachten die unangemessen hohen Preise für diese Medikamente mit Sorge. Wenn alle, die diese Medikamente benötigten, damit behandelt würden, würde dies - bei Behandlungskosten zwischen € 44.000 bis deutlich über 50.000 Euro allein Deutschland absehbar zu einem Kollaps des öffentlichen Gesundheitswesens führen.

In den Ländern des globalen Südens werde die Behandlung - trotz eines Preisnachlasses in einigen Ländern -  bis auf weiteres unerschwinglich bleiben. Gilead, der Hersteller des Mittels Sofosbuvir (Handelsnahme Sovaldi), begründet den hohen Preis denn auch nicht mit den Kosten für Forschung und Entwicklung, sondern mit den Kosten für die Übernahme der Firma, die das Medikament entwickelt hat, in Höhe von mehreren Milliarden US Dollar.
In dem Appell heißt es:

„Wir rufen die beteiligten Firmen zur Mäßigung auf und zur drastischen Reduktion der Preise der direkt antiviral wirkenden Hepatitis-C-Medikamente, so dass diese breit eingesetzt werden können.“

„Wir fordern die Politik auf, schnell wirksame Regulationsmechanismen zu entwickeln, die der maßlosen, unkontrollierten und rein gewinnorientierten Preisgestaltung von neuen Medikamenten durch Pharmafirmen auf Kosten der Sozialsysteme Einhalt gebieten.“

„Wir unterstützen den Einspruch von Ärzte der Welt e.V. gegen das Patent für den Sovaldi-Wirkstoff Sofosbuvir beim Europäischen Patentamt (EPA) in München.“

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Ansprechpartnerin

Susanne Dyhr, IPPNW-Referentin für Soziale Verantwortung
Susanne Dyhr
Referentin für Soziale Verantwortung
Tel. 030/698074 - 17
Email: dyhr@ippnw.de

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