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IPPNW-Pressemitteilung vom 20. April 2026

Militärisch besetzte Zone im Libanon steht friedlicher Lösung entgegen

Geplante Besatzung durch Israel

Die Friedens- und Gesundheitsorganisation IPPNW kritisiert die geplante israelische Besatzung im Süden Libanons scharf und fordert die Bundesregierung auf, sich gegenüber der israelischen Regierung für einen Rückzug ihrer Bodentruppen einzusetzen. Von beiden Konfliktpartnern solle die Bundesregierung die strikte Einhaltung der zehntägigen Waffenruhe im Libanon einfordern. Eine militärisch besetzte Zone im Südlibanon steht einer nachhaltigen friedlichen Lösung des Krieges im Nahen Osten im Weg. Zudem müsse die Bundesregierung beim morgigen Treffen des Rates für Auswärtige Angelegenheiten der EU wegen ihrer fortdauernden Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen in Gaza, dem Westjordanland und dem Libanon für die Aussetzung des Assoziationsabkommens mit Israel stimmen.

„Die deutsche Politik muss mehr Druck auf Israel ausüben, denn kritische Worte über ‚offen gehaltene Gesprächskanäle‘ reichen offensichtlich nicht. Mehr als eine Million EU-Bürger*innen haben sich im Rahmen einer europäischen Bürgerinitiative für die Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel eingesetzt. Dafür muss auch Deutschland auf dem morgigen EU-Treffen eintreten. Nach mehreren europäischen Ländern hat sich vor vier Tagen auch das Niederländische Parlament dafür ausgesprochen. Deutschland muss seine Blockadeposition endlich aufgeben“, erklärt IPPNW-Vorstandsmitglied Dr. Uwe Trieschmann.

Die israelische Armee hat den von ihr kontrollierten Süden des Libanon laut einem Medienbericht in drei Abschnitte unterteilt. Die "gelbe Linie" - nach dem Modell des israelisch besetzten Gazastreifens - soll sechs bis zehn Kilometer entfernt von der Grenze verlaufen. 55 libanesische Dörfer liegen in dieser Zone. Den Bewohner*innen wird die Rückkehr in die Dörfer innerhalb des Gebiets nicht gestattet. Die israelische Regierung behält sich das Recht vor, in dieser Zone weiterhin militärisch „aktiv“ zu sein. Laut Medienberichten sprengt sie Häuser, führt „Räumungsaktionen“ durch und schießt aus Panzern.

Die "rote Linie" betrifft die erste Reihe von Dörfern direkt an der israelisch-libanesischen Grenze, in der die meisten Gebäude bereits zerstört sind. Die dritte Linie reicht bis zum Litani-Fluss, der ca. 30 Kilometer von der Grenze entfernt liegt. In dem Bereich will die israelische Armee ihre Kontrolle laut der israelischen Zeitung "Jediot Achronot" durch "Feuerkraft und Beobachtungsposten durchsetzen".

Die im Januar 2026 ins Leben gerufene Europäische Bürgerinitiative zur Aussetzung des Assoziierungsabkommens der EU mit Israel hat in mindestens zehn EU-Mitgliedsstaaten die erforderliche Stimmenanzahl überschritten – deutlich mehr als die vorgeschriebenen sieben. Zusätzlich haben am 15. April 2026 knapp 400 ehemalige Minister*innen, Diplomat*innen und andere hochrangige EU-Beamt*innen öffentlich die Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der Europäischen Union und Israel gefordert.

Sie finden die Europäische Bürgeriniative unter eci.ec.europa.eu/055/public/

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Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

Materialien

Flyer "Gaza: Nein zum Angriff auf das humanitäre Völkerrecht!"

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Aktion

Petitionen und Aufrufe, die die IPPNW Deutschland unterstützt

GAZA: Starvation or Gunfire -  This is Not a Humanitarian Response
Aufruf CeasefireNow

Für einen gerechten Frieden in Gaza. Waffenexporte stoppen & Hilfsblockade beenden!
gerechter-frieden.org/petition

UNRWA funding cuts threaten Palestinian lives in Gaza and region, say NGOs
Aufruf auf der Homepage des Norwegian Refugee Councils

Waffenlieferungen an Israel und bewaffnete palästinensische Gruppen stoppen!
Aufruf von humanitären und Menschenrechtsorganisationen
Aufruf (deutsch) auf der Homepage von amnesty international
Aufruf auf Englisch

Petition "Ceasefire Now!"
Für einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen und in Israel
Petition auf Change.org unterzeichnen

Health Care and Public Health Professionals’ Call to Immediate Action to Address the Violence in Israel and Gaza and Its Health Consequences
Aufruf von Gesundheitsberufler*innen unterstützen

Friedensappell: Für ein Ende der Gewalt in Israel und Palästina
Petition des Netzwerk Friedenskooperative

Reden & Berichte

Nein zum Angriff auf das humanitäre Völkerrecht
5.06.2025 Rede Franca Brüggen und Angelika Wilmen (PDF)

Für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel
11.01.2025 Rede Dr. Nadia Bieler (PDF)

„Das Unmögliche denken und schaffen“ – Gerechter Frieden Palästina und Israel
16.11.2024 Rede Dr. med. Lars Pohlmeier (PDF)

Terroristische Angriffe lassen sich nicht durch Krieg und Bombenteppiche bekämpfen!
28.10.2023  Rede Dr. Angelika Claußen (PDF)

Vernunft, kluge Diplomatie und Abschied von der Gewalt
12.11.2023 Rede Matthias Jochheim (PDF)

Beide Seiten sehen und zuhören: Mit f&e in Israel und der Westbank
Bericht famulieren & engagieren 2023 (IPPNW-Blog)

There’s no such thing as the voiceless: Bericht aus dem besetzten Westjordanland
Bericht famulieren & engagieren 2023 (IPPNW-Blog)

Statements von Organisationen in Israel/Palästina

Seit Jahren arbeitet die IPPNW im Rahmen der Begegnungsreisen nach Israel/Palästina mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort zusammen. Im Folgenden veröffentlichen wir einige Statements von Organisationen aus Israel und Palästina, mit denen wir im regelmäßigen Austausch stehen.

Inmitten des Schreckens liegt eine Chance für den Frieden
Erklärung des Palestine-Israel Journal
englisch/deutsch

Der Brief, der uns empört
Dutzende israelische Ärzt*innen unterzeichneten einen Brief, der das Militär auffordert, "Hornissennester und die sie schützenden Krankenhäuser" im Gazastreifen zu zerstören. Eine Antwort von Physicians for Human Rights Israel
englisch/deutsch auf der Seite von medico

Palestinian CSO Send a Letter to the UN High Commissioner Calling for Ceasefire, and Stress on the Root Causes
Brief des Palestinian Centre for Human Rights, Al Mezan Center for Human Rights und Al-Haq an den UN-Hochkommissar für Menschenrechte Völker Türk
englisch

Materialien

IPPNW-Information: "Von der Nakba zum ABC der Besatzung" – Israel-Palästina-Reise der IPPNW 2022. PDF

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