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IPPNW-Pressemitteilung vom 19. Juni 2026

Historischer Auftrag zur Verständigung und Versöhnung

85 Jahre Überfall auf die Sowjetunion

85 Jahre nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 erinnert die deutsche IPPNW-Sektion an die Millionen Opfer des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges und an die besondere historische Verantwortung von Gesellschaft und Politik in Deutschland. Geschätzte 27 Millionen Menschen aus den Gebieten der heutigen Ukraine, Russlands, Belarus und anderen ehemaligen Republiken der damaligen UdSSR verloren ihr Leben, unzählige weitere litten unter Krieg, Besatzung und Gewalt durch die deutsche Wehrmacht. Das Gewaltverbot der UN-Charta, das die internationale Gemeinschaft als Reaktion auf die Schrecken des Zweiten Weltkrieges beschloss, erklärt Frieden zu einer international verbindlichen Norm. Dem Frieden zu dienen, ist Staatsziel der Bundesrepublik, das mit der Präambel und dem Artikel 1, Abs. 2 und weiteren Regelungen im Grundgesetz formuliert wird. Die IPPNW fordert die Bundesregierung auf, deutlich mehr diplomatische Anstrengungen zur Beendigung des Ukrainekrieges zu unternehmen, die den Aufbau einer neuen europäischen Friedensordnung zum Ziel erklären. 

„Frieden und Verständigung mit allen Völkern der ehemaligen Sowjetunion bleiben unsere historischen Aufgaben. Wir suchen entsprechend unserem humanistischen Menschenbild in allen Bevölkerungen nach Anknüpfungspunkten und Gemeinsamkeiten, um Frieden und Abrüstung voranzutreiben. Der russische Krieg gegen die Ukraine hat unermessliches Leid für die Zivilbevölkerung und Soldaten verursacht. Für Russland beziffern unterschiedliche Quellen die Verluste mit 1,2-1,4 Millionen Soldaten, für die Ukraine zwischen 500.000-600.000 Soldat*innen. Die Bundesregierung sollte jetzt eine europäische Initiative zu Beendigung dieses Krieges auf den Weg bringen. Dazu könnte sie die chinesisch-brasilianischen Vorschläge aus dem Jahr 2024 wieder aufgreifen, die von der Schweiz unterstützt werden. Darin wurde u.a. eine Absage an den Einsatz von Atomwaffen, die Vermeidung des Angriffs auf zivile Ziele und die Lösung der humanitären Krise als wichtige Aspekte zu einer Friedenslösung vorgeschlagen“, erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. 

Für Deutschland setzt sich die IPPNW dafür ein, dass zivile Kooperationen auch mit Russland, wie Städtepartnerschaften, erhalten und ausgeweitet werden. Zivilgesellschaftliche Brücken zu schlagen, bedeutet keine Unterstützung von Regierungspolitik, sondern schafft wichtige Instrumente zum Schutz von Minderheiten und bereitet den Boden für Frieden und Versöhnung.

Am 8. Mai 1945 erfolgte die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Dies bedeutete auch das Ende des deutschen Krieges gegen die Sowjetunion. Zu den furchtbarsten Kriegsverbrechen durch deutsche Militärs zählten die Verbrechen an Ukrainerinnen und Ukrainern, aber auch die 872 Tage andauernde Belagerung Leningrads mit über einer Million ermordeten Zivilist*innen. Der Krieg beruhte u.a. auf der Ideologie einer „überlegenen arischen Herrenrasse“ und ihrem „Lebensraum im Osten“.

Wir lehnen als IPPNW Stereotype und Propaganda über angebliche ethnische Eigenheiten ab, die ein Zusammenleben von Menschen nicht ermöglichen würden. Als internationale Organisation fordern wir, zivilgesellschaftliche Räume für Dialog und perspektivische Versöhnung zu schaffen oder vorzubereiten. In allen Staaten gibt es Menschen, die die Politik der Regierung kritisieren, oft unter großen Opfern und persönlichen Risiken. Die IPPNW unterstützt die Forderung nach Asyl für ukrainische und russische Kriegsdienstverweigerer.
 
Den 6-Punkte-Plan von China und Brasilien, den die Schweiz unterstützt hat, finden Sie auf S. 12 des IPPNW-Papiers Waffenstillstand und Frieden für die Ukraine 

Pressekontakt (nicht zur Veröffentlichung):
IPPNW-Friedensreferentin Angelika Wilmen, Tel. 030 698074-13, E-Mail: wilmen[at]ippnw.de 

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Ansprechpartner*innen

Marek Voigt
Marek Voigt
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 030 / 698074 - 15
Email: voigt[at]ippnw.de

Regine Ratke
Regine Ratke

Redaktion IPPNWforum, Social Media
Assistenz der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 030 / 698074 - 14
Email: ratke[at]ippnw.de

Samantha Staudte
Samantha Staudte
Redaktion Web, Bildarchiv, Presseverteiler
Tel. 030 / 698074 - 14
Email: staudte[at]ippnw.de

 
Angelika Wilmen
Angelika Wilmen

Interne Kommunikation
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

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