Pressemitteilung vom 27.10.2022

IPPNW und vdää* kritisieren fortgesetzte Verfolgung von Ärzt*innen und Menschenrechtler*innen in der Türkei

Festnahme von Prof. Dr. Şebnem Korur Fincanci

Şebnem Korur Fincancı hatte sich letzte Woche kritisch zu möglichen Verletzungen des Chemiewaffenverbots durch die Türkei bei Angriffen auf kurdische Zivilist*innen und Kämpfer*innen der PKK im Nordirak geäußert und gefordert, dass jeder Vorwurf des Einsatzes von Chemikalien in einem Krieg untersucht werden müsse. Sie bezog sich dabei auf einen Bericht der IPPNW Deutschland vom 12. Oktober 2022, in dem die Ärzt*innenorganisation eine sofortige, unabhängige internationale Untersuchung fordert, um dem Verdacht weiter nachzugehen und künftige Verletzungen des Chemiewaffenverbotes durch die Türkei mit Maßnahmen im Rahmen der Vereinten Nationen zu verhindern. Am 26. Oktober 2022 bekräftigte auch die World Medical Association und ihr Vorsitzender Frank Ulrich Montgomery diese Forderung.

Prof. Fincancı ist eine international renommierte Gerichtsmedizinerin, ausgezeichnet mit vielen Preisen für ihren unbestechlichen und unermüdlichen Einsatz für die Menschenrechte, gegen Folter, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in der Türkei und in der ganzen Welt. Sie ist zudem Ko-Autorin des sogenannten „Istanbul-Protokolls“, dem UN-Standard zur Diagnostik und Therapie von Folterüberlebenden.

Mit der Vorsitzenden der Menschenrechtsstiftung und Ärztekammer Korur Fincancı verbindet die IPPNW eine langjährige Zusammenarbeit. Sie ist unter anderem Trägerin des Medizinischen Friedenspreises, den die IPPNW gemeinsam mit anderen europäischen Gesundheitsorganisationen verleiht.

Viele Staaten, auch die Türkei, haben sich in internationalen Abkommen verpflichtet, die Menschenrechtsarbeit zu ermöglichen und Menschenrechtsverteidiger*innen zu schützen. Die politisch motivierten Strafverfahren gegen Opposition und Menschenrechtler*innen in der Türkei müssen aufhören.

Kontakt: Angelika Wilmen (IPPNW), Friedensreferentin, Tel. 030 698 074 13, E-Mail: wilmen@ippnw.de
Pressesprecherin vdää*: Nadja Rakowitz, Mobil 0172 - 185 8023


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THEMEN

Flucht & AsylMedizin und GewissenGesundheitspolitikGlobal HealthBest Practice for Young RefugeesGlobal Health SummerE-Card

Veranstaltungen mit Menschenrechtler*innen aus der Türkei

Nächste Termine:
04.10.2022 10-16:00 Uhr
Fachtag Trauma - zum Umgang mit Folter (PDF)
Nachbarschaftshaus Urbanstraße 21, 10962 Berlin

06.10.2022, 19:00 Uhr
Diskussion: Menschenrechte und demokratische Bewegung in Kurdistan-Türkei (PDF)
Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32, 12049 Berlin

12.10.2022, 17:30 Uhr
Fachgespräch: Kurdische Zivilgesellschaft meldet sich zu Wort
Ort: Friedensbildungswerk Köln, Obenmarspforten 7-11, 50667 Köln (PDF)

 

 

Ansprechpartnerinnen

 

Anne Jurema
Referentin "Soziale Verantwortung"
Tel. 030/698074 - 17
Email: jurema[at]ippnw.de



Laura Wunder
Projektmitarbeiterin Soziale Verantwortung, Frieden und Klima
Tel. 030 / 698074 - 19
Email: wunder[at]ippnw.de

Materialien

Globale Impfgerechtigkeit: Warum der Globale Norden versagt hat und worauf es ankommt
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IPPNW-Report: Gesundheitliche Folgen von Abschiebungen
Lesen

 

IPPNW-Forum 164: Mitwirkung bei Abschiebungen: Ärzt*innen zwischen Gesetzen und Ethik
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Empfehlungen für heilberuflich Tätige in Abschiebesituationen
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Lesetipp | Deutsches Ärzteblatt: Asylbewerber: Ein ethisches Dilemma

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