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IPPNW-Pressemitteilung vom 1.09.2020

Militärische Ressourcen umlenken zur Bekämpfung humanitärer Not

Anti-Kriegstag

01.09.2020 Zum Antikriegstag weist die ärztliche Friedensorganisation IPPNW auf die steigende Gefahr von Gewaltkonflikten und humanitärer Not aufgrund der Corona-Pandemie hin. Insbesondere in Konflikt- und Krisenländern drohten sozioökonomische Verwerfungen und politische Unruhen. Die Ärzteorganisation fordert die Bundesregierung auf, den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat zu nutzen, um das internationale Engagement in der Friedensförderung und Konfliktbewältigung erheblich zu intensivieren. Der UN-Generalsekretär António Guterres hat vor einer „Pandemie des Hungers“ infolge der SARS-CoV-2-Pandemie gewarnt.

In vielen Ländern, deren Ressourcen aufgrund von Krieg und Konflikten ohnehin schon begrenzt sind, bedrohen Hunger und medizinische Unterversorgung die Gesundheit und das Leben der Zivilbevölkerung. So zeigt eine neue Untersuchung des afghanischen Gesundheitsministeriums, wie stark sich SARS-CoV-2 in dem Land ausgebreitet hat. Das Ministerium schätzt, dass sich bereits rund 10 Millionen Menschen angesteckt haben. Vielerorts mangelt es nach rund vier Jahrzehnten Krieg an medizinischem Personal und dringend benötigter Schutzausrüstung gegen das Virus.

Die Pandemie verschärft auch die Hunger- und Wirtschaftskrise im Jemen. Immer mehr Menschen leiden aufgrund der enormen Preissteigerung. Hilfsorganisationen warnen, dass mehr als fünf Millionen Menschen ab November bei ausbleibender finanzieller Unterstützung keinen Zugang zu ausreichend Nahrung haben.

Auch in Syrien fehlt es nach neun Jahren Bürgerkrieg und aufgrund der Sanktionen gegen die Assad-Regierung an Schutzkleidung, Masken und Desinfektionsmittel. Es gibt zu wenig medizinisches Personal, Klinikbetten, Beatmungsgeräte, Medikamente und Laborkapazitäten. Auch in den überfüllten Flüchtlingslagern mit schlechter Gesundheitsversorgung leiden die Menschen unter den miserablen hygienischen Bedingungen.

„Die Corona-Pandemie erfordert eine Stärkung internationaler Zusammenarbeit im Rahmen der UNO und des Multilateralismus und eine Umlenkung von militärischen Ressourcen zur Finanzierung globaler öffentlicher Güter“, erklärt Susanne Grabenhorst, Co-Vorsitzende der IPPNW. Alte und neue Krisen wie im Libanon und in Belarus erforderten die Unterstützung ziviler Lösungen und nicht militärische Maßnahmen. „Angesichts des kriegerischen Überfalls Deutschlands auf Polen heute vor 81 Jahren muss für die deutsche Politik klar sein, dass  Rüstungsexporte, Militärmanöver und Auslandseinsätze sofort beendet werden müssen,“ so Grabenhorst.

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