Suche
Spenden
Menü
Pressemitteilung vom 06.11.2001

Der Kampf gegen den Terrorismus braucht eine wirklich solidarische Politik

IPPNW lehnt Entsendung deutscher Soldaten ab

Berlin- Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) lehnen die Bereitstellung deutscher Soldaten zur Unterstützung des Krieges gegen Afghanistan entschieden ab. Die Rechtfertigung dieser Absicht mit einer "bedingungslosen Solidarität" gegenüber den USA entwertet den Begriff der Solidarität als Beistand für Schwächere und Benachteiligte.

Vier Wochen Bombardement in Afghanistan haben der IPPNW bewiesen, dass Krieg das grundsätzlich falsche Mittel ist, um die Verantwortlichen für die Terroranschläge vom 11. September einer gerechten Bestrafung zuzuführen. Gewalt ist nicht mit Gewalt zu bekämpfen. In diesen vier Wochen wurden weder die Taliban entmachtet, noch ist man Bin Ladens habhaft geworden oder hat die Strukturen el Qaidas nachhaltig zerstört. Statt dessen ist einmal mehr die Zivilbevölkerung zur Hauptleidtragenden dieses Krieges geworden.Fünf Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Doch nicht nur das humanitäre Elend der Flüchtlinge und die zivilen Toten sind Argumente für ein radikales sicherheitspolitisches Umdenken und das sofortige Ende dieses Krieges. Der Krieg fördert die Wut islamischer Menschen und verbreitert den Nährboden von Terrorismus. Der Krieg fördert die politische Instabilität in Pakistan, einem Land mit Atomwaffen, dessen Verfügungsgewalt zunehmend zu einem Problem werden kann. Nachbarstaaten wie Indien und China, beide ebenfalls Atommächte, und Indien in einem historischen Konflikt um Kaschmir mit Pakistan, schauen mit äußerster Skepsis auf die Entwicklung.

Die Entsendung deutscher Soldaten in diesen Krieg ist der grundsätzlich falsche Beitrag, dem Übel des Terrorismus bei zu kommen. Deutschland bindet sich noch weiter in die rigorose Machtpolitik der USA ein. Die Rückkehr zu einer Politik der Vernunft und Besonnenheit wird immer schwerer werden.

Der Gießener Psychotherapeut und Sozialphilosoph Professor Horst-Eberhard Richter, Ehrenvorstandsmitglied der IPPNW, warnt: "Mehr Sicherheit gibt es nur durch eine Politik größerer sozialer Gerechtigkeit auf der Basis von Ebenbürtigkeit und Gleichberechtigung. Das allein ist eine konstruktive Friedenspolitik, die den Terrorismus seines Nährbodens beraubt."

zurück

Ansprechpartnerin

Anne Jurema

Anne Jurema
Referentin "Soziale Verantwortung"
Tel. 030/698074 - 17
Email: jurema[at]ippnw.de

Materialien

Risiken und Nebenwirkungen von AbschiebungenRisiken und Nebenwirkungen von Abschiebungen. Sechs wichtige Argumente. Infoblatt, DIN A4 doppelseitig
PDF | Im Shop bestellen

Risiken und Nebenwirkungen der Militarisierung von Grenzen. Sechs wichtige Argumente. Infoblatt, DIN A4 doppelseitig
PDF | Im Shop bestellen

Empfehlungen für Gesundheitsfachkräfte in Abschiebesituationen
pdf-Datei

IPPNW-Forum 184: 
Menschenrechte statt Mauern: Für eine solidarische Migrationspolitik!
Lesen
 | Im Shop bestellen

IPPNW-Report: Gesundheitliche Folgen von Abschiebungen
Bestellen | PDF

 

Dokumentation: Best Practice for Young Refugees. Ergebnisse und Beiträge einer internationalen Fachkonferenz  
pdf Datei

Menschenrechtstribunal

Navigation