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IPPNW-Presseinfo 6.3.2009

IPPNW begrüßt Beschluss der Ärztekammer Nordrhein

Keine E-Card-Lesegeräte für die Arztpraxen

06.03.2009 Die Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) begrüßen den heute bekannt gewordenen Beschluss des Vorstandes der Ärztekammer Nordrhein, ihren Kammerangehörigen zu empfehlen, sich derzeit keine Lesegeräte für die elektronische Gesundheitskarte zu beschaffen und nicht am Basis-Rollout teilzunehmen. Die IPPNW hatte im Dezember letzten Jahres in der betroffenen Region die Kampagne "Keine E-Card-Lesegeräte in unsere Praxen" gestartet.

"Wir lehnen eine Anschaffung von Lesegeräten für diese aus datenschutzrechtlicher Sicht hochgefährliche Technologie ab", so Vorstandsmitglied Matthias Jochheim. "Das Arzt-Patienten Verhältnis wird durch die Speicherung sensibler Patientendaten in zentralen Rechnern beschädigt oder sogar zerstört", erklärt Jochheim. Zudem gebe es nach wie vor keinen belegbaren medizinischen Nutzen der Elektronischen Gesundheitskarte. Die Handhabung der Abläufe in den Praxen werde erheblich behindert. Die elektronische Gesundheitskarte widerspreche eklatant der Verpflichtung zu sparsamer, die Gelder der Versicherten schonender Arbeitsweise. Kosten der milliardenschweren Entwicklung der Gesundheitskarte, ihrer Installation und Mehrkosten für die Praxisabläufe würden auf Patienten und Ärzte abgewälzt. Allein für 2009 seien rund 800 Millionen Euro an Finanzaufwand geschätzt worden.

"Die nur zu berechtigten Einwände und ablehnenden Beschlüsse der Ärzte wurden von den Betreibern, insbesondere von der Bundesregierung, bisher ignoriert und keinerlei qualifizierter Antwort gewürdigt", kritisiert der IPPNW-Arzt. Die Einführung von Telematik-Hardware ohne online-Funktionen bedeute eine Salami-Taktik zur Überwindung der Widerstände, die einer demokratischen Gesellschaft unwürdig sei. Neue Kommunikationstechnik dürfe gerade im Gesundheitsbereich erst eingeführt werden, wenn ihre Wirkungen umfassend erprobt und von den Anwendern als unbedenklich und nützlich akzeptiert wurden.

Kontakt: Angelika Wilmen, IPPNW-Geschäftsstelle, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin,  Tel.: 030-698074-15, Email: wilmen[at]ippnw.de

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Ansprechpartnerinnen

Anne JuremaAnne Jurema
Referentin "Soziale Verantwortung"
Tel. 030/698074 - 17
Email: jurema[at]ippnw.de

Laura WunderLaura Wunder
Referentin für Klimagerechtigkeit und Global Health
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Email: wunder[at]ippnw.de

Kayra Hohmann AkbulakKayra Hohmann Akbulak
Projektmitarbeiterin für den Bereich Soziale Verantwortung
Tel. 030 / 698074 - 0
E-Mail: hohmann[at]ippnw.de

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